Wie der Generationenwechsel gelingen kann

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Alexandra Weißenfels-Seemer und Julia Seemer ziehen nach einem Jahr erste Bilanz

 

Alexandra Weißenfels-Seemer und Julia Seemer

Alexandra Weißenfels-Seemer und Julia Seemer

Gelungener Generationswechsel made in Wenholthausen: Im vergangenen Jahr haben die Schwestern Alexandra (32) und Julia (30) den Landgasthof Seemer von ihren Eltern Christiane und Eduard Seemer übernommen. Ein Schritt, den die beiden jungen Frauen nach vielen Jahren der Aus- und Weiterbildung im In- und Ausland bewusst gewählt haben. Unter ihrem Leitbild „Heimatglück“ wird das Haus aus dem Jahr 1536 nach und nach renoviert. Wie der Wahlspruch schon sagt, wird dabei ganz bewusst die Tradition neu interpretiert und in den Vordergrund gestellt. Das beginnt bei der Einrichtung im gesamten Haus und reicht vom Speisen- und Getränkeangebot mit regionalen Produkten bis zur Bekleidung des Teams.

 

Was du nicht willst, was man dir tu …

Nicht unbedingt traditionell ist das Konzept, mit dem die beiden Inhaberinnen arbeiten: Im Business-Plan, den die Schwestern vor der Übernahme ausgearbeitet haben, stehen Mitarbeiterführung, Qualitätsmanagement sowie die punktgenaue Ansprache der Zielgruppen im Vordergrund. „Wir haben damit die Möglichkeit, mehr AM als IM Unternehmen zu arbeiten“, freuen sich die beiden. „Das schafft zusätzliche Zeit, uns auf die Weiterentwicklung unseres Betriebes zu konzentrieren.“ Zum Beispiel hat jedes Teammitglied, die Unternehmensführung sowie die Senior-Chefs eine Hauptaufgabenliste. Damit weiß jeder genau, was er zu tun hat. „Es gibt kein Kompetenzgerangel und wir schauen regelmäßig, ob´s passt.“ Die Aufgabenliste habe zudem den Vorteil, dass bei Ausfällen keine Aufgabe vergessen wird und Vertretungen definiert seien.

Landgasthof Seemer in Wenholthausen

Landgasthof Seemer in Wenholthausen

 

Der schöne Biergarten lädt an Sauerländer Sonnentagen ein

Der schöne Biergarten lädt an Sauerländer Sonnentagen ein

Alle vier bis sechs Wochen trifft man sich zum Teammeeting. „Das hat den Vorteil“, betont Alexandra, „dass alle immer auf dem gleichen Stand sind. Uns ist gute Kommunikation wichtig.“ Dabei haben die Mitarbeiter Mitspracherecht. „Jeder bringt einmal im Monat ein Ideenblatt ein. Das müssen nicht immer die großen Aktionen sein.“ Manchmal seien es schon Kleinigkeiten, die einen besseren Arbeitsablauf ermöglichen oder das Wohl der Gäste verbesserten. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter gleichzeitig Mitunternehmer sind, die eigenverantwortlich arbeiten. So bleibt unser Betrieb immer im Wandel. Bei uns steht das Sprichwort: Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“ im Vordergrund. Mitarbeiter, Gäste sowie Lieferanten und Partner bekommen das zu spüren“, sind sich die Seemer-Schwestern einig.

 

Kompetente Partner an der Seite

Modernes Führungskonzept in einem Traditionsunternehmen – ein Spagat, der nur schwer zu schaffen ist? Für Alexandra Weißenfels-Seemer und Julia Seemer nicht, wohl eher eine Herausforderung, die den beiden Frauen auch mit kompetenten Partnern gelingt. Allen voran natürlich die Eltern. „Für uns ist das ein großer Glücksfall, unser Unternehmen weiter wachsen zu sehen und in guten Händen zu wissen“, sagt Eduard Seemer. „Gern stehen wir mit Rat und Tat zur Seite, helfen, wo wir können, freuen uns aber auch sehr über die neu gewonnene Zeit“, ergänzt Ehefrau Christiane Seemer.

Bei der Übergabe des Geschäfts von den Eltern half IHK-Seniorberater Udo Heuer. Er ist auch weiterhin am Erfolg des Unternehmens interessiert. Gemeinsam mit Steuerberater Christian Walter und Rechtsanwalt Bernd-Dieter Pheiler, beide aus Eslohe, wurden die notwendigen Verträge ausgearbeitet, bei denen alle Senioren und Junioren sowie die dritte Schwester Franziska Seemer, die nicht im Unternehmen tätig ist, bedacht wurden. Die Volksbank Reiste-Eslohe ist die regionale Bank im Boot.133_DSC6497

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