„RATSENTSCHEID SUNDERN – MUTMACHENDES ZEUGNIS GEGEN VERHARMLOSUNG VON ANTISEMITISMUS“

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Mit 36 Stimmen aus allen im Rat vertretenen Parteien hat das
Kommunalparlament Sundern heute seine Entscheidung von 2013 erneuert,
eine nach dem Nazi-Musiker und Antisemiten Georg Nellius benannte Straße
umzubenennen. Nur aus der insgesamt 6 Mitglieder zählenden FDP-Fraktion
gab es eine Enthaltung – und leider auch eine einsame „Nein-Stimme“
zugunsten einer Fortführung des Straßenschildes „Georg Nellius“.
Das Christine Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe hat mit einer
Internetdokumentation Anfang 2013 eine erste Anregung zur Diskussion
gegeben und vor kurzem eine neue historische Forschungsarbeit zu Nellius
mit herausgegeben.

Archivbearbeiter Peter Bürger erklärt zur