„So macht Kirche Spaß!“

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Robin und Ramona Wrede im Gespräch mit Katie Grosser

Unsere WOLL-Redakteurin Katie Grosser hat in der aktuellen WOLL-Ausgabe die Mescheder Initiative ‚“New Ground“ vorgestellt. Zu Beginn des Jahres 2014 haben sich in Meschede jungen Menschen mit dem Ziel zusammengefunden, gemeinsam etwas in der Kirche und im Glauben zu bewegen. Heute veröffentlichen wir das Interview, das Katie Grosser mit zwei der Initatoren geführt hat.

Robin und Ramona Wrede Robin (18) und Ramona (15) Wrede sind Geschwister und kommen aus Meschede. Robin ist seit April 2014 bei der Initiative New Ground dabei. Er nahm am Kneipengottesdienst in der Mescheder Rockkneipe Tröte teil und wurde danach von Mitinitiator Dirk Lankowski angesprochen, ob er nicht Lust habe mitzuwirken. Seine Schwester Ramona stieß ein halbes Jahr später, nach einem Gottesdienst in Meschede-Remblinghausen, dazu. WOLL trifft die Geschwister gemeinsam zum Interview.

Katie: Robin, Ramona, ihr beide seid nun schon eine Weile bei New Ground dabei. Was hat euch dazu motiviert mitzumachen?

Ramona: New Ground versammelt nette Leute in einer netten Gemeinschaft. Da kann man Kirche mal anders machen und ich hab sofort gemerkt: So macht Kirche Spaß! Außerdem spiele ich in der Band Querflöte und kann so mein großes Hobby einbringen.

Robin: Ich kenne die meisten Leute, die im Orga-Team sind. Als ich zu meinem ersten Gottesdienst in die Tröte gegangen bin, hatte ich keine großen Erwartungen. Sogar als ich im Planungsteam begonnen habe, wusste ich noch immer nicht so recht, was mich erwartet. Ich war dann überrascht, wie gemeinschaftlich es ist, eine Messe zu planen. Man erlebt Kirche einfach von einer ganz anderen Seite.

Ramona: Es ist alles persönlicher.

Katie: Seid ihr denn vorher oft in die Messe gegangen, in der „normalen“ Kirche?

Robin: Ich nicht so oft.

Ramona: Ich war bis vor Kurzem noch Messdienerin, da bin ich natürlich häufiger gegangen. Aber jetzt nehme ich nur noch an den New-Ground-Messen teil.

Katie: Übernehmt ihr bestimmte Aufgaben bei New Ground?

Ramona: Anfangs habe ich nur Querflöte in der Band gespielt. Aber seit Anfang des Jahres bin ich auch im Orga-Team dabei. Als kreativer Kopf sozusagen.

Robin: Ich bin auch im Orga-Team, aber ohne bestimmte Aufgabe. Jeder macht dort eigentlich das, was er am besten kann. Wir arbeiten sehr selbstständig beim Planen und machen alles selbst. Ich habe zum Beispiel auch mal eine Fürbitte geschrieben – gar nicht so einfach!

Ramona: Wir schreiben auch selbst Geschichten für die Gottesdienste. Das Krippenspiel für die Weihnachtsmesse im Stall hat beispielsweise Almuth Ewers geschrieben. Man kann seine Kreativität richtig ausleben.

Robin: Und man hat die Möglichkeit, einfach mal etwas auszuprobieren, was man vorher noch nie gemacht hat. Dieses Jahr möchte ich auch noch anfangen, in der Band E-Gitarre zu spielen. Es müssen nur noch die Lieder ein bisschen mehr eingeübt werden.

Katie: Wie groß ist denn eure Band?

Robin: So zehn bis fünfzehn Leute kommen da zusammen, je nachdem, wer alles da ist.

Ramona: Wir haben drei Sänger, Leute an der Gitarre, eine Geige, eine Cajón.

Katie: Also sehr vielseitig! Wie wichtig ist denn die Musik bei New Ground?

