555 Jahre SCHÜTTE

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Eine Familiengeschichte aus dem Sauerland

Von 1460 bis 2015

Von Achim Gandras
Titel des Buches "SCHÜTTE - Eine Familiengeschichte aus dem Sauerland - 1460 bis 2015"

Titel des Buches „SCHÜTTE – Eine Familiengeschichte aus dem Sauerland – 1460 bis 2015“

Im schönen Oberkirchen kann man am größten Gasthaus im Ort drei Jahreszahlen als Balkeninschriften entdecken: 1460, 1774 und 1949. Das erste Datum gibt Auskunft über die früheste Erwähnung der hier ansässigen Familie Schütte. Seit 555 Jahren sind Schütten nachweislich vor Ort, obwohl es noch einige Jahrhunderte mehr sein dürften, da ein Ackersmann Schütte schon immer für den Unterhalt der Kirche im Dorf zuständig war. Das zweite Datum berichtet vom Wiederaufbau des Hauses nach einem großen Brand und das dritte steht für die Renovierung nach den harten Jahren des Zweiten Weltkriegs, die noch schwere Kämpfe ins Hochsauerland gebracht hatten. Es gibt also viele Geschichten zu erzählen. Manches, was überliefert wurde und anderes, das so hätte sein können. In einem bunten Strauß von Geschichten, Märchen und Legenden samt einem großem Anhang ist nun ein reich bebildertes Jubiläumsbuch des Landhotels Gasthof Schütte von Achim Gandras im WOLL-Verlag erschienen.

Am Fuß des Kahlen Astens, im obersten Lennetal, hat der Tourismus eine sehr lange Geschichte. Freilich darf man sich in seinem Ursprung nicht den fröhlichen Wanderer vorstellen, der seine Freizeit in guter Luft und bester Gastronomie verbringt – nein, der Tourismus begann schon vor Urzeiten mit der Heidenstraße, dem alten Fernweg von Köln über Kassel bis tief in den Osten, der sich ab Oberkirchen bis hinauf nach Winterberg beschwerlich in die Höhe zog. Die alten Fuhrleute benötigten dazu Vor-spanndienste, frische Pferde oder Ochsen, um ihre schweren Karren den Berg hinauf zu befördern. Außerdem musste es Wagenschmieden und Unterkünfte für die Nacht geben. So erklärt es sich, dass es in dieser Region Gasthöfe mit sehr alter Geschichte gibt. In diesem Jahr feiert das Landhotel Gasthof Schütte in Oberkirchen das 555. Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung der Familie am Ort.

Karge Zeiten waren das. Die Landwirtschaft gab in der Höhe nicht sehr viel her, doch wenigstens ließ sich mit Erfindung des Mühlrades die Wasserkraft für kleine Hammer-werke nutzen. Ab etwa Mitte des 19. Jahrhunderts sorgte die Industrialisierung dann für grundlegende Veränderungen. Die Dampfmaschine machte den Standort unabhängig von der Wasserkraft, die Eisenbahn überwand bald große Distanzen und die Preußen, Herren im Land nach den Zeiten unter Napoleon, bauten befestigte Fernstraßen. Die Heidenstraße, der alte Hohlweg, verlor seine Bedeutung und auch Oberkirchen geriet ins stille Abseits seiner intakten Landschaft.

Doch was in diesen Zeiten als Nachteil schien, sollte schon bald zum großen Pfund werden. Die Reviere wuchsen. Im Siegerland kochten die Hochöfen, im Ruhrgebiet sorgten Bergbau und Schwerindustrie für eine Explosion der Bevölkerung, am Rhein gesellten sich die Werke der Petro-Chemie und andere hinzu und über allem stand die dichte Rauchwolke der Maschinerie, der Lärm und Schmutz, Ruß und Graphit, dazu das gekippte Wasser der Flüsse, die im Sommer gar verlandeten, weil die Pumpen der Zechen den Spiegel dramatisch absenkten – Welche Sehnsucht kam da bald auf, nach Zeiten der Romantik, als die Dichter und Maler den Deutschen Wald feierten und in den Schulbüchern Eichendorff verkündete: Es schienen so golden die Sterne, am Fenster ich einsam stand, und hörte aus weiter Ferne ein Posthorn im stillen Land…

Dazu kam mit der Gründung des Kaiserreichs ab 1871 eine patriotische Grund-stimmung, die sich auf die Suche nach den Spuren der Vergangenheit machte. Auch vorzeitliche Kultstätten im Hochsauerland, wie der Wilzenberg oder der Kirchhof von Wormbach gerieten in den Fokus des Interesses. Alles das war zudem immer besser erreichbar. Ab 1861 wurde die Bahnlinie durch das untere Lennetal gebaut. Es folgte bis 1911 ein immer dichter werdendes Schienennetz, das bald schon mit dem Bahnhof von Gleidorf einen nahen Anschluss für Oberkirchen brachte. Die Beamten und Militärs, sowie die Industriellen von Rhein und Ruhr bauten Jagdhütten in den Wäldern, dann folgte bald das Bürgertum in die gesunden Ferientage – es war die Geburtsstunde der „Sommerfrische“.

1890 machten sich einige preußische Beamte in der Bezirkshauptstadt Arnsberg daran, ein gut organisiertes Wanderwegenetz mit Möglichkeiten der ebenso guten Einkehr zu organisieren. Zu den Gründungsvätern des bald schon „Sauerländischer Gebirgsverein (SGV) genannten Verbandes zählte auch der Oberkirchener Fabrikant und Gastwirt Otto Schütte. Es gibt in diesem Jahr also gleich zwei gute Gründe, im Landhotel Gasthof Schütte zu feiern: 555 Jahre verbürgt am Ort und 125 Jahre SGV!

Eingang des Hauses Schütte in Oberkirchen

Eingang des Hauses Schütte in Oberkirchen

Seither lebt die Region von ihrer bekannt guten Gastlichkeit in einer intakten Umwelt. Zudem sind mit den neuen Wegen „Rothaarsteig“ und „Höhenflug“ Attraktionen entstanden, die viele Gäste ins Hochsauerland locken, ebenso wie das immer besser entwickelte Netz an Radwegen durch die Natur. Aber auch die Klassiker laden ein, denn der SGV bietet allein 35 hervorragend erschlossene Hauptwanderwege, die vom stillen Murmeln des Baches im tiefen Talgrund bis zum atemberaubenden Panorama über die Berge hinweg alles zu bieten haben. Und Oberkirchen, bereits 1967 zum Bundesgolddorf geadelt, liegt mitten darin.

Erfahren Sie mehr über die Region in der Chronik von Schütte, in der zwar immer wieder historische Personen aus dem Stammbaum der Familie auftauchen, in der vor allem aber das Sauerland im Spiegel der Jahrhunderte auftaucht.

Das Buch „SCHÜTTE – Eine Familiengeschichte aus dem Sauerland – 1460 bis 2015“ von Achim Gandras ist ab 27. August im Buchhandel erhältlich.

ISBN: 978-3-943681-54-3
14,8 x 21,5 cm, 288 Seiten
Hardcover + Schutzumschlag
LVP: 22,90 Euro

Ab sofort kann es hier vorbestellt werden.

http://woll-onlineshop.de/SCHUETTE-Eine-Familiengeschichte-aus-dem-Sauerland

Auslieferung ab 27. August 2015

Hotel-Landgasthof Schütte - Eine Spur persönlicher

Hotel-Landgasthof Schütte – Eine Spur persönlicher

 

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