Patient aus Schmallenberg mit ungewöhnlichem Tumor gerettet

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Eine außergewöhnliche Nachricht erreicht uns soeben aus dem Klinikum Dortmund. Da sie einen Bürger aus unserer Region betrifft und alle Infos und Fotos zur Veröffentlichung freigegeben sind, möchten wir Ihnen diese Meldung nicht vorenthalten.

Patient wurde als Notfall mit drei Litern Blut im Bauchraum eingeliefert
78-Jähriger ist wohlauf: Radiologen lassen bösartigen Tumor in der Leber „verschwinden“

Dieter Neumann aus Schmallenberg

Dieter Neumann aus Schmallenberg

Ein Tumor in der Leber galt lange Zeit als Todesurteil. Noch dazu, wenn er – wie bei Dieter Neumann – zentral im Organ lag und damit eigentlich nicht mehr zu operieren war. Doch der 78-Jährige aus Schmallenberg im Sauer-land hatte Glück im Unglück: Drei Monate, nachdem er als Notfall per Hub-schrauber ins Klinikum Dortmund eingeflogen wurde, ist auf den Röntgen-Bildern von seinem einst zehn Zentimeter großen Tumor in der Leber nichts mehr zu sehen. Die Ärzte geben Entwarnung, Dieter Neumann kann es im-mer noch nicht fassen. „Da bin ich dem Sensemann wohl von der Schüppe gesprungen“, sagt er freimütig. Dabei sah es zunächst sehr bedrohlich aus.
Anfang Februar 2014 war er mit drei Litern Blut im Bauchraum per Helikopter eingeflogen worden. Der Tumor hatte die Leber derart angegriffen, dass ein Ge-fäß beschädigt war, aus dem nun Blut ungehindert floss. „Ich hatte lange Zeit nicht gemerkt, wie schlimm es um meine Leber stand. Eine Leber jammert ja nicht, sie meldet keine Schmerzen“, sagt Neumann. In seiner Heimat Schmallen-berg war ihm seinerzeit nur plötzlich etwas schlecht geworden, kurz danach brach er dann zusammen.
Die Radiologen stoppten die Blutungen, indem sie beim Patienten über die Arte-rie in der Leiste einen dünnen Katheter bis in die Leber hochschoben. „Wir haben dann über diesen Katheter die Stelle zunächst einmal verschlossen“, erklärt Dr. Jens-Christian Altenbernd, Sektionsleiter Interventionelle Radiologie in der Klinik für Radiologie, seit Dezember 2013 unter anderem zuständig für alle interventio-nellen onkologischen Verfahren in der Radiologie. Dr. Altenbernd war zuvor hauptverantwortlich für radiologische Interventionen an der Universitätsklinik Es-sen. Der Tumor von Dieter Neumann war mit dem ersten Eingriff allerdings nur „antherapiert“, denn das Hauptziel war in der Notfallsituation, die Blutung zu stil-len. Sechs Wochen nach dem Noteingriff erfolgte dann eine Spezialbehandlung der Krebszellen mit einem Chemotherapeutikum – wieder gezielt per Katheter.

Der behandelnde Arzt Dr. Jens-Christian Alternbernd

Der behandelnde Arzt Dr. Jens-Christian Alternbernd

„Natürlich kann man einen solchen Tumor auch mit einer klassischen Chemothe-rapie systemisch behandeln, aber dabei gerät eben der ganze Körper in Mitlei-denschaft, was gerade bei älteren oder geschwächten Patienten aufgrund der Nebenwirkungen ungünstig ist. Deshalb empfiehlt es sich, die Chemo-Therapie lokal auf die Leber zu begrenzen und dort dann höher konzentriert wirken zu lassen“, sagt Dr. Altenbernd. Je nach Therapie können die Radiologen im Klinikum Dortmund sogar Trägerpartikel in der Leber platzieren, die gleichmäßig über ei-nen längeren Zeitraum den Therapie-Wirkstoff abgeben.
Dr. Altenbernd bremst jedoch allzu große Euphorie. „Der Tumor ist damit nun aber nicht komplett weg, er ist nur insgesamt so klein, dass er im Röntgenbild nicht mehr darstellbar ist und nicht mehr therapiert werden muss. Das Tumorge-webe ist ausgehungert, blutleer und stirbt ab, aber es ist noch in der Leber. Wir kontrollieren das jetzt regelmäßig. Und wenn es doch wieder größer werden soll-te, können wir wieder gezielt therapieren“, sagt Dr. Altenbernd. „Damit können wir den guten Zustand des Patienten über viele Jahre stabil halten. Dieter Neumann ist glücklich, lobt seinen Arzt über alle Maße. „Der hat sich so viel Mühe gegeben, danke.“

v.l. Prof. Dr. Stefan Rohde (Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie), Dr. Jens-Christian Altenbernd, (Sektionsleiter Interventionelle Radiologie in der Klinik für Radiologie), Assistenzarzt Milen Golchev sowie der Patient Dieter Neumann.

v.l. Prof. Dr. Stefan Rohde (Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie), Dr. Jens-Christian Altenbernd, (Sektionsleiter Interventionelle Radiologie in der Klinik für Radiologie), Assistenzarzt Milen Golchev sowie der Patient Dieter Neumann.

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