Nachwuchs für die Tourismusbranche

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Acht neue Auszubildende zur/zum Kauffrau/Kaufmann für Tourismus und Freizeit

Die Ausbildung zur Kauffrau oder zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit wird im Sauerland zunehmend beliebter. Gleich acht junge Menschen aus der Region haben sich mit Beginn dieses Lehrjahres dazu entschieden, den Weg in dieses Berufsfeld einzuschlagen. Das praktische Rüstzeug erhalten sie bei unterschiedlichen Institutionen und Betrieben in heimischen Gefilden, die berufsschulische Ausbildung findet am Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Köln statt. In der aktuellen Berufsschulklasse kommt ein Drittel der NRW-Azubis aus dem Sauerland.

Die neuen Auszubildenden zur Kauffrau/Kaufmann für Tourismus und Freizeit im Sauerland: hinten v.l.: Henrik Mikloweit, Nina Hennemann, Jennifer Stute, Dorothee Cramer, Katharina Grauel; vorne v.l.: Ines Ungemach, Vanessa Kirschke, Leonie Streich.

Die neuen Auszubildenden zur Kauffrau/Kaufmann für Tourismus und Freizeit im Sauerland: hinten v.l.: Henrik Mikloweit, Nina Hennemann, Jennifer Stute, Dorothee Cramer, Katharina Grauel; vorne v.l.: Ines Ungemach, Vanessa Kirschke, Leonie Streich.

Die acht angehenden Kaufleute sind über die gesamte Region verteilt. Die Vielfalt der Ausbildungsbetriebe zeigt den Facettenreichtum des touristischen Berufsfeldes auf, dazu gehören touristische Verbände und Tourist-Informationen, Beherbergungsbetriebe und Freizeitattraktionen. Dorothee Cramer (18) aus Lippstadt wird bei der Touristik & Marketing GmbH Bad Waldliesborn ausgebildet, Katharina Grauel (18) aus Olpe bei der Personenschifffahrt Biggesee. Nina Hennemann (19) aus Schmallenberg-Dorlar ist Auszubildende im Center Parcs Park Hochsauerland in Medebach, Vanessa Kirschke (21) aus Lennestadt-Elspe wiederum beim Campingplatz Hof Biggen. Henrik Mikloweit (18) aus Kirchhundem-Hofolpe arbeitet beim Sauerland-Tourismus, Leonie Streich (18) aus Meschede ist bei der Touristischen Arbeitsgemeinschaft „Rund um den Hennesee“ tätig. Jennifer Stute (19) aus Marsberg absolviert ihre Ausbildung bei der Touristik und Stadtmarketing Olsberg GmbH. Bei der Kur und Freizeit GmbH in Schmallenberg wird Ines Ungemach (18) aus Meschede ausgebildet.

Diese Azubis haben sich für die Ausbildung entschieden, weil sie sie für abwechslungsreich erachten und auf diesem Feld vielseitige Zukunftschancen sehen. „Mich begeistert die Vielfältigkeit des Berufsfeldes. Dazu gehören Marketingaktivitäten, Veranstaltungsmanagement und kaufmännischen Arbeiten. Aber auch der tägliche Kundenkontakt und die Möglichkeit, Fremdsprachenkenntnisse anzuwenden, sind Gründe, weshalb ich mich für diese Ausbildung entschieden habe“, beschreibt es beispielsweise Ines Ungemach und ihre Kollegen untermauern diese Ansicht. Es geht den jungen Menschen auch darum, eine wichtige Branche im Sauerland mitzugestalten und für die Zukunft aufzustellen. „Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, da man aktiv an der Verbesserung von Tourismusangeboten in der eigenen Region mitwirken kann“, fasst es unter anderem Katharina Grauel zusammen.

Der Alltag der Azubis ist aufgabenreich, dazu gehört beispielsweise die Gäste und Kunden am Infoschalter oder an der Rezeption zu betreuen, sie am Telefon oder per E-Mail zu beraten, aber auch Veranstaltungen zu planen und zu organisieren. In den Beherbergungsbetrieben erhalten die Azubis auch Einblick in das so genannte Housekeeping und erlernen alle Aspekte, die einen reibungslosen Ablauf in einem Ferienpark oder auf einem Campingplatz gewährleisten. Auf dem Lehrplan stehen natürlich auch Controlling und Buchhaltung. Zudem werden die Auszubildenden im Marketing geschult, schließlich ist das Vermarkten der Ausflugsziele, Betriebe und Attraktionen im Sauerland auf verschiedenen Kanälen und das Werben um neue und treue Gäste ein zentraler Punkt.

„Es ist wirklich großartig zu sehen, welchen Schub unsere Branche mit dem neuen, engagierten Nachwuchs bekommen kann“, sagt Eckhard Henseling, stellvertretender Geschäftsführer und Ausbildungsleiter beim Sauerland-Tourismus. „Der Beruf Kauffrau/Kaufmann für Tourismus und Freizeit ist noch recht jung, doch mit jedem Ausbildungsjahr entscheiden sich ein paar mehr junge Menschen dafür.“ Zu Anfang, so erinnert sich Henseling, saßen Reisekaufleute und Tourismuskaufleute zusammen in gemischten Klassen. Mittlerweile gibt es eine eigene Berufsschulklasse für diese Ausbildungsrichtung mit 24 Schülern. „Und dass acht von 24 Schülern aus dem Sauerland kommen, ist sensationell. Es zeigt die stetig wachsende Bedeutung des Tourismus in der Region.“

Die Ausbildung kann im Verbund angeboten werden und wird dann sogar von der Europäischen Union – über die Bezirksregierung Arnsberg – gefördert. So kooperieren beispielsweise Ortsstellen und regionale Marketingorganisationen, damit die angehenden Touristiker sowohl die lokale Ebene der Gästeinformation und -betreuung als auch den Bereich Destinationsmanagement erlernen. Zwischen dem Sauerland-Tourismus und den Tourist-Infos in Schmallenberg und Olsberg findet ein mehrmonatiger Azubi-Austausch statt, geplant ist er auch für die Touristische Arbeitsgemeinschaft „Rund um den Hennesee“ und das Stadtmarketing Meschede. Außerdem entsenden einige Ausbilder den Nachwuchs auch zum Schnuppern in andere Betriebe oder Institutionen.

Das Berufsbild Kauffrau/Kaufmann für Tourismus und Freizeit qualifiziert die Absolventen später dazu, das Erlernte in der heimischen Freizeitregion – etwa in einer der zahlreichen Tourist-Informationen, bei Ausflugszielen oder einer Eventagentur – weiterzuentwickeln. Doch schon im letzten Ausbildungsjahr unterziehen sich die Auszubildenden einer regelrechten Feuerprobe: Sie planen und organisieren ein Event für bis zu 2.500 Gäste von der ersten Idee über den gut durchdachten Ablauf und den ordentlich zu betreuenden Veranstaltungstag bis zur sinnvollen Nachbereitung des Ganzen. Sie können sich von ihren Vorgängern gewiss inspirieren lassen, die beispielsweise ein Konzert für Nachwuchsbands, einen Rodelwettbewerb, ein Zipfelbobrennen oder eine kulinarische Stadtführung organisiert und damit das touristische Angebot im Sauerland bereichert hatten.

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