HSK-Genossenschaftsbanken präsentieren die Jahresbilanz 2015

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Erfolgreich in schwierigen Zeiten gewirtschaftet

v.l.: Andreas Ermecke, Dirk Schulte, Jürgen Dörner

Meschede/Hochsauerlandkreis. Zufriedene Gesichter bei den Genossenschaftsbanken im Hochsauerlandkreis. „Die Volksbanken im Hochsauerlandkreis und die Spar- und Darlehnskasse können im letzten Jahr mit einem schönen Ergebnis aufwarten. Das dies im aktuellen Niedrigzinsumfeld gelungen ist, können wir sicher als sehr guten Erfolg werten“, bilanzierte Vorstand Jürgen Dörner (Volksbank Sauerland) am Mittwoch (20. Januar) auf der Jahres- pressekonferenz der Bankengruppe in Meschede bei der Vorstellung der wichtigsten Geschäftszahlen im zurückliegenden Jahr.
Ein Jahr, das durch vielerlei Herausforderungen für die Finanzbranche geprägt war, wie Vorstand Andreas Ermecke (Volksbank Bigge-Lenne) in seinen Begrüßungsworten verdeutlichte. „Die Fol- gen der Niedrigzinsphase werden für alle Kreditinstitute zunehmen spürbar“, erklärte Ermecke. Und weiter: „Da derzeit ein Ende dieser Niedrigzinsperiode nicht absehbar ist, treffen europaweit Banken entsprechende Vorkehrungen, in dem sie ihre Kosten der Ertragssituation anpassen. Dieses wird auch für die genossenschaftliche Finanzgruppe mit ihrem zinsabhängigen Geschäftsmodell eine große Herausforderung.“

Durch eine Vielzahl von Aktivitäten (Kundenfokus 2020, Online- Bezahlsystem, kontaktloses Bezahlen, etc.), intern wie extern, machten sich die Genossenschaftsbanken „fit für die Zukunft“, führte Ermecke aus. Insgesamt sei nicht nur die Genossenschaftliche Finanzgruppe gut aufgestellt. Gleiches gelte auch für die sieben Genossenschaftsbanken im Hochsauerlandkreis (Volksbank Bigge-Lenne, Volksbank Brilon, Volksbank Marsberg, Spar- und Darlehnskasse Oeventrop, Volksbank Reiste-Eslohe, Volksbank Sauerland, Volksbank Thülen, so sein Fazit.
Diese Aussage wird beim Blick auf die wesentlichen Bilanzzahlen, vorgestellt durch Jürgen Dörner, deutlich. Die addierte Bilanzsumme ist im zurückliegenden Geschäftsjahr 2015 um 1,2 Prozent oder fast 36 Millionen Euro auf rund 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Dabei könne festgestellt werden, „dass es sich hierbei wie auch in den Vorjahren um organisches Wachstum handelt, das, wie normal, über die Passivseite, also die Einlagenseite der Banken gekommen ist. Keine der betroffenen Banken hat hier durch irgendwelche Kapitalmarktgeschäfte die Bilanz aufgebläht“, verdeutlichte Dörner.
Neben den bilanzwirksamen Geschäftszählen im Kredit- und Einlagengeschäft und der, so Dörner, „nackten Bilanzsumme“ wird für die Genossenschaften immer wichtiger, welche Geschäfte die Mitglieder und Kunden insgesamt und damit auch über den genossenschaftlichen Finanzverbund mit Partnern wie der Fondsgesellschaft Union-Investment, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der R+V Versicherungsgruppe mit ihnen tätigen. Dieser Wert wird im Kundengesamtvolumen zusammengefasst. „Der Anstieg beim Kundengesamtvolumen belief sich auf knapp 140 Millionen Euro oder rund 2,36 Prozent auf 6.056 Milliarden Euro. Dies zeigt uns, dass wir auch in diesem Jahr mit unserer Regionalität punkten konnten und von unseren Kunden einen hohen Vertrauensbeweis erhalten haben“, so Dörner.

