Die Unlogik unseres Gesundheitssystems

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Beitrag von Andreas Krämer
 

Das deutsche Gesundheitssystem ist zwar weltweit aufgrund seiner Leistungsfähigkeit angesehen und einige Staaten kopieren unser Modell sogar aber dennoch hat es seine Nachteile. Die jährlichen Kosten belaufen sich den Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge mit Stand 2012 auf 300,4 Milliarden Euro (https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Gesundheitsausgaben/Gesundheitsausgaben.html) und zählt basierend auf den diesen Zahlen zu den teuersten Gesundheitssystemen der Welt.

Ds Gesundheitssystem ist zum Teil unlogisch aufgebaut und diese Unlogik bekam ich bereits zu spüren.  Ich verschlucke Wörter, rede zu schnell und stottere manchmal. Dieses Sprachproblem welches mir privat wie beruflich Probleme bereitet, wollte ich endlich in den Griff bekommen.  Im Jahr 2010 bereits wollte ich einen Antrag bei meiner Hausärztin stellen für eine Sprachtherapie bei einer Logopädin. Sie konnte mir aus Budgetgründen keine Verordnung ausstellen, schickte mich zu einem HNO-Arzt nach Altenhundem und dieser wiederum zu einem Kollegen nach Attendorn.

Der Attendorner HNO-Arzt entschied mich zur HNO-Abteilung einer Klinik im hessischen Marburg mit mehrtägigen stationären Aufenthalt zu entsenden. Auf meine Erklärung bezüglich meiner Selbstständigkeit und dass er doch nun mein Sprachproblem festgestellt habe, reagierte er nicht und stellte mir eine Überweisung für die Klinik aus. Ich fuhr nicht nach Marburg, da mir dies alles ein zu hoher Aufwand bezüglich Kosten und Zeit gewesen wäre. Da ich ein Schreibbüro habe, hätte ich unmöglich mehrere Tage Klinikaufenthalt haben können, denn in der Zeit hätte ich ja kein Geld verdient. Ich besitze keinen Führerschein und muss daher mit Bus & Bahn fahren, was einen sehr hohen teuren Zeitaufwand bedeutet je nachdem wohin man fährt.

Logopädin in Grafschaft hat Problem erkannt!

Logopädin in Grafschaft hat Problem erkannt!

Ein Jahr später telefonierte ich mit einer Logopädie in Grafschaft und bekam tatsächlich nach dem Wechsel des Hausarztes eine Verordnung für zehn Sprachstunden. Danach erhielt ich noch einmal zehn Stunden. Im Jahr 2013 nochmal zwanzig und im aktuellen Jahr nur zehn Stunden, da sich mein Hausarzt jetzt überraschend querstellte und nun verlangt dass ich zu einem Mescheder HNO-Arzt fahre.
Ich könnte die Wände hochspringen, so sehr ärgere ich mich über diese Unlogik und das „Doppel Gemoppel“ unseres Gesundheitsystems. Warum? Fakt ist, die Logopädin hat genau mein Sprachproblem festgestellt aber leider gilt ihr Dokument nichts, da Sie keine Ärztin ist. Nur die Bestätigung eines HNO-Arztes erkennt die Krankenkasse an. Dafür soll ich also jetzt extra nach Meschede fahren, mit dem vermuteten Ergebnis dass mich der HNO-Arzt genauso wie sein Attendorner Kollege für mehrere Tage in eine (teure) Fachklinik schicken möchte? Ich fühle mich gegängelt, da der Befund durch die Logopädin feststeht und eine doppelte oder dreifache Bestätigung durch irgendeinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt nicht erforderlich ist. Die Krankenkassen sollten ihre Verordnungspraxis intensiv überprüfen, um eine Gängelung zu vermeiden. So eine Praxis zeichnet sich mitverantwortlich für die rapide steigenden Gesundheitskosten, weil alles doppelt und dreifach überprüft oder festgestellt werden muss.

Wozu dieser Artikel? Ich wollte meinem Ärger einfach mal Luft machen und auf die Unlogik des Gesundheitssystems verweisen. Vielleicht können Sie ja von ähnlichen Erfahrungen berichten.

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