Arbeiterlieder von Brecht bis Bob Dylan

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Hätte man Kohle....

Hätte man Kohle….

Eine musikalische Werkschau zur Arbeiterbewegung wurde im Rahmen des Festivalverbundes „Live in den Fabrikskes“ am gestrigen Samstag, 18. Oktober 2014, im DampfLandLeute MUSEUM ESLOHE geboten. Lag es am Titel „DampfArbeiterBlues“ oder an dem schönen Spätherbst-Abend, dass nur eine überschaubare Zahl von Musikinteressierten den Weg ins Museum gefunden hatten? Verdient hätte das Programm eine volle Halle. Und wer nicht da war, hat tatsächlich etwas verpasst.

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Oliver Augst

Unter dem Titel „Hätte man Kohle“ waren am Nachmittag Kinder eingeladen ,sich unter der Leitung der Pädagogin Cornelia Koch aus Arnsberg spielerisch mit der Bergmannsarbeit auseinanderzusetzen. Ein imposanntes „Kohle-Gemälde“ ist das beeindruckende Ergebnis dieser löblichen Kinderarbeit. Der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese lenkte in seiner Ansprache den Blick auf einen der Väter der Arbeiterbewegung, den 1817 in Eslohe geborenen  Carl Wilhelm Tölcke. Und der Knappenchor Consolidation aus Gelsenkirchen sang in beeindruckender Weise alte Bergarbeiterlieder.

Danach erlebte das MUSEUM ESLOHE eine bemerkenswerte Arbeiterlieder-Vorstellung mit Liedern von Brecht und Eisler durch Oliver Augst (Gesang), Marcel Daemgen (Laptop/Elektronik) und Jörg Fischer (Drums). So hatte wohl kaum einer bisher die Arbeit und das Arbeiterlied gehört. Betörend, laut, eindringlich und überraschend anders. Das war in jeder Weise hörens- und sehenswert.

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Ulrich Rützel am Saxophon

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How many Roads mit Singer/Songwriter Mox R. Koch

Die Arnsberger Formation „How many Roads“mit Singer/Songwriter Mox R. Koch bot anschließend eine einzigartige Bob Dylan-Show der Extraklasse. Ulrich Rützel aus Wenholthausen, der das Konzept der Veranstaltung entwickelt hat und die künstlerische Leitung des Abends inne hatte, zeigte zwischendurch mit der Band, wie Rockmusik im Geiste George Orwels Romans „1984“ klingt.  Mit dem Pete Seeger Jahrhundertsong „We shall overcome“; dem Lied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und wenn man so will, auch das Lied des „einfachen Mannes “ von der Straße klang die musikalische Werkschau zur Arbeiterbewegung im DampfLandLeute MUSEUM ESLOHE aus.

Wer den Abend verpasst hat, und doch vielleicht noch einen Eindruck mitbekommen möchte, kann sich im Museum die neue, permanente Klanginstallation „Stadt der 1000 Feuer -rattata schnatta – wummer wummer knack“ – eine Wort-Klangschaft zum Thema Arbeit von Oliver Augst und John Birke über Kopfhörer anhören.

 

 

 

Epilog:

„DampfArbeiterBlues“ ist die logische Weiterführung der Klanginstallation „Stahl und Eisen bricht, …“ aus dem Jahre 2013, die ja die Klänge der Herstellung großer stählerner Maschinen und deren künstlerische Verarbeitung zum Inhalt hatte. Im Zusammenwirken von Erfindungsgeist, Unternehmertum, Politik und Arbeitskraft wurde der Bau dieser Maschinen ermöglicht. (Ulrich Rützel)

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