„Adventskalender aus 100 Jahren“ – Ausstellungseröffnung am kommenden Freitag

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Adv.kal.47 B 383c_klein„Adventskalender aus 100 Jahren“ heißt die Ausstellung des Museums Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin, die im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz vom 29. November 2014 bis 11. Januar 2015 im Westfälischen Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen, zu sehen ist. Die Ausstellung, in der über 200 Kalender aus der Sammlung des Museums Europäischer Kulturen gezeigt werden, lädt dazu ein, verschiedene Facetten der Adventskalender und die Geschichte seiner Verbreitung kennen zu lernen.Adv.kal.Christkind_klein

Gedruckte Adventskalender gibt es erst seit etwa 100 Jahren. Die Ausstellung beginnt mit den „Blättern für den Adventsbaum“, einem Vorläufer unserer Adventskalender, und zeigt dann die ersten gedruckten Kalender des Münchner Verlages Reichhold & Lang. Der Pfarrerssohn Gerhard Lang (1881-1974) gilt als eigentlicher „Erfinder“ der Adventskalender. 1903 ersann er den ersten Weihnachtskalender „Im Lande des Christkinds“, dessen ältester erhaltener Druck in der Ausstellung zu sehen ist. Mit seinem Verlag Reichhold & Lang spezialisierte er sich ganz auf Weihnachtskalender und brachte ab 1908 mehr als 30 von namhaften Illustratoren gestaltete Kalender heraus. In den 1920er Jahren hatten bereits mehrere deutsche Verlage Adventskalender in ihrem Programm. Seit den 1930er Jahren erschienen Adventskalender auch in Schweden und Dänemark, und allmählich breiteten sie sich in ganz Europa aus, zuerst in evangelischen Regionen, später auch in katholischen Gegenden.

Adv.kal.D; 47 B 507; 582-1986Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Druck von Bildkalendern als „kriegsunwichtig“ eingestellt. Nach 1945 trugen dann amerikanische Besatzungssoldaten zur Verbreitung der Adventskalender auch in den USA bei. Die Produktion orientierte sich nun zunehmend am internationalen Markt, und die Bildkalender wurden allmählich von schokoladengefüllten Kalendern abgelöst. Die Adventszeit – ursprünglich eine Fastenzeit – wurde so zu einer Zeit der süßen Versuchungen.

Einen besonderen Aspekt der Ausstellung bilden die von „volkseigenen“ Verlagen der DDR herausgegebenen Kalender. Obwohl hier nichts auf den christlichen Ursprung des Festes hinwies, bot z.B. der Planet-Verlag Berlin ein erstaunliches Spektrum gut gestalteter Kalender an.

Eine Auswahl gefüllter- und zur Werbung genutzter Adventskalender rundet die Ausstellung ab.
Die Ausstellung wird am 28. November 2014 um 17.00 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Elisabeth Tietmeyer, Direktorin des Museums Europäischer Kulturen, eröffnet.

 

Fotos: © Staatliche Museen zu Berlin, Museum Europäischer Kulturen / Ute Franz-Scarciglia

 

Begleitprogramm zur Ausstellung:

Sonntag, 30. November 2014, ab 14.00 Uhr: „Ihr Kinderlein kommet“ – Ein Tag für die kleinen Gäste
Um 14.00 und 16.00 Uhr Adventskalender-Mitmachkonzerte für Kinder und Erwachsene mit dem Musiker Uwe Lal
Um 15.00 Uhr kommt der Nikolaus ins Museum!

Sonntag, 7. Dezember 2014, 11.00 Uhr
Buchvorstellung: Die Autorin Bärbel Michels und die Lektorin Carina Middel präsentieren das Buch „Weihnachten im Sauerland“ aus dem W.O.L.L. Verlag

Mittwoch, 10. Dezember 2014, 19.00 Uhr
Vortrag: Eine sinnliche Reise durch die Kulturgeschichte des Weihnachtsfestes
Christiane Cantauw M.A., Volkskundliche Kommission für Westfalen, Münster

Samstag, 13. Dezember 2014, 14.00 – 17.00 Uhr
Für Kinder: Kreatives Basteln zum Weihnachtsfest mit Hannelore Schneider

Sonntag, 14. Dezember 2014, 14.30 Uhr
Führung durch die Ausstellung mit Bärbel Michels
Öffnungszeiten vom 29.11.2014 bis 11.01.2015:
Mittwoch, Freitag, Samstag: 14.00 – 17.00 Uhr
Sonntag: 10.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 17.00 Uhr

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