Briefliche Verführungskünste

Print Friendly

Wie die Schmallenbergerin Gerda Heimes den Schriftsteller Werner Helwig kennen und lieben lernte

Von Carina Middel

Werner HelwigDas Kreuz ist von Efeu umrankt. Der Name auf dem Grabstein lässt sich nur auf den zweiten Blick erkennen. Und doch ist es keines jener vergessenen Gräber, von denen niemand recht weiß, um die sich keiner mehr kümmert – ein Grablicht und rosa Blüten zeugen von zarter Erinnerung. Hier, auf dem Wormbacher Friedhof, liegt seit 1985 Werner Helwig begraben. Als Autor von Romanen, Erzählungen und Lyrik, als freier Journalist renommierter Zeitungen und Zeitschriften (FAZ, Neue Rundschau, Rheinischer Merkur und andere), als Essayist und
Verfasser zahlreicher Rezensionen und Porträts machte er sich einen Namen. Seinerzeit populär war der Roman „Raubfischer in Hellas“. Seine Werke wurden in rund 30 deutschsprachigen Verlagen veröffentlicht.
Geboren wurde der Schriftsteller 1905 – allerdings nicht in Wormbach, sondern in Friedenau bei Berlin. Was ihn ins Sauerland verschlug? Es war die Liebe. Besser gesagt: die briefliche Verführungskunst einer jungen Schmallenbergerin. 1957 – Gerda Heimes war gerade einmal 15 Jahre alt – schrieb die Schülerin dem 52-jährigen Schriftsteller einen Brief. Sie bat darin um ein
Foto für einen Artikel über seine Bücher, den sie für die Schülerzeitung verfasst hatte. Das war der Beginn einer langen und regen Brieffreundschaft, die immer wieder von mehrjährigen Pausen unterbrochen wurde. Helwig war zu jener Zeit verheiratet, hatte zwei Söhne. 1980, zwei
Jahre nach dem Tod seiner ersten Ehefrau, kam es zwischen Gerda und Werner zu einer ersten Begegnung. Machten beiderseitige Freiheitsliebe und der enorme Altersunterschied eine Liebesbeziehung anfangs auch schwer, so gelang doch gleich die gemeinsame Arbeit an Helwigs
Texten. Daher arbeiteten, reisten undlebten die beiden schließlich zusammen.

Am 17. November 1981 schließlich heiratete das ungleiche Paar, der Berliner und die Schmallenbergerin, der 76- und die 39-Jährige. Am Standesamt in Schmallenberg. Die
Eltern der Braut, die einige Jahre jünger waren als der neue Schwiegersohn, wurden Trauzeugen. Als Werner Helwig 1985 in Thônex bei Genf starb, wurde er auf eigenen Wunsch dort begraben, wo er in späten Jahren noch einmal die große Liebe fand: in Wormbach bei
Schmallenberg im Sauerland.

CoverGerda Heimes Schwester, Ursula Prause, hat in diesem Jahr eine „nachgetragene Autobiografphe“ über den Dichter Werner Helwig herausgegeben. Bis zum Ende des Jahres gibt es das Buch noch zum Subskriptionspreis von 29,80 EUR. Danach kostet es im Laden 39,80 EUR.

Werner Helwig: Eine nachgetragene Autobiographie – Herausgegeben von Ursula Prause

ISBN 978-3-943245-23-3

Subskriptionspreis bei Direktbestellung beim
Verlag bis zum 31.12.2014 € 29,80 plus Versandkosten
Ladenpreis ab 1. Januar 2015 € 39,80

edition lumière
Elke Ehlers
Scharnhorststraße 26
28211 Bremen
www.editionlumiere.de/bestellen.php

 

Deine Meinung ist uns wichtig

*