Eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne – Teil 1

Print Friendly

Bald ist es soweit. Das Blasorchester Westfalen Winds steht in den Startlöchern und bereitet sich auf den Abflug nach Japan vor. Über Erwartungen, Wünsche und bereits bestehende Eindrücke berichten uns in den nächsten Wochen drei Musiker der Westfalen Winds in kleinen Interviews. Los geht es mit Ulrich Schmidt:

Ulrich SchmidtWOLL: Herr Schmidt, wie kommt man als Dirigent zu den Westfalen Winds?

Schmidt: Ich bin seinerzeit, für mich sehr überraschend, darum gebeten worden, Westfalen Winds vertretungsweise für ein Jahr zu leiten. Es ist ein wenig länger geworden…

WOLL: Wo sehen Sie mögliche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zwischen japanischen und deutschen Orchestern?

Schmidt: Dazu kann ich nur Mutmaßungen anstellen, da ich bislang noch keine Gelegenheit hatte, ein japanisches Orchester kennenzulernen. Ich weiß allerdings, dass Blasorchester in Japan stärker im Schulwesen verankert sind als in Deutschland. Daher ist die besondere Kultur der sinfonischen Blasorchester in Japan recht gleichmäßig im Land verbreitet. In Deutschland ist die Verteilung dagegen regional sehr unterschiedlich. Tendenziell kann man von einem Süd – Nord – Gefälle sprechen; im Süden ist die Blasorchesterszene getragen durch großes Engagement in der Vereinsarbeit sehr stark, im Norden hingegen etwas schwächer verbreitet.

WOLL: Zehn Tage werden Sie in Saitama, einer Stadt in der Nähe von Tokio, bleiben. Wie sieht Ihre Reiseplanung aus?

Schmidt: Wir haben das große Glück, dass wir durch eine japanische Mitspielerin unmittelbaren Kontakt zur Fudouoka Highschool und dem sinfonischen Blasorchester Omia City Community Band aufnehmen konnten. So stehen neben einigen Ausflügen ein Workshop mit den Schülerinnen und Schülern der Fudouoka Highschool und zwei Konzerte in Zusammenarbeit mit der Omia City Community Band auf unserem Programm.

WOLL: Welche Stücke aus Ihrem Repertoire werden Sie mit auf die große Reise nehmen?

Schmidt: Das Programm ist ausgehend von dem Gedanken entstanden, unsere eigene musikalische Kultur mit Werken deutscher Komponisten zu präsentieren und die Wertschätzung gegenüber der japanischen Musiktradition ergänzend dazu mit dem Werk eines japanischen Komponisten zu dokumentieren. So spielen wir, neben einem Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Kompositionen von Rolf Rudin, Thiemo Kraas und Hiroshi Ohguri.

WOLL: Haben Sie Hoffnungen, Wünsche oder Erwartungen an die Zeit im Land der aufgehenden Sonne?

Schmidt: Meine große Hoffnung ist, dass wir, trotz der kurzen Zeit, die wir in Japan sein werden, durch den Kontakt zu unseren Gastgebern einen Eindruck der japanischen Kultur bekommen, der auf unseren persönlichen Begegnungen beruht und dadurch, mit ein wenig Glück, etwas tiefer geht. Vielleicht ermöglicht uns das Zusammentreffen mit den japanischen Musikerinnen und Musikern, mehr als nur den Eindruck des äußeren Scheins mit nach Hause nehmen zu können.

WOLL: Vielen Dank!

Steckbrief:

Alter: 44

Instrument: Orchester 😉

 

 

 

Deine Meinung ist uns wichtig

*