Erfolgreiche lokale Vernetzung in Südwestfalen als Vorbild für Griechenland?

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Vertreter der Region Epirus zu Gast bei neuen Partnern in Altena, Arnsberg, Möhnesee und Schmallenberg

Der Schmallenberger BM Bernhard Halbe (4.v.l.) im Gespräch mit den Mitgliedern der Delegation aus Epirus.

Der Schmallenberger BM Bernhard Halbe (4.v.l.) im Gespräch mit den Mitgliedern der Delegation aus Epirus.

Um Wachstum und Beschäftigung zu fördern, möchte Griechenland sein Tourismusangebot erweitern sowie die Erzeugung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte stärken. Dafür arbeitet es eng mit deutschen Partnern zusammen, besonders auf kommunaler und regionaler Ebene. Vor diesem Hintergrund reist am 23. Juni 2015 eine hochrangige Delegation unter Leitung des Vizegouverneurs der nordgriechischen Region Epirus Vasileios Psathas auf Einladung der Deutsch-Griechischen Versammlung nach Südwestfalen, um gemeinsame Projekte zwischen den beiden Regionen zu vertiefen.

Epirus liegt versteckt zwischen dem Pindosgebirge und dem ionischem Meer und wird als das am besten gehütete Geheimnis Griechenlands bezeichnet. Seit der griechischen Finanzkrise ist jedoch der Inlandstourismus erheblich eingebrochen und hat wie in ganz Griechenland die Wirtschaft stark schrumpfen lassen. Nun soll dieses Reiseziel insbesondere für ausländische Touristen besser erschlossen und vermarktet werden. In Fachgesprächen mit deutschen Experten wird daher diskutiert, wie innovative, attraktive und vor allem authentische Tourismusprodukte entwickelt werden können.

Die Achtköpfige Delegation besucht in diesem Zusammenhang die Stadt Altena, um sich mit der Bundestagsabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser, Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und dem Landrat Thomas Gemke, über die Tourismusstrategien des Märkischen Kreises auszutauschen. In Möhnesee treffen sie unter anderem mit dem Bundestagsabgeordneten Bernhard Schulte-Drüggelte zusammen und tauschen sich über die landwirtschaftliche Produktion aus. Epirus verfügt zwar über hervorragende landwirtschaftliche Produkte, wie beispielsweise die geräucherten Käsesorten Metsovone, doch werden diese Produkte überregional nur unzureichend vermarktet. Ein Fachgespräch im Haus Düsse wird daher das Thema Direktvermarktung ländlicher Produkte in den Vordergrund stellen.

Am Anschluss folgt ein Zwischenstopp in Arnsberg. Beim Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) will sich die Delegation über die regionale Wirkung des Ehrenamts für den Wandertourismus in Südwestfalen informieren. Hiernach informiert der Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur, Hubertus Winterberg, den Prozess der Regionsbildung und die Strukturen der Zusammenarbeit anhand des Zusammenschlusses der fünf Landkreise der Region.

In Schmallenberg, der nächsten Station, wird Projektleiterin Susanne Falk über das Regionalprojekt „Wege zum Leben“, gesprochen, da ein ähnliches Projekt in Griechenland im Entstehen ist. Hier gibt es gemeinsame Ansatzpunkte im Bereich des Spirituellen Tourismus. Mit der Veranstaltungsreihe und dem Netzwerk des „Spirituellen Sommers“ wurde in Südwestfalen bereits ein sehr erfolgreiches Angebot entwickelt, das die Delegation näher kennenlernen möchte. Tourismusdirektor Hubertus Schmidt wird den Gästen anschließend den Aufbau und die Aufgaben der Kur- und Freizeit GmbH Schmallenberg erläutern. Tourismusorganisationen sind in Griechenland nicht so etabliert wie in Deutschland.

Neben Tourismus und Landwirtschaft ist das Thema Hochschulkooperationen ein weiterer Schwerpunkt im Rahmen der Gespräche. Andreas Fotopoulos, Vize-Rektor der Universität Ioannina, wird im Gespräch mit Professor Susanne Leder und Professor Dr. Martin Botteck über Möglichkeiten einer Partnerschaft mit der Hochschule Südwestfalen sprechen. In Meschede steht abschließend der Besuch der Abtei Königswinter mit anschließendem Rundgang durch Pater Abraham Fischer OSB auf dem Programm. Nach all den Fachgesprächen und Diskussionen wird eine Rothaarsteig-Wanderung zusammen mit Harald Knoche stattfinden, um auch in Praxis der Wegevermarktung in Südwestfalen erleben.

Vielleicht kann mit dem einen oder anderen Ratschlag aus Südwestfalen der Tourismus in Epirus weiterentwickelt werden und Elemente, wie der „Spirituellen Sommer“, oder ein herausragender regionaler Wanderweg entwickelt werden.

 

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