Nach wie vor ist das eigene Kreditgeschäft mit dem gewerblichen und privaten Mittelstand eine tragende Säule des Geschäfts der Genossenschaftsbanken im Kreis. Im eigenen Kreditgeschäft erhöhten sich die Ausleihungen an Kunden moderat um 0,37 Prozent bzw. 7,4 Millionen Euro auf rund 1,98 Milliarden Euro. Das Gesamtkundenkreditvolumen ist 1,29 Prozent bzw. 32 Millionen Euro auf rund 2,49 Milliarden Euro gewachsen. Wachstumstreiber war das gewerbliche Kreditgeschäft, das 60 Prozent ausmacht.
Doch auch die Privatwirtschaft war am Kreditwachstum beteiligt. Hier haben vor allem Renovierungen und energetische Modernisierungen von privat genutzten Immobilien für eine gestiegene Nachfrage nach Finanzierungsmitteln gesorgt.
Dörners Fazit: „Wir, die genossenschaftliche Bankgengruppe im HSK können unseren Kunden jederzeit mit ausreichenden Kreditmitteln bei gegebener Bonität zur Verfügung stehen. Die Liquidität haben wir. Wir hätten gerne noch etwas mehr gemacht. Die Zurückhaltung, gerade im investiven Bereich, ist im Augenblick derzeit bei den Kunden festzustellen. Aber bei den Genossenschaftsbanken im HSK gibt es keine Spur von Kreditklemme. Liquiditätsvorhaltung ist für die Kunden das A&O.
Die bilanziellen Einlagen der privaten und gewerblichen Kunden bei den sieben Genossenschaftsbanken stiegen – “dem Niedrigzins zum Trotz –“ um 2,05 Prozent bzw. 44,6 Millionen Euro auf 2,22 Milliarden Euro. Die Gesamtkundeneinlagen erhöhten sich um 3,11 Prozent oder rund 108 Millionen Euro auf rund 3,57 Milliarden Euro. „Nach wie vor war immer noch eine deutliche Verunsicherung in allen Bevölkerungsschichten im Hinblick auf das Ersparte vorhanden“, konstatierte Dörner. Ähnlich wie 2014 waren auch 2015 vor allem liquide, kurzfristige Anlageformen gefragt.

„Die Volksbanken und die SDK waren. Nach wie vor seien die Genossenschaftsbanken `ein sicherer Hafen` für das Geld der Kunden“.

Mitgliederförderung wird bei den Genossenschaftsbanken weiterhin großgeschrieben. Sichtbarer Ausdruck ist die jährliche Dividendenzahlung. Voraussichtlich 2,2 Millionen Euro werden an die rund 90.000 Anteilseigner in diesem Jahr ausgeschüttet.
Neben ihren Mitgliedern fördern die Banken außerdem Kultur, Bildung, Sport und unterstützen karitative Organisationen in der Region. 547.000 Euro spendeten die Banken allein im vergangenen Jahr. Die kommunalen Haushalte können sich zudem für das Jahr
2015 auf Gewerbesteuerzahlungen in Höhe von insgesamt 3,62 Millionen Euro freuen. Darüber hinaus wurden knapp 3,66 Millionen Euro an Körperschaftssteuer gezahlt.
Wer investiert, beweist Zuversicht, sagt der Volksmund. Das gilt auch für die sieben Genossenschaftsbanken im Hochsauerlandkreis. Knapp drei Millionen Euro, 1,3 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, beträgt das Investitionsvolumen für 2015 – Geld, das bei der Vergabe vor allem heimischen Unternehmen und Betrieben zu Gute gekommen ist.
Bei der Bewältigung ihrer Aufgaben setzen die Kreditgenossenschaften vor allem auf kompetente Mitarbeiter. Die Zahl der Beschäftigten lag zum Jahreswechsel bei 703, darunter 54 Azubis.
Für ihre 90.097 Mitglieder und über 159.000 Kunden wollen die sieben Genossenschaftsbanken jederzeit schnell erreichbar sein. Über die Form der Kontaktaufnahme – sei es persönlich, per Telefon, via Internet oder wie auch immer – entscheidet dabei stets der Kunde. Im harten Wettbewerb unter den Finanzdienstleistern wollen die Kreditgenossenschaften jedoch weiterhin mit ihrer sprichwörtlichen Nähe zu den Menschen vor Ort und in der Region punkten. Dazu unterhalten die sieben Institute nach wie vor ein dichtes, flächendeckendes Netz, das aus 62 Geschäftsstellen besteht.
Die sieben Genossenschaftsbanken im HSK

Volksbank Bigge-Lenne, Volksbank Brilon, Volksbank Marsberg, Spar- und Darlehnskasse Oeventrop, Volksbank Reiste-Eslohe, Volksbank Sauerland, Volksbank Thülen.

Wichtige Kennzahlen (addiert) im Überblick

(Stand: 31.12.2015)
Bilanzsumme: 3,095 Mrd. Euro
Einlagen: 2,222 Mrd. Euro
Kreditvolumen: 1,976 Mrd. Euro
Mitglieder: 90.097
Mitarbeiter: 703
Auszubildende: 54
Geschäftsstellen: 62

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