St.Cyriakus Berghausen: Meisterwerk der mittelalterlichen Kunst

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Ostermontag ist in der Pfarrkirche nach Renovierungsarbeiten wieder Gottesdienst

_MG_4257Die Pfarrkirche St. Cyriakus in Berghausen bei Schmallenberg zählt ohne Zweifel zu den wertvollsten erhaltenen Bauwerken des Mittelalters in ganz Westfalen. (siehe auch Wikipedia). Bekannt ist die Kirche insbesondere durch die Innenbemalung. Diese stammt zu einem großen Teil aus der Entstehungszeit der Kirche(1200 bis 1220). Die Fresken waren übermalt und wurden erst 1936 wiederentdeckt und dürften von auswärtigen Künstlern geschaffen worden sein. Die Malerei gilt unter Fachleuten als Meisterwerk mittelalterlicher Kunst.

Nach monatelangen Renovierungsarbeiten wird das Gotteshaus für die Mitglieder der Kirchengemeinde St. Cyriakus in Berghausen bei Schmallenberg am Ostermontag wieder geöffnet. Der Kirchenvorstand der Gemeinde unter ihrem Vorsitzenden Georg Sommer und Architekt Günter Müller aus Winterberg gaben vorab schon einen ersten Einblick in das in neuem Licht erstrahlende Innere der alten Pfarrkirche. „Bereits 2010 wurde mit den Planungen für die Renovierung begonnen, doch erst im Januar des vergangenen Jahres konnte mit den Arbeiten begonnen werden“, so Günter Müller. Die Kosten für die aufwendige Renovierung und die Entscheidung darüber, wer diese zu tragen hat, verzörgerten immer wieder den Beginn. Außerdem kamen im Laufe der Renovierung immer wieder neue Herausforderungen auf die Verantwortlichen zu. Georg Sommer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes ist daher froh, dass die Arbeiten nun beendet sind und St. Cyriakus wahrlich im neuen Licht erstrahlt. Denn nicht nur die wertvollen Malereien in der Pfarrkirche wurden gesäubert, auch bekam die Kirche eine neue LED-Beleuchtung und eine von Sensoren gesteuerte Raumbelüftung. Dazu wurde das Prospekt der Orgel neu gestaltet. Alles in allem haben die Renovierungsarbeiten 475.000 Euro gekostet, einen Betrag, den die kleine Kirchengemeinde St. Cyriakus selbst natürlich nicht aufbringen konnte. Georg Sommer: „Vom Erzbistum in Paderborn kommen 271.000 Euro, aus dem Bundesförderprogramm für Kulturdenkmäler 130.000 Euro, vom Land NRW 10.000 Euro von der Hannah Bals-Stiftung 9.000 Euro, so dass 55.000 Euro von unserer Gemeinde aufgebracht werden müssen.“ Hierzu hat sich ein Förderverein gebildet, der die Aufgabe übernommen hat, das Geld zusammenzubekommen.

Neuer Eingang und Taufbecken an neuem Platz

_MG_4279Im Zuge der Renovierungen wurde aus verschiedenen Gründen ein zusätzlicher Eingang  im hinteren Bereich der Kirche geschaffen. Dort, wo bis 1851 schon eine Tür war, wurde der neue Eingang gebrochen. Dadurch musste für das Taufbecken ein neuer Platz direkt vor dem Chor am Altar gefunden werden. Der neue Eingang war erforderlich, da Kirchen einen „besuchbaren Bereich“ haben müssen, der getrennt vom übrigen Kirchenraum durch eine abschließbare Tür, für Besucher begehbar sein muss. So gelangt man jetzt nicht mehr von der Seite, sondern von hinten in die Pfarrkirche St. Cyriakus. Ebenfalls bekommt die historische Orgel im Rahmen der Renovierungsarbeiten ein neues Gesicht. Sie wirkt jetzt nicht mehr so wuchtig und überladend wie bisher und passt sich dem Kirchenraum und der Größe der Orgelbühne an.

Ganz besonders froh sind Architekt Günter Müller und der Kirchenvorstand über die neue LED Beleuchtung. Gegenüber den früheren Jahren wirkt der Kirchenraum wesentlich freundlicher und heller. Dem Besucher erschließen sich die einzigartigen Malereien hinter dem Altar und unter der Decke in neuem Licht und bieten den Betrachter einen wunderbaren Blick auf die fast achthundert Jahre alten Kunstwerke. Um diese großartigen Kunstwerke zu erhalten, wurde eine Sensor gesteuerte Belüftung in die Kirche eingebaut, um die Luftfeuchtigkeit im Bereich von 50 bis 70 % zu halten. Denn nur dann können sich Schimmepilze nicht vermehren, die in der Vergangenheit die Kunstwerke angegriffen haben sowie andere chemische Reaktionen vermieden werden, die ebenfalls schädigend für die Malereien sind. Die Temperatur in der Kirche wird durch Heizung und Lüftung bei 16° gehalten, was einerseits für die Kunstwerke gut ist und zum andern auch den Kirchenbesuchern noch eine angenehme Temperatur bietet. Georg Sommer: „Unsere Kirche ist in erster Linie  für die Mitglieder unserer Gemeinde da, um Gottedienste zu feiern und Einkehr zu halten. Darüber hinaus freuen wir uns über die zahlreichen Besucher aus Nah und Fern, die sich besonders für die einzigartigen Malereien und den romanischen Kirchenbau interssieren“.

Architekt Günter Müller aus Winterberg erläutert die Besonderheiten der Malerei in der Pfarrkirche St. Cyriakaus.

Architekt Günter Müller aus Winterberg erläutert die Besonderheiten der Malerei in der Pfarrkirche St. Cyriakaus.

In wenigen Tagen öffnet St. Cyriakus wieder seine Türen und lädt dann nicht nur an den Sonn- und Festtagen die Menschen zum Besuch und zum Gottedienstfeiern ein.

Georg Sommer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes und Architekt Günter Müller sind stolz auf die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit

Georg Sommer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes  (links) und Architekt Günter Müller sind stolz auf die in den vergangenen Monaten geleistete Arbeit

 

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