Gefährliches Spielzeug – Infoveranstaltung in der Kita

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Wenn Spielzeug ausdünstet / Gefährliche Weichmacher waren Thema in der Kita Heilig Geist in Schmallenberg / Dr. Peter Liese informierte über europarechtliche Regelungen

Paderborn, 5.9.2014 (cpd) – Was ist eigentlich dran an beunruhigenden Meldungen über gesundheitsschädliche Stoffe in Spielzeug? Und wie können wir die uns anvertrauten Kinder schützen? Wie erkennt man Unterschiede zwischen gutem und schlechtem Spielzeug? Um Fragen wie diese ging es bei einer Diskussion in der Kindertagesstätte Heilig Geist in Schmallenberg. Als kompetenter Ansprechpartner stand Erzieherinnen, Elternrat und Träger-Vertretern der Kita gGmbH Hochsauerland-Waldeck der Europaabgeordnete und Kinderarzt Dr. Peter Liese zur Verfügung.

PM Weichmacher in Spielzeugen - Kita Heilig Geist SchmallenbergAls Mitglied und Koordinator im EU-Ausschuss für Umweltfragen, öffentliche Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab er Auskunft zur bestehenden EU-Spielzeugrichtlinie sowie über die Entwicklung eines europäischen Siegels für Sicherheit. Diese werde aber noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Eigentlich müsse jedes Produkt den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, betonte Liese. Die Hersteller stünden mit sogenannten Konformitätserklärungen dafür ein. Darüber hinaus gebe es die strengeren GS- und TÜV-Siegel. Um etwa das GS- Siegel für „Geprüfte Sicherheit“ anbringen zu dürfen, müsse der Hersteller das Spielzeug von einer zugelassenen Prüfstelle untersuchen und jährlich überwachen lassen. Allerdings gebe die häufige Fälschung von Prüfsiegeln Anlass zur Sorge. Da seien die Bundesländer in der Pflicht, die Spielzeuge schon beim Import zu überprüfen. Liese sprach sich in diesem Zusammenhang für verbindliche strengere Überwachungsvorgaben aus. Aus Reihen des Elternrates wurde angeregt, die Hersteller von Spielzeug stärker in die Pflicht zu nehmen und eine Kennzeichnung analog zu Lebensmittelampeln oder Zigarettenwarnhinweisen zu verlangen. Diesem Vorschlag begegnete Dr. Peter Liese allerdings skeptisch.

Die Kindertagesstätte Heilig Geist beschäftigt sich in einem Projekt mit der Verschmutzung der Umwelt durch Plastik. Das Motto lautet: „Liebe Erde, ich beschütze Dich (und ich tu es auch für mich)“. Als Ergebnis hat die Kita schon erste Konsequenzen gezogen, berichtete die Leiterin Stefanie Biermann: „Plastikspielzeug, das geruchlich ausdünstet – was ein Hinweis darauf sein kann, dass es gesundheitsschädliche Stoffe beinhaltet – wurde aussortiert und entsorgt.“ Die Kinder testen derzeit Sandspielzeug, das nicht aus Plastik mit gesundheitsschädlichen Weichmachern besteht, auf seine Belastbarkeit und Brauchbarkeit. Und mit dem Leiter des Forstamtes Oberes Sauerland, Hans von der Goltz, ist verabredet, nach Spielzeugalternativen aus Holz Ausschau zu halten.

Die Bemühungen der Kita finden nun auch überregionale Anerkennung: Die Kita Heilig Geist wurde eingeladen, die Ergebnisse ihres Projektes am 22. Januar im Rahmen eines Fachtages beim Diözesan-Caritasverband in Paderborn vorzustellen. Das Thema des Fachtages: „Weichmacher in Spielzeug ade! Auf der Suche nach Alternativen!“

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