Geschenke-Chaos beginnt schon im November

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WOLL-Teddy PaarDie Deutschen haben dazugelernt. Statt sich an den Adventssonntagen durch die überfüllten Einkaufsmeilen zu drängeln, beginnt ein Großteil der Bundesbürger bereits im November, nach interessanten Geschenke-Schnäppchen Ausschau zu halten. Gut 60 Prozent der Deutschen fangen bereits zwei Monate vor Heiligabend mit den Weihnachtseinkäufen an, weitere 25 Prozent nutzen die Adventszeit. Zu den Last-Minute-Kandidaten gehören lediglich 15 Prozent – unter diesen meist Unentschiedene und gestresste Workaholics.

Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Agentur Goldmedia Custom Research im Auftrag des App-Anbieters Gettings. Insgesamt wurden 1.100 Erwachsene im Rahmen einer repräsentativen Erhebung befragt. Die Antworten der Umfrageteilnehmer lieferten interessante Einblicke in das Kaufverhalten zur Weihnachtszeit. So zum Beispiel in die Inspirationsquellen für Geschenkideen. Hier liegen vor allem Angebote und Rabattaktionen vorn. Rund 27 Prozent der Befragten gaben an, durch solche Maßnahmen Geschenkideen zu entwickeln. Mit 31 Prozent greifen vor allem Männer zu preisreduzierten Präsenten – bei Frauen waren es nur 23 Prozent. Ebenfalls beliebt: Zeitschriften. Gut ein Viertel der Deutschen findet passende Weihnachtspräsente beim Durchblättern eines Magazins.

Online-Shopping setzt Filialhandel unter Druck
Spannend wird zur Weihnachtszeit zudem der Wettstreit zwischen Filialhandel und Internetgeschäft. Immer mehr Menschen nutzen die bequemen Shopping-Möglichkeiten im World Wide Web und kehren dem stationären Handel den Rücken. Dieser sieht einer düsteren Zukunft entgegen. Bis zu 50.000 Geschäfte müssten in den nächsten fünf bis sechs Jahren um ihre Existenz bangen, ließ der Handelsverband Deutschland (HDE) verlauten. Der Verband kritisiert vor allem die strenge Regulierung der Ladenöffnung, die vor dem Hintergrund zunehmend schärfer werdenden Wettbewerbs nicht mehr haltbar sei.

„Die Regulierung der Betriebszeiten gibt es für keine andere Branche in Deutschland“, beanstandet Kai Falk, Geschäftsführer des HDE. Während Online-Händler wie Geschenkidee.de ihren Kunden rund um die Uhr mit Weihnachtsschnäppchen zur Verfügung stehen, müssen sich Geschäfte, Warenhäuser und Shopping-Center an Ladenöffnungszeiten halten, die je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen. „Der HDE wendet sich gegen den Flickenteppich beim Ladenschluss, der die Verbraucher verwirrt“, so Falk. Verbraucherschützer hingegen bezweifeln, dass uneingeschränkte Öffnungszeiten zu den gewünschten Umsätzen führen werden. Ver.di-Handelsexperte Ulrich Dalibor rechnet mit einem verstärken Verdrängungswettbewerb, dessen Leittragende letztendlich die Beschäftigten seien.

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