Kleine Reise in die Vergangenheit

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Landfrauen zu Gast im Alten Forsthaus Rehsiepen

Text und Fotos: Ursel Schöne

IMG_8675Kaum eine Menschenseele verirrt sich in die Nähe des Alten Forsthauses. Zwischen den Wäldern und Wiesen liegt es, wie es sich für ein Forsthaus gehört – gut in die Landschaft eingebettet, als hätte es schon immer dort gestanden.

Bärbel Michels, Inhaberin und Bewohnerin des Forsthauses, begrüßt die 14 Landfrauen aus dem KreislandFrauenverband Hochsauerland zu einer Führung des denkmalgeschützten Hauses und warnt gleich zu Beginn: „Wenn ich zu sehr ins Schwärmen komme, müssen Sie mich unterbrechen.“

Für sie und ihren Mann ist hier ein Traum in Erfüllung gegangen, das merkt man sofort, als sie erzählen beginnt. Gebürtig aus Homberg am Niederrhein, hatte das junge Ehepaar Michels einen gemeinsamen Traum vom Leben im Grünen. Nach einem Umweg über das Wittgensteiner Land und Laasphe, wo Peter Michels eine Stelle bekommen hatte, entdeckten sie 1971 die Anzeige über den Verkauf des Forsthauses. Bärbel Michels war sofort Feuer und Flamme und „wollte nur mal gucken“.IMG_8668

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Bei einem Besuch des geschichtsträchtigen Hauses in seiner einzigartigen Lage war es sofort Liebe auf den ersten Blick. Michels reichten ein Angebot ein, dann noch ein zweites, weil die Angst zu groß war, das Haus nicht zu bekommen. Sie erhielten den Zuschlag. Durch Erhalt und Wiederaufbau im Laufe der Jahre gelang es ihnen schließlich, das Haus wieder in seinen ursprünglichen Aufbau von 1884 zu versetzen und wurde auf ihren Wunsch 1990 in die Denkmalliste der Stadt Schmallenberg eingetragen. Da Bärbel und Peter Michels keine Kinder hatten, gründeten sie schließlich eine Stiftung, die den Erhalt des Hauses sowie des Grundstücks in seiner historischen Form gewährleisten sollte.

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Es war ein kleines Abenteuer, das sich die jungen Leute aus der Stadt, vom Leben auf dem Land keinerlei Vorstellung, vorgenommen hatten. Aber die Leidenschaft, die Bärbel und Peter Michels für ihr Haus aufbrachten, machte vieles möglich. Heute dürfen die Landfrauen nicht nur den selbstgelegten Steinboden im Fischgrätenmuster, das rustikal eingerichtete Haus und die alte Mangel bewundern, sondern auch den perfekt angelegten Bauerngarten bewundern. Fachmännische Ratschläge werden zu beiden Seiten hin ausgetauscht.

IMG_8666Zwischendurch stärken sich die Frauen bei Kaffee und Kuchen im Backkeller. In gemütlicher Runde schauen sie sich die Alben mit den alten Fotos zu Menschen und Landschaft an, die Frau Michels im Laufe der Jahre gesammelt und geordnet hat. Bärbel Michels hat sich den Blick von außen all die Jahrzehnte über bewahrt und konnte die Besonderheiten der Vergangenheit in ihren Fotoalben daher gut herausstellen. „Ach, das kenne ich auch“, ist öfter zu hören. Erinnerungen an alte Zeiten werden wach, vieles kommt den Frauen bekannt vor. Vor allem die kratzigen, selbstgestrickten Wollstrümpfe sind in (nicht besonders guter) Erinnerung geblieben…

Erfüllt von vielen Geschichten und Anekdoten ging der gemeinsame Nachmittag für die Landfrauen nun zu Ende. Und der nächste Ausflug ist auch schon geplant.IMG_8730

Kommentare

  1. Margit Kruse meint:

    Liebes WOLL-Team,
    ein toller Bericht mit herrlichen Fotos. Das Forsthaus ist wirklich ein Traum. Nicht umsonst spielt dort einer der 11 Krimis meines neuen Buches „Wer mordet schon im Hochsauerland“,

    Liebe Grüße Margit Kruse

  2. Eva abu Zahra meint:

    Hallo,
    ich lese gerne die Nachrichten aus der Alten Heimat, Sauerland, in dem es mir als Jugendliche viel zu eng war. Nun im Alter, kommen immer wieder viele schöne Erinnerungen an längst vergangene Dinge und Zeiten. Es ist schön, dass es den WOLL Verlag gibt, von dem ich fast alles habe. In meiner Küche hängt das Plakat mit den Sauerländer Redewendungen, hin und wieder flechte ich einen in Gesprächen mit meinen österreichischen Freunden ein, die eine große Freude daran haben. Ich möchte mich für Ihre schöne Arbeit bedanken und bleibe der alten Heimat innig verbunden.
    Mit herzlichem Gruß
    Eva Abu Zahra geb. Kathol aus Fretter
    seit 47 Jahren in Österreich lebend.

    • WOLL-Magazin meint:

      Hallo, Frau Abu Zahra,

      über Ihre lieben Worte freuen wir uns und bedanken uns sehr dafür. Bleiben Sie Ihrer alten Heimat gewogen. Herzliche Grüße
      Hermann-J. Hoffe

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