Windkraft im Sauerland

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Gedanken über ein strittiges Thema

Von Andreas Krämer

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Foto: Air Stativ

Die Windkraft spielt in Deutschland eine immer gewichtigere Rolle in der Energieversorgung. Im Jahr 2014 belief sich die Leistung aller rund 25.000 Windkraftanlagen auf beachtliche 38.115 Megawatt. Am gesamten Energieverbrauch sollen die Erneuerbaren Energien und dazu zählt die Windkraft im Jahr 2025 einen Anteil von 40 bis 45 Prozent erreichen. Die Windenergiebranche zählt über 120.000 Mitarbeiter und aufgrund des Wachstums kommen jährliche neue Arbeitsplätze hinzu.

Im Sauerland und Hochsauerland sind Windkraftanlagen ein strittiges Thema, weil die Kritiker der umweltfreundlichen aus Wind erzeugten Energie eine so genannte »Verspargelung« der Landschaft befürchten. Vor allem Bürgerinitiativen kritisieren, dass die Windkraftanlagen geschützte Vogelarten bedrohen, die Nachtruhe stören und die Immobilienpreise in der Nähe von Windrädern aufgrund der Geräuschkulisse rapide sinken könnten.

Gegen solche Argumente haben die Windverbände und die EnergieAgentur NRW im Jahr 2014 eine »Akzeptanz-Iniative« gestartet, die mit ihrer Broschüre „Windenergie im Fokus – Mythen und Wahrheit“ insgesamt 17 Vorurteile sachlich unter die Lupe nimmt. Am 3. Dezember 2014 fand in Schmallenberg eine Veranstaltung zum Thema Windkraft statt bei dem besonders der Tourismus im Mittelpunkt stand.

Jedoch sind sich Befürworter wie Gegner der Windkraft uneinig darüber, wie ein Kompromiss vereinbart werden kann, der für beide Seiten eine zufriedenstellende Lösung darstellt.

Der Regierungsbezirk zählte mit Stand 2014 rund 400 Windkraftanlagen und muss bis 2023 auf 1000 Anlagen steigen, um die Zielvorgaben des Landes NRW zu erreichen. Der Anteil der Windenergie am Stromverbrauch soll nach den Zielvorgaben der Landesregierung Nordrhein-Westfalen bis zum 2022/23 von aktuell vier Prozent auf 15 Prozent erhöht werden.

Als Beispiel befasst sich die Stadt Schmallenberg mit der Windenergie, weil unter anderem die Reaktorkatastrophe von Fukushima zur Energiewende in Deutschland führte und die Landesregierung NRW in einer Potentialuntersuchung feststellte, dass in Schmallenberg ein Potential von über 150 Windenergieanlagen (WEA) besteht.

Die geplanten Windkraftanlagen sollen Mindestanforderungen der Ästhetik erfüllen, resultierend in einer einheitlichen Optik, einer einheitlichen synchronisierten Befeuerung, einer bedarfsgesteurten Einschaltung und einer erkennbaren Ordnung der Windkraft-Standorte.

Windkraftpark in Brilon-Madfeld Foto: Sabrinity

Windkraftpark in Brilon-Madfeld
Foto: Sabrinity

Der Abstand der WEA zu Wohngebieten soll sich den Planungen zufolge auf 600 Meter belaufen, um die Lärmbelästigung für die Bürger auf ein Minimum zu begrenzen. Die Bürger sollen an den Einnahmen aus dem Stromverkauf der Windkraftanlagen beteiligt werden.

Als Mit-Eigentümer sollen sich Bürger an Windenergieanlagen beteiligen können, wobei die Mindesteinlage auch für normale Haushalte erschwinglich sein soll. Ein Großteil der Anlagen soll den Bürgern und Grundeigentümern als Eigentum gehören und entsprechend betrieben werden, wofür die Gründung eines »Bürgerenergie-Unternehmens« geplant ist.

Das Thema Windkraftanlagen in den Regionen des Sauerlandes und Hochsauerlands ist und bleibt strittig. Die Zukunft muss zeigen, wie die Energieversorgung in fünf bis zehn Jahren aussehen wird.

