Zusammenarbeit bringt das Sauerland nach vorne

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20. Tourismustag der IHK Sundern

IMG_8467Es war kein geringerer als der Mundwerker Michael Klute, der am Donnerstag, den zehnten April den 20. Tourismustag in der Sunderner Schützenhalle eröffnete. Mit schottischen Dudelsackklängen zog er die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich und bereitete sie auf das kommende außerdem mit einer kleinen Geschichte vor, bevor er die Bühne dem ersten Redner überließ. Bevor er das tat, verprach er, jedem Referenten mit dem Dudelsack ins Wort zu flöten, der sich nicht kurz und bündig hielt. Klute war es auch, der die diese namentlich mehr oder weniger korrekt ankündigte, stets mit einem Lächeln im Gesicht und einer passenden Anektote in der Hand.

Dr. Stephan Guth, Vizepräsident der IHK Arnsberg und Hellweg-Sauerland, formulierte anschließend einige erste Begrüßungsworte. Vor allem Arnsberg, Siegen und Hagen zog er dabei mit ins Thema des diesjährigen Tourismustages: Die richtige Vermarktung. Die Entwicklung der Region sei nicht nur wichtig für den Tourismus, sondern auch für die dort lebenden Menschen. Gerade das Sauerland profitiere bereits an guten Angeboten in Einzelhandel, Gastronomie, Freizeitgestaltung und ferner auch in der Industrie.

Gastgeber war in diesem Jahr Bürgermeister Detlef Lins und auch dieser hielt einige Begrüßungsworte parat. Vor allem die Schaffung der Seenpromenade am Sorpesee und die Ergebnisse der Regionale 2013 sieht Lins als positive Entwicklung in der Attraktivität des Sauerlandes. Doch auch in den Bereichen Rad-, Wander-, Indoor- und Wintersport kann es sich sehen lassen. Zur weiteren Verbesserung ist  ein Ferienpark Sorpesee geplant. Der stetige Anstieg des Tourismus ist neben der Wirtschaft inzwischen zu einem zweiten Standbein der Region aufgestiegen. Seine Einführung schloss Lins mit folgenden Worten: „Die neue Art der Zusammenarbeit, das gemeinsame Denken und Handeln über die Orte hinaus, müssen wir fortsetzen“.

IMG_8479Vor der nächsten Rede über die aktuelle Tourismuspolitik NRW´s  lockerte Klute die gebannten Zuhörer noch etwas auf, indem er „My Bonnie Lies over the Ocean“ auf einer „Sauerländer Bauernstradivari“, also einer singenden Säge zum Besten gab. Dann durfte Dr. Günther Horzetzky, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW, sich zum Thema Tourismuspolitik äußern.

Dieser sprach zunächst seinen Dank an die Kümmerer und ihre innovativen Ideen aus, allen voran Werner von Buchwald und Herbert A. Dabringhaus, die den Tourismustag ins Leben gerufen hatten. Stolz blickt Horzetzky auf vier Rekordjahre des Übernachtungs-Tourismus zurück, der insgesamt um 14,3 % angestiegen ist. Bei den Wettbewerben Erlebnis NRW und der Regionale 2013 haben insgesamt 1,5 Mio. € vom Land NRW eingebracht. Die Stadt Sundern und der Sorpesee waren mit mehreren Projekten dabei. Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht, da der Druck durch neue Tourismusideen zu groß ist. Vor allem der Naturtourismus und der barrierefreie Tourismus sieht Horzetzky als Stärken, die es auszubauen gilt. Um die Chancen des ländlichen Tourismus auszuweiten, sollen vor allem interkommunale und gebietübergreifende Projekte gefördert werden. Horzetzkys Aufforderung an seine Hörer: „Bleiben Sie am Ball, ziehen Sie am besten gemeinsam an einem Strang und in eine gemeinsame Richtung“.

