Rahmenbruch in der Wüste: Das schweißt zusammen

Print Friendly

Studierende zurück von der „4L Trophy“ – Team Orange im Pannenpech

Soest. Sechs Studierende der Fachhochschule Südwestfalen waren Mitte Februar auf dem Soester Campus gestartet, um an der legendären „4L Trophy“ von Biarritz nach Marrakesch teilzunehmen. Das Besondere daran: Die Wüste wird in kultigen Renaults 4 bezwungen. Auf insgesamt 7.700 Kilometern ging es über Paris, Madrid durch die marokkanische Sahara bis zur Stadt im Südwesten Marokkos – die sechs erlebten dabei „die Zeit ihres Lebens“.

R4 2016Ganz pannenfrei ging die Fahrt in den gut 30 Jahre alten „Kisten“ nicht über die Bühne. Schon bei der Anreise zum eigentlichen Startpunkt in Biarritz versagte bei zwei Renaults die Elektrik. „Beim Team Orange funktionierte ein Rücklicht nicht. Aber wir haben uns organisiert und den Wagen in der Kolonne einfach in die Mitte genommen“, berichtet Franziska Jarisch. Auch versagten zeitweise Beleuchtung und Scheibenwischer – mit unangenehmen Folgen bei Dunkelheit und Regen. In der Wüste brach später beim Durchqueren eines Sandlochs auch noch der Rahmen des 34 PS-starken Kleinwagens, der mittlerweile seine siebte Tour auf dem Buckel hat. Zum Glück konnten die Mechaniker des Veranstalters den Schaden aber beheben und die Soester Studierenden ihre Tour fortsetzen. Beim gelben R4 hatte sich die Karosserie derart verbogen, dass das Lenkrad nicht mehr nach links eingeschlagen werden konnte. „Aber die Mechaniker haben das Problem handwerklich solide gelöst.“, erzählt Julia Frenk von der wenig sensiblen, aber effektiven Reparatur. In einem R4 sitzt es sich eher holprig, auch sind die spartanisch ausgestatteten Autos nicht für einen Trip durch die Wüste konzipiert. Dennoch: „Der Vorteil beim R4 ist, man kann noch relativ viel selbst reparieren. Wenn dagegen bei einem modernen Fahrzeug die Elektronik ausfällt, ist die Fahrt eigentlich schon vorbei.“, weiß Prof. Dr. Jens Bechthold. Als Laborleiter der Kfz-Werkstatt unterstützen er und sein Team das Projekt seit Jahren bei der technischen Vorbereitung.  _MG_5271b

Die R4-Fahrerinnen und –Fahrer studieren Design- und Projektmanagement (Fachbereich Maschinenbau-Automatisierungstechnik), Elektrotechnik und Engineering and Project Management (beide Fachbereich Elektrische Energietechnik) an der FH. Als R4-Team Westfalen, ein studentisches Projekt der Fachhochschule, gingen sie in diesem Jahr gemeinsam mit mehr als 1.000 Teams aus ganz Europa an den Start. „Jeder hilft jedem“, lautet das Motto. Sei es, um festgefahrene R4s aus Sandlöchern zu befreien, mit Ersatzteilen auszuhelfen oder mitten in der Wüste zu kampieren. Alle Fahrzeuge hatten etwa 50 Kilogramm Schulmaterial und Lebensmittel für marokkanische Kinder an Bord. Entsprechend herzlich wurden die Studierenden von den Einheimischen empfangen. Ebenso erging es den beiden Studentinnen, die eine andere Route nach Madrid gefahren waren, wo sie ein karitatives Projekt für Obdachlose unterstützten. Trotz intensiver Vorbereitung und der Strapazen während der Tour sind sich alle einig: Die Reise hat sich gelohnt. Das Gemeinschaftserlebnis, erfahrene Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft sowie das gute Gefühl, es geschafft zu haben, werden technische Pannen schnell vergessen lassen.

R4 2016a

Team R4 Orange:
Lisa Schulze (Elektrotechnik, Schmallenberg-Holthausen)
René Mittmann (Engineering and Project Management, Unna)

Team R4 Rot:
Franziska Jarisch (DPM, Lippstadt-Hellinghausen)
Vanessa Hebers (DPM, Möhnesee-Hewingsen)

Team R4 Gelb:
Lisa-Marie Korte (DPM, Hamm)
Julia Frenk (DPM, Coesfeld)

Team R4 Grün-Beige (Tour nach Madrid)
Juliana Kleffner (DPM, Marsberg)
Claudia Wotzka (DPM, Hamm)

Deine Meinung ist uns wichtig

*