Ramona: Die Musik macht alles lockerer.

Robin: Die Worship-Songs passen besser zur heutigen Zeit.

Ramona: Wir spielen auch englische Lieder, nicht nur deutsche. Insgesamt ist alles ein bisschen flotter, als man es aus dem normalen Gottesdienst kennt.

Katie: Was ist denn euer Lieblingslied?

Robin und Ramona: „Sing Halleluja unserm Gott“.

Katie: Was ist für euch an New Ground ganz besonders?

Robin: Die Gemeinschaft. Wir leben den Glauben gemeinsam. Gemeinsam meistern wir auch alle Herausforderungen, vor die wir gestellt werden, wenn wir beispielsweise die Messen organisieren. Dieses gemeinsame Lösen der Probleme ist etwas ganz Besonderes.

Ramona: Man steht bei New Ground nie alleine da.

Katie: Was war euer bisheriges Highlight bei New Ground?

Robin: Schwere Frage! Ich kann da auch, ehrlich gesagt, keine richtige Antwort drauf geben. Jedes Event ist besonders. Der Kneipengottesdienst in der Tröte war beispielsweise sehr besinnlich. Und als wir in der alten Veramed-Klinik eine Messe gemacht haben, waren wir völlig überwältigt vom Ansturm der Leute. Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet. Und in Remblinghausen gegen Ende des Jahres habe ich dann zum ersten Mal jemanden aus meiner Stufe im Gottesdienst gesehen, der nicht zum Kommen aufgefordert wurde, sondern einfach aus Interesse erschienen ist. Dass New Ground so viel Anklang findet, ist super.

Ramona: Ich bin ja erst seit Ende des vergangenen Jahres dabei, fand es aber sofort schön zu sehen, wie die Leute mitmachen. Und als Weihnachten der Stall rappelvoll war, war das einfach überwältigend.

Katie: Was würdet ihr euch für New Ground in Zukunft wünschen?

Robin: Eigentlich kann es genauso weitergehen!

Ramona: Es gibt eine Stammgruppe, die zu jeder Messe kommt, und es wäre schön, wenn das weiterhin so bleibt.

Robin: Mal sehen, wie es mit mir selbst nach dem Abi im nächsten Jahr weitergeht. Ich möchte dann schon versuchen, wenn die Zeit es erlaubt, aus der Ferne aktiv zu bleiben. Aber wenn es so etwas Ähnliches dann auch am Studienort gibt, warum dann nicht da mitmachen? Es ist die gleiche Sache, oder zumindest sehr ähnlich. Man lebt dann eben mit anderen Leuten den Glauben genauso weiter, lernt sie dann neu kennen, bildet neue Gemeinschaften.

Katie: Der Glaube und die Gemeinschaft stehen bei New Ground im Vordergrund. Was bedeutet der Glaube für euch persönlich?

Ramona: Glaube heißt für mich Unterstützung. Wenn man in schwierigen Situationen ist, dann betet man mehr.

Robin: Wenn man über den Glauben mit anderen redet und sich austauscht, dann entdeckt man etwas Neues. Man lernt viel daraus. Vor allem lernt man, mit anderen Leuten friedfertiger umzugehen.

Katie: Und im Alltag?

Ramona: Der Glaube begleitet den Alltag. Er führt die Menschen zusammen und bringt Gemeinschaft.

Robin: Man bemerkt den Glauben vielleicht nicht unbedingt immer. Es ist eine schwierige Frage, was genau der Glaube ist. Man hat ein Bild im Kopf, aber weiß gar nicht unbedingt, wie man das in Worte bringen soll.

Katie: Zum Abschluss – gibt es noch etwas, was euch besonders wichtig ist?

Robin: Jeder ist bei uns willkommen, das ist ganz wichtig. Jeder kann im Planungsteam mitmachen, aber jeder kann auch erst einmal zum Gottesdienst kommen und sich ein Bild von New Ground machen.

Ramona: Und wir sind immer offen für neue Ideen!

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