IMG_8448Nach einer weiteren kleinen Auflockerungsrunde durch Klute mit Hilfe eines Gummibandes und einer weiteren kleinen Geschichte, hatte Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Tourismus NRW e.V. das Wort. Besonders am Herzen lag ihr die Förderung des barrierefreien Tourismus und das hat seinen Grund. Der Demographische Wandel, der allerorts immer deutlicher zu spüren ist, hat bereits dazu geführt, dass ein immer größerer Teil der Touristen Älter und somit auch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Bereits im nächsten Jahr soll es auch für diese durch Kleinigkeiten leichter gemacht werden, den Urlaub genießen oder überhaupt erst antreten zu können. Dabei geht es nicht um großartige Veränderungen im Freizeitangebot, sondern vielmehr um die Entwicklung auf der Komfortschiene, wie etwa ein Check-in auf Augenhöhe für Rollstuhlfahrer und die Schaffung barrierefreier Zimmer. Die ersten 20 Betriebe, die bei diesem Programm mitziehen, können sich kostenlos als barrierefreier Betrieb zertifizieren lassen.  Menschen mit Behinderung steigern den Umsatz. Döll-König fordert daher zur Mitarbeit auf: „Werden Sie First Mover!“

Zum nächsten Redner leitete Klute schließlich kreativ mit der Präsentation seiner Löffel-Polka weiter. Jan-F. Kobernuß, Geschäftsführer der ift Freizeit und Tourismusberatung GmbH in Köln, übernahm daraufhin das Zepter und informierte zum Thema „GastgeberWerkstatt Sauerland – Wie sich die Tourismusbetriebe besser auf neue Herausforderungen einstellen können“. „Vor allem in betriebswirtschaftlichen Fragen melden sich die Betriebe oft viel zu spät“, so Kobernuß.  Frühere und schnellere Beratung ist es, womit er unterstützen möchte. Doch auch die Steigerung der Attraktivität von Tourismusbetrieben sieht er als Muss und Chance für eine Verbesserung des Erfolgs. Daher bot er Beratungen und Coachings an und gab einen kleinen Einblick in seine Beraterdatenbank, in der Gastgeber sich einen Berater nach ihren Bedürfnissen aussuchen können. Wichtig für Kobernuß war vor allem folgende Botschaft: „Arbeiten Sie nicht IN ihrem Unternehmen, arbeiten Sie AN ihrem Unternehmen!“IMG_8491

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Zuhörer stärken konnten, und einer weiteren Geschichte Michael Klutes, stellte Karsten Heinsohn, Bereichsleiter der Tourismusbarometer dwif-Consulting GmbH das neue Tourismusbarometer für Westfalen-Lippe vor. Dieses zeigte, dass die Anzahl der Übernachtungen wieder angestiegen ist und dass die Wirtschaftsentwicklung den Tourismus im Sauerland ebenfalls stark beeinflusst. Vor allem im Bereich Marketing kann und muss noch viel getan werden und auch der Gesundheits- und Aktivtourismus sind zwar stark vertreten, aber noch ausbaufähig. Am aktuellen Tourismuskonzept bemängelte Heinsohn vor allem die Tatsache, dass die Kommunen nicht zusammenarbeiten. Für die Zukunft wünscht er sich eine klare Aufgabenverteilung im Bereich Marketing, und ruft, wie schon seine Vorredner zur Zusammenarbeit auf: „Es muss etwas passieren“.

Der letzte Redner des Tages wurde auch wieder von Michael Klute mit ein paar Flötentönen angekündigt: Locker flockig präsentierte Martin Schmitz einige Wege, sich erfolgreich selbst zu vermarkten. Dabei wurde schnell klar: Marketing ist vor allem Psychologie und findet mehr und mehr über die neuen Medien statt. Der Trend der Online-Buchung hat sich längst bis in die älteren Generationen rumgesprochen. Ein perfekter Hotel-Internet-Auftritt ist das A und O guter Vermarktung. Dazu gehören auch Besucherbewertungen und persönliche Geschichten, die sich inzwischen bewehrt haben. Nach diesem Vortrag schloss Klute schließlich die Veranstaltung.

Das Fazit des 20. Tourismustages in Sundern: Zusammenarbeit bringt das Sauerland als Tourismusregion nach vorne!IMG_8499

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