Quellen:
https://www.wind-energie.de/themen/statistiken/deutschland
http://www.wochenblatt.com/landwirtschaft/nachrichten/sauerland-mehr-windraeder-8873.html
http://www.schmallenberg.de/fileadmin/user_upload/pdf/Windenergie/2014_09_03_Windenergie_-_wie_werden_die_Flaechen_ausgewaehlt.pdf

Kommentare

  1. Schon jetzt haben die nördlichen Bundesländer weit mehr Windkraftanlagen (WKA) als sie selbst benötigen. Dennoch können selbst diese Tausende WKA die Stromversorgung nicht eines einzigen Haushaltes sicher gewährleisten, weil es immer wieder Tage und Nächte gibt, an denen Flaute herrscht. Dann müssen grundlastfähige Kraftwerke (zurzeit meist Kohle- oder Kernkraftwerke) einspringen, damit in Deutschland nicht das Licht ausgeht. Daher haben die bisher laufenden WKA auch noch kein Gramm CO2 eingespart, obwohl sie selbst keines produzieren. Auch wenn noch 10 mal soviele WKA gebaut werden, wird dieses grundsätzliche Problem nicht gelöst sein. Aber unsere letzten Natur- und Kulturlandschaften werden industriell überbaut sein, viele Menschen, die in der Nähe wohnen, aufgrund der Schall- und Infraschallemissionen krank sein (600 m ist bei den modernen WKA ein viel zu kleiner Abstand!) und viele Vogel- und Fledermausarten in ihrem bestand bedroht sein.

    • Komische Rechnung. Wenn ich eine kwh Windstrom einpsiese, habe ich kein Gramm CO2 eingespart?? Wie wäre es, wenn wir bei Ihnen vor der Haustür eine Kohlekraftwerk bauen, Sie haben damit ja scheinbar kein Problem.
      Sie könnten ja mal überlegen, warum Batteriespeicher und Windenergieanlagen sich für neuerdings für primäre Systemdiesntleistung qualifiziert haben. Offensichtlich haben Sie da eine Entwicklung verschlafen. Das Infraschall krnak macht ist auch frei erfunden und ohen Beweiskraft. Zeigen Sie uns doch mal die vielen Menschen, die an Infraschall erkrankt sind.

  2. Michael Vogt meint:

    Zitat aus dem obigen Beitrag: „Im Jahr 2014 belief sich die Leistung aller rund 25.000 Windkraftanlagen auf beachtliche 38.115 Megawatt.“

    Es handelt sich bei der Leistungsangabe „beachtliche 38.115 Megawatt“ um die „Installierte Leistung“ oder „Nennleistung“, also die Leistung, welche MAXIMAL bei OPTIMALEN Windverhältnissen an ALLEN WKA erbracht werden könnte. Also ein hypotetischer Wert, der fast niemals erreicht wird und der in erster Linie dazu dient, Menschen Sand in die Augen zu streuen….
    Verschwiegen wird wohlweislich, dass die tatsächlich erbrachte Leistung landesweit regelmäßig auf fast Null zurückgeht.
    Eigentlich ist es ganz einfach: Kein Wind-kein Strom.

    • Wan und wo geht sie auf Null zurück? Beweise wären hilfreich!

      • Hermann Dirr meint:

        Oh! da haben Sie etwas verschlafen, Hier einmal die jeweils minimalste Einspeisung der „beachtlichen 38.115 Megawattanlagen“
        Die Daten sind nicht erfunden sondern stammen vom Fraunhofer Institut. Sie können es gerner ergooglen
        Die Were der geringsten Windkrafteinspeisung im Jahr 2014
        Monat Windkrafteinspeisung in GW
        Jan ——- 0,5 GW
        Feb —— 0,5 GW
        März —– 0,0 GW
        April ——0,1 GW
        Mai——–0,3 GW
        Juni ——-0,1 GW
        Juli ——–0,0 GW
        Aug—- —0,1 GW
        Sept—— 0,1 GW
        Okt——- 0,1 GW
        Nov——-0,1 GW
        Dez ——0,7 GW

        In 2015 lagen diese Werte unwesentlich höher.
        Herr JoWo, wem wollen Sie damit versorgen?

  3. Ute Treber meint:

    Ich kann mich nur Herrn Dr. Stiehl und Herrn Vogt anschließen. Hier ein sehr gut verständlicher Vortrag von Dr. Detlef Ahlborn, der ganz deutlich zeigt, dass uns von der Windlobby ein X für ein U vorgemacht werden soll. Bisher hat übrigens noch niemand von dieser sehr mächtigen Lobby auch nur versucht Dr. Ahlborns Berechnungen zu widerlegen. Allein das zeigt eigentlich schon deutlich, dass er Recht hat.

    https://www.youtube.com/watch?v=VPTVbrxWftY

  4. Alexabder Kasprzycki meint:

    Die Windkraft wird immer wichtiger für die Hersteller und für die Verpächter der Grundstücke. Bei Windstille, Starkwind und wenig Wind wird nichts geliefert. Investitionen ohne jeden Sinn und Verstand gegen eine sichere Energieversorgung der Industrie, Krankenhäuser, Polizei und alle anderen, die ohne elektrische Energie nicht auskommen können.

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