Freundschaft unter gegnerischen Hockey-Fans

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WOLL-Reporterin Denise Fischer

Über sportliches Verhalten unter Kölnern und Sauerländern in der Lanxess-Arena

Von Denise Fischer

Anfang des Jahres berichtete WOLL bereits von dem Eishockey-Spiel der Iserlohn Roosters gegen die Kölner Haie, wobei es vor allem um das Feeling in der Iserlohner Eishalle und die Toleranz unter den Fans ging. Am vergangenen Sonntag, 13. Dezember, richteten die Haie ihr Heimspiel aus, zu dem sich auch einige Fans des IEC mitten in die Ränge der Haifische wagten – und ein spannendes Spiel erlebten.

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Lisa aus Heggen

Auch Lisa, ein Sauerländer Mädchen aus Helden, war bei diesem Spiel dabei. In voller Montur, mit Roosters-Mütze, Schal und Trikot setzte sie sich selbstbewusst zwischen die befreundeten Haie-Fans und erwartete das Spiel mit Spannung.

Kleine Sticheleien zu Beginn wurden fröhlich weggesungen, freche Sprüche eines Megaphon-Trägers der Haie-Fans gekonnt überrufen.

Als das Spiel begann, waren auch die Augen der Sauerländer gebannt auf Sharky gerichtet, der wie immer gekonnt das Eis brach und die Haie in die Arena ließ. Auch die Gastspieler wurden begrüßt, zwar auch mit Buh-Rufen, aber das übertönten die Sauerländer Fans wie immer gekonnt. Schon jetzt war die Stimmung unglaublich und obwohl eine Roosters-Gruppe inmitten der Haie-Fans saß, ging die Freude über die bevorstehenden Stunden wie eine Welle gleichsam durch alle hindurch. Freundliche Neckereien stachelten dazu an, sich fröhliche Fangesänge entgegenzurufen.DSC_0107

Dann endlich schoss Ohmann das erste Tor für die Haie. Die Kölner tobten, die gegnerischen Zuschauer versteckten gespielt das Gesicht in ihren Händen. Lisa hielt einem der Haie-Fans ihre Popcorn-Tüte hin und schon war die Schmach vergessen. In der elften Minute revangierte sich die gegnerische Mannschaft für das Tor. Raymond erzielte den ersten Punkt für seine Mannschaft und ließ die Spannung steigen.

In der 14. Minute erreicht Friedrich für die Roosters erneut die Führung. Unter den befreundeten Eishockey-Feinden beginnt es nun gewaltig munter zu werden. Dem Kölner, der auch Anfang des Jahres dabei gewesen war, wird freundlich ein IEC-Schal angeboten, damit er sich auch mal freuen kann. Lachend streckt er seine Zunge heraus und drehte sich wieder zum Spiel.

DSC_0187Die zweite Halbzeit sollte diesmal verdient den Kölnern gehören. In der 25ten Minute holte daher Jones den nächsten Punkt für die Fisch… Haie. Zum 2:3 brachten sie es durch Hager in der 38ten Minute.

Die Punkte waren verdient, das meint auch die Sauerländerin Lisa, die liebevoll von einem der Haie-Fans getröstet wurde. (Foto) Wie um es noch spannender zu machen machte Hemmel im letzten Drittel in der 49ten Minute mit seinem Tor den Gleichstand aus. Dieser blieb bis zum Ende des Spiels. Doch mit einem Gleichstand gibt sich der Eishockey nicht zufrieden. Nun hieß es Torwart gegen Spieler im Battle.

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Roosters Fans aus dem WOLL-Gebiet

DSC_0190Auf den Rängen schienen Rooster- und Haie-Fans abwechselnd nach Luft zu schnappen, die Atmosphäre war so elektrisiert, dass man die Spannung beinahe hätte messen können. Dann war es soweit. Der Torwart der Haie hielt den Puck, der Torwart der Roosters hingegen konnte ihn nicht aufhalten. Somit ging das Spiel 4:3 für die gegnerischen Freunde aus. Verdient, so sieht das auch Lisa. „Außerdem brauchen die Haie die Punkte im Moment mehr als wir.“ Somit ging diesmal in der Lanxess-Arena in Köln ein tolles Hockey-Spiel zuende, bei dem sich die gegnerischen Fans zwar neckten, aber doch beieinander sitzen und sich eingestehen konnten, dass es sich dort um einen verdienten Sieg handelte. Das ist wahre Fairness!

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