Musik als Dolmetscher der Nationen

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Der Blick von der Bühne

Der Blick von der Bühne

Am heutigen Tag begann unsere Konzertphase, in Omiya. Dort durften wir unser Programm einem gefüllten Konzertsaal, der Citizen Hall, präsentieren. Das Konzert wurde zusammen mit dem Familiy Winds Orchestra und unserem neu gewonnenen Partnerorchester Omiya City Community Band (OCCB) gestaltet. Schon die Anreise nach Omiya war spektakulär und aufregend. Die Metro ist in der Rushhour sowieso sehr gefüllt, doch wenn dort ein 67 köpfiges Orchester samt Instrumenten noch Platz finden will, ist absolutes Gedränge nicht umgänglich. Dicht an dicht wurde dem Umfallen vorgebeugt, da jegliche Bewegung schier unmöglich war. So war auch das Ein, Aus- und Umsteigen des gesamten Orchesters jedes Mal ein Erlebnis. Doch auch sowas will mal in Erfahrung gebracht werden und gehört nun mal zu Japan.

Der Dirigent von OCCB

Der Dirigent von OCCB

Den Sauerstoffmangel wieder ausgeglichen, machten wir uns auf den Weg in das Konzerthaus. Dort wurden wir erneut herzlichst willkommen und konnten alles, wie die vorigen Tage auch, perfekt vorbereitet entgegennehmen, so standen zum Beispiel auch kleine Snacks und Getränke für uns bereit. OCCB hat keine Kosten und Mühen gescheut, sodass unter anderem jeder ein angefertigtes Namensschild bekam. Darauf der Name in Deutsch und Japanisch, oder auch das neu entworfene Programmheft mit deutschen Anekdoten, wie zum Beispiel den Bremer Stadtmusikanten und dem Kölner Dom. Überall war die Gastfreundschaft und Freude der Gastgeber zu spüren. Dank dieser Umständen wuchs die Vorfreude auf das Präsentieren des eigenen Programms, sowie das Zusammenspielen mit OCCB immer mehr.

Der Hikawa-Schrein

Der Hikawa-Schrein

Vor dem Konzert bekamen wir die Möglichkeit einer Generalprobe und konnten so den Saal kennenlernen. Westfalen Winds und die Omiya City Commnity Band hatten sich schon vor langer Zeit auf drei Werke geeinigt, die sie dem Publikum gemeinsam vortragen wollen. Somit wurde die Gemeinsamkeit der Musikalität und der damit verbundenen Freundschaft weitergehend unterstrichen. Auch hier war es ein einmaliges Erlebnis mit ungefähr 140 Musikern wunderschöne Musik zu spielen und zu erleben. Wir trugen gemeinsam Stücke aus der jeweiligen Heimat vor, von uns den Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“, dirigiert von Ulrich Schmidt (Dirigent von Westfalen Winds). Um die Ehre, die wir hatten hier spielen zu dürfen und den Respekt vor diesem Land zu verdeutlichen, wagten wir uns an eine japanische Folksong Suite „Warabe Uta“, welche von dem Dirigenten der OCCB dirigiert wurde. Durch den direkten Vergleich, stellte sich der Unterschied der westlichen und asiatischen Kultur besonders deutlich heraus, dies aber in keinem Fall negativ. Der nicht endende Applaus wurde zum Schluss mit dem Marsch „Alte Kameraden“ gestillt. Doch auch währenddessen bleib das motivierte Publikum nicht ruhig und klatschte überraschender Weise eifrig mit.

Erster Vorsitzender Martin Fuchs mit Dirigent von OCCB bei der Urkundenvergabe

Erster Vorsitzender Martin Fuchs mit Dirigent von OCCB bei der Urkundenvergabe

Nach dem Konzert besichtigten wir, vor dem offiziellen Empfang der OCCB, in einem Restaurant, einen weiteren Shinto-Schrein, den Hikawa-Schrein. Im Restaurant wurden wir eingeladen und mit Herzlichkeit und kleinen Geschenken überhäuft, sodass wir aus dem Staunen nicht mehr herauskamen und uns fragen, wie wir dies je ausgleichen können. Wir feierten das gemeinsame Konzert, aßen zusammen, tauschten Kontakte aus und hörten zwei Auftritte des Schlagzeug- und Horn- und Trompetensatzes Westfalen Winds. Außerdem überreichten sich beide Orchester feierlich die Urkunde, die die entstandene Partnerschaft begründet und festhält.

Die Begeisterung dieses Landes und der Menschen hier ist kaum in Worte zu fassen und Westfalen Winds ist sehr glücklich dies alles erleben zu dürfen. Besonderer Dank gilt vor allem Yukari Kaneko (Trompeterin von Westfalen Winds), die stets, als gebürtige Japanerin, den Kontakt herstellte, uns als Dolmetscherin und in mancher kniffligen Situation mit Rat und Tat zur Seite stand. Außerdem danken wir dem Auswärtigen Amt und Goethe Institut für die freundliche Unterstützung dieser Konzertreise.

Nun sehen wir mit einem lachenden und weinenden Auge auf den morgigen Tag. Auf das kommende und letzte Konzert in Kazo City, in der Stadt, in der auch unser Hotel steht, freuen wir uns natürlich sehr. Doch ist es gleichzeitig auch der Abreisetag, sodass wir abends das Land der aufgehenden Sonne, mit vielen neuen kulturellen Eindrücken, Erlebnissen und Erinnerungen leider wieder verlassen müssen.

Westfalen Winds und Omiya City Community Band

Westfalen Winds und Omiya City Community Band

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