Lesen, bis die Schwarte kracht

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Autor Michael Martin auf der Frankfurter Buchmesse

Messe 6Donnerstag, 9. Oktober 2014. Der Bahnstreik ist überall vorbei, außer im Sauerland. Von Werdohl aus ist nach Norden Schienenersatzverkehr, nach Süden Pustekuchen. Wie komme ich denn jetzt nur rechtzeitig zu meiner Buchpremiere nach Frankfurt? Was passiert, wenn das Nobelpreiskomitee auf den WOLL-Stand kommt und keiner ist da, um die Nominierung für „Rock’n’Roll war woanders – Eine Jugend in der Sauerländer Schlagerhölle“ entgegenzunehmen? Hilferuf beim WOLL-Verlag in Schmallenberg: Autor in Not! Eine knappe Stunde später pickt mich das WOLL-Messeteam vor dem Werdohler Bahnhof auf. „Lass knacken, Alter!! Wir sind spät dran.“ Heike schaltet den Turbo ein und ich fühle mich erleichtert, schließlich möchte ich Komitee und Weltpresse nicht enttäuschen. Dass wir dann doch zu spät kamen, lag nicht an Heike, dem Turbo oder der Bahn, sondern an Rainers Käsebrötchen. Sein „Hier müssen wir rechts ab!“ klang durch den Schalldämpfer aus Vollkorn und Gouda eher wie „Hrmümfab“. Falsche Ausfahrt, kein Navi an Bord, rein ins Vergnügen. Als wir den Stand endlich nass geschwitzt erreichen, sind Presse und Nobel-Honoratioren natürlich schon weg. Schade, jetzt wird bestimmt wieder ein auswärtiger Kritzelkasper seine Schwarte vergoldet bekommen und schuld daran ist nur das Käsebrötchen, so ein Mist.

Hier tobt der Bär: Am WOLL-Stand in Halle 3.1

Hier tobt der Bär: Am WOLL-Stand in Halle 3.1

Da auch alle meine Fans beide nicht konnten, bleibt wenigstens Zeit, sich gründlich umzusehen. Ich war beruflich schon auf vielen Messen, Hannover, München, Berlin, Birmingham und auch auf der IAA in Frankfurt. Die Buchmesse ist vergleichsweise nicht so der Knüller. Während Industrie, Softwarefirmen oder die Tourismusbranche es auf ihren Leitmessen visuell und showtechnisch richtig krachen lassen, präsentieren sich die meisten Verlage vor überdimensionierten Billyregalen, an die ein paar Poster gepappt wurden. Entweder geht es der Branche schlecht, oder man hat am Standbau gespart, um den Autoren mehr zahlen zu können. Spaß beiseite: In der Verlagsbranche knirscht es. E-Books, stagnierende Umsätze, hohe Kosten, Titelschwemme, die Klageliste ist lang. 2013 sind in Deutschland 81.919 neue Titel in Erstauflage erschienen, da fühlt sich der Leser wie bei EDEKA vorm 10-Meter-Joghurt-Regal: restlos überfordert. Entsprechend erschöpft taumeln Tausende von Leseratten durch die riesigen Hallen und finden vor lauter Schwarten kein Buch mehr. Stattdessen schleppen sie tonnenweise Infomaterial von dannen und finden dann nach zwei Stunden Anreise und langer Standsuche heraus, dass Hape Kerkeling seinen Auftritt leider absagen musste. Darauf einen Dujardin.

Etagenweise Leseratten

Etagenweise Leseratten

Dabei wäre das Ganze so einfach! Sie alle hätten am Donnerstag nur zum Stand H65 in Halle 3.1 kommen müssen, denn dort fand auf dem Stand des WOLL-Verlags der leicht verspätete Hauptevent des Tages, die öffentliche Hochhaltung meines neuen Buchs „Rock’n’Roll war woanders. Eine Jugend in der Sauerländer Schlagerhölle“ statt. Mehr wird hier noch nicht verraten, ich bastle gerade an einem Video dazu. Aber auch ohne Film- und Presseunterstützung wurden meine Sauerländer Kurzgeschichten mit Musik schon nach wenigen Stunden überall auf der Messe geschmökert.

Überall schon zu sehen. Das neue Buch von Michael Martin: Rock'n'Roll war woanders.

Überall schon zu sehen. Das neue Buch von Michael Martin: Rock’n’Roll war woanders.

Auch prominente Schriftsteller rissen sich um „Rock’n’Roll war woanders“, hier der glückliche Starautor Peter Prange, der für einen gebürtigen Altenaer übrigens wirklich überraschend gut schreibt.

WOLL-Autor Michael Martin links und Erfolgsautor Peter Prange auf dem WOLL-Stand.

WOLL-Autor Michael Martin links und Erfolgsautor Peter Prange auf dem WOLL-Stand.

Sein aktuelles Buch „Ich, Maximilian, Kaiser der Welt“ ist im Fischer Verlag erschienen und mindestens so gut wie meins. Auf jeden Fall ist es dicker. Fazit: Wer keine Zeit hat, nach Frankfurt zu fahren, verpasst hier auch nichts. Die besten Bücher kann man sich auch online beim woll-onlineshop.de bestellen, Peters Buch ist überall im Handel erhältlich und meins habt ihr ja eh alle auf dem Wunschzettel für Weihnachten, woll?

 

 

 

 

 

 

Messe 5

Voll die Halle, woll!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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