Too much Matsch – Teil 3

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Leck mich am Eis! Ich hab ja schon so um die zweihundert Langstreckenrennen auf dem Buckel, aber der Sauerland-Höhenflug-Trailrun am Sonntag gehörte eindeutig zu den muckeligsten. Schon morgens um acht Uhr stand das Thermometer im Mega-Sports-Center in Hagen wadenwickelhoch, kletterte bis zum Start des Halbmarathons auf fast 30 Grad im Schatten, und Schatten war selten.

Höhenflug3 An der Startnummernausgabe traf ich meinen WOLL-Laufkameraden und Mitstratzer Ralf Litera, der sich trotz der frühsommerlichen Hitze ebenfalls für die längste Strecke des Trailruns entschieden hatte und sich vom freundlichen Organisationsteam die kühlsten Wasserstellen rund um Kuhschisshagen zeigen ließ. Wie immer ließen wir uns schon vor dem Rennen gemeinsam auf dem Siegerpodest fotografieren, weil wir als bescheidene Sauerländer nicht so auf den Presserummel und die langen Autogrammstunden nach unseren Triumphen stehen. Später trafen wir am Start das Trailteam Sauerland und entschieden spontan, unseren sympathischen Mitbewerbern ausnahmsweise den Vortritt zu lassen – man muss auch Gönnen können.

Um 10.10 Uhr ging das Rennen los, natürlich gleich mal schön steil bergauf. Nach einer heißen Viertelstunde waren wir endlich auf der Höhe und konnten durch die perlenden Schweißtropfen erste wunderschöne Ausblicke auf die Heimat genießen. Hinter jeder Kurve ein neues Waldpanorama, nach jedem Anstieg ein Traumblick zur Belohnung, so macht Laufen richtich Spässkes. Dazu perfekt organisierte Wasserstationen, gute Streckenmarkierung und jede Menge freundliche Eingeborene mit aufmunternden Sprüchen wie „Boah, hass du ne rote Birne“ oder „Gleich wirz ers richtich steil, woll“. Nach atemberaubenden 18 Kilometern war das Gröbste überstanden und es ging im sanften Bogen bergab in Richtung Ziel. Spätestens da spürte ich das, was man in Läuferkreisen als Runner’s High bezeichnet, ein mentales Hochgefühl oder passender: einen echten Höhenflug.Höhenflug8

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Michael Martin im dekorativen Schützenfest-Look.

Nach 1:54 Stunden war ich im Ziel und musste trotz größter Zurückhaltung im Wettkampf wieder mal aufs Podest: Erster in der Greisenklasse! Ralf brauchte trotz erheblichen Trainingsrückstands nur unwesentlich länger, ein beeindruckender Sieg starker Sauerländer Willenskraft über schwache Materie. Noch schöner als Lauf und Siegerurkunde war allerdings die eiskalte Faßbrause von Veltins, und zwar jede der fünf Flaschen, die mir das geschulte Rehydrations-Personal in rascher Reihenfolge nacheinander mit der Schnabeltasse einflößen musste.

Fazit: Der Sauerland Höhenflug-Trailrun war richtig geil. Obwohl ich mir alle zwei Kilometer eines meiner eiskalten, englischen Matschlöcher zum Reinhüppen gewünscht habe. Nächstes Jahr bin ich wieder am Start, woll.

 

Und hier noch ein paar weiter Impressionen:

Höhenflug2Höhenflug9 Höhenflug7 Höhenflug5_DURST! Höhenflug4_DURST! Höhenflug1

 

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