Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende in Schmallenberg

Print Friendly

Großer Anklang bei Informationsveranstaltung von Stadt Schmallenberg und SUZ

Die Stadt Schmallenberg und die Wirtschaftsförderung Schmallenberg Unternehmen Zukunft e.V. (SUZ) luden Unternehmen aus Schmallenberg zu einer Informationsveranstaltung über Möglichkeiten des Arbeitsmarktzugangs für Asylsuchende ein. Neben Carmen Oberstadt, Koordinatorin für Flüchtlingsangelegenheiten, Ulrich Hesse, Leiter des Sozialamtes der Stadt Schmallenberg sowie Tanja Schubert und Christian Busch, Agentur für Arbeit Meschede-Soest, standen auch SUZ und Bildungsträger wie die Team Impuls Schmallenberg GmbH und das Sozialwerk St. Georg als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung.

Großer Anklang bei Informationsveranstaltung „Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende“ der Stadt Schmallenberg und SUZ

Großer Anklang bei Informationsveranstaltung „Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende“ der Stadt Schmallenberg und SUZ

Bürgermeister Bernhard Halbe konnte rund 70 Interessierte begrüßen, die sich über rechtliche und organisatorische Möglichkeiten zur Arbeitsmarktintegration von Asylsuchenden informieren wollten. Zum Auftakt stellte Ulrich Hesse die aktuellen Zahlen zur Flüchtlingssituation in Schmallenberg vor: „Zurzeit sind in verschiedenen Orten im Bereich der Stadt Schmallenberg 554 Flüchtlinge untergebracht. Die meisten dieser Flüchtlinge stammen aus Syrien und dem Irak. Insgesamt sind rund 30 Nationen vertreten. Pro Woche werden rund 20 Flüchtlinge durch die Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen“, fasste Hesse die wichtigsten Fakten zusammen.

Carmen Oberstadt schilderte die aktuelle Flüchtlingssituation und warb für Toleranz und Unterstützung für die geflüchteten Menschen. „Wir alle haben die Möglichkeit, einen Beitrag zum sozialen Frieden in unserer Stadt zu leisten. Wenn sich die Vorfälle aus anderen Städten hier nicht wiederholen sollen, dann müssen wir gemeinsam aktiv sein.“ „Wir alle sind Schmallenberg“, so Oberstadt weiter. Sie hob ausdrücklich hervor, wie wichtig gerade die Vermittlung in Arbeit auf dem Weg zu einer erfolgreichen Integration ist. „Vergessen wir aber auch alle anderen Arbeitsuchenden nicht, die unsere Unterstützung benötigen“, so Oberstadt.

Für die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer waren nachfolgend vor allen die Erläuterung der gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Arbeitsmarktintegration relevant: „Grundsätzlich besteht für Asylbewerber mit Zeitpunkt der Aufenthaltsgestattung drei Monate lang ein absolutes Arbeitsverbot. In dieser Zeit können aber jederzeit Hospitationen erfolgen. Die Asylbewerber sind in dieser Zeit als Gast im Unternehmen und haben die unverbindliche Möglichkeit, Unternehmensstrukturen und Mitarbeiter kennenzulernen“, betonte Carmen Oberstadt. Ab 3 bis 15 Monaten ist eine Arbeitsaufnahme für Asylsuchende gesetzlich möglich, sofern der Antrag auf Vorrangprüfung positiv ausfällt: Möchte kein anderer Deutscher oder Europäer die Stelle annehmen, darf der Asylbewerber diese antreten. Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit ergibt sich für Städte mit einer geringen Arbeitslosenquote wie Schmallenberg demnach für Asylsuchende die Möglichkeit, zügig ein Beschäftigungsverhältnis einzugehen. Ab 16 Monaten entfällt die Vorrangprüfung, eine Genehmigung der Agentur für Arbeit ist jedoch erforderlich. Nach 48 Monaten ist eine Arbeitsaufnahme generell möglich. „Während des Anerkennungsverfahrens für Asylsuchende ist die Agentur für Arbeit für Unternehmen der erste Ansprechpartner, danach das Jobcenter“, so Oberstadt.

Christian Busch betonte, dass über die Beratungsstelle der Agentur für Arbeit, den sogenannten „Integration-Point“, eine zentrale und ganzheitliche Beratung und Unterstützung der Flüchtlinge durch alle Beteiligten erfolgen soll. Es findet eine transparente Verzahnung und Bündelung aller bestehenden Angebote und Maßnahmen statt.

Abschließend bestand für alle Interessierten die Möglichkeit, individuelle Gespräche mit den Vertretern der Stadt Schmallenberg, der Agentur für Arbeit, SUZ und den anwesenden Bildungsträgern zu führen. Am Ende des Abends waren sich alle Beteiligten einig: Die Eingliederung in den heimischen Arbeitsmarkt ist elementarer Baustein einer erfolgreichen Integration.

Deine Meinung ist uns wichtig

*