Kredit aufnehmen – ohne Stolperfalle

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Kredite sind eine gute Möglichkeit, ohne jahreslanges Sparen an eine größere Summe Geld zu gelangen. Für größere Anschaffungen oder kurzfristige Ausgaben sind sie überaus praktisch. Allerdings sollte man beim Abschluss eines Kredites genau hinschauen und nicht zu viele Kredite auf einmal aufnehmen.

Überall werden Verbraucher mit niedrigen Zinsen oder gar Null-Prozent-Finanzierungen gelockt. Da unterschreibt man schnell einmal mehr, als man es sich eigentlich leisten könnte. Oder man übersieht, dass der vermeintlich günstige Kredit einen Haken hat.

Die beliebten Null-Prozent-Finanzierungen für Möbel oder Elektrogeräte sind häufig an eine Restschuldversicherung gekoppelt. Diese Versicherung übernimmt die restlichen Schulden, wenn der Kreditnehmer durch Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Tod dazu nicht mehr in der Lage ist. Das ist bei Krediten für einen Hausbau oder den Autokauf durchaus sinnvoll. Beim Fernseher, Kühlschrank oder dem neuen Sofa treiben die Versicherungsbeiträge die Gesamtkosten jedoch deutlich in die Höhe. In diesen Fällen ist es günstiger, auf die Null-Prozent-Finanzierung zu verzichten und einen Kredit mit niedrigen Zinsen ohne Restschuldversicherung aufzunehmen.

Größere Anschaffungen nicht überstürzen

Wer ein Auto oder ein Haus kaufen möchte, sollte sich die Zeit nehmen, verschiedene Angebote zu vergleichen. Die Kreditsumme ist hier deutlich höher und die Laufzeit wesentlich länger, als bei kleinen Krediten für Gebrauchsgegenstände. Bei den Immobilienkrediten hängen Zinsen und Laufzeit eng mit dem vorhandenen Eigenkapital zusammen. Oftmals profitieren solvente Kunden von besonders niedrigen Zinsen. Wer nur wenig Eigenkapital vorweisen kann, muss ein paar Prozente mehr einplanen. Entscheidend ist zudem die Tilgungsrate. Experten raten dazu, von Beginn an eine höhere Tilgungsrate zu wählen. Liegt die Tilgungsrate bei zwei oder drei Prozent statt bei einem, zahlt man zwar monatlich mehr, spart aber über die gesamte Laufzeit.

Benötigt man nicht nur einfach so Geld, sondern plant damit eine ganz konkrete Anschaffung, sollte man einen zweckgebundenen Kredit wählen. Ein typisches Beispiel für diese Art von Kredit ist der Autokredit. Bei einem zweckgebundenen Kredit sind die Konditionen in der Regel günstiger als bei nicht zweckgebundenen Krediten. Beim Autokredit etwa sichert sich die Bank über das Auto als Finanzierungsgegenstand ab. Der Kredit ist damit besichert. Solche Kredite sind bei Direktbanken wie der Norisbank zudem noch günstiger.

Finger weg von schufafreien Krediten

Gerade für Autokredite oder gar die Baufinanzierung sollten Verbraucher nicht auf schufafreie Kredite zurückgreifen. Unseriöse Anbieter nutzen die Not der Kunden aus, um selbst Profit zu machen. Mit zusätzlichen Versicherungspolicen, überzogenen Gebühren und teuren Beratungshotlines ziehen sie ihren Kunden das Geld aus der Tasche. Wer aufgrund eines negativen Schufa-Eintrags keinen weiteren Kredit bekommt, sollte lieber Kontakt zu einer Schuldnerberatung aufnehmen, statt sich mit einem weiteren Kredit noch mehr Schwierigkeiten einzuhandeln.

Kredite sind zwar durchaus sinnvoll, doch wer zu viele abschließt, übernimmt sich eventuell finanziell und ist dann überschuldet. Das betrifft in Deutschland immerhin rund 6,67 Millionen Privatpersonen über 18 Jahren.
Daher sollte man sich bei jedem Kredit ein paar Fragen stellen: Wie dringlich ist die Anschaffung? Brauche ich sie wirklich? Welche finanziellen Mittel können dafür ganz realistisch aufgewendet werden?

Nur wer am Ende des Monats tatsächlich noch genügend Geld für die Kreditrückzahlung übrig hat, sollte diese Finanzierungsform wählen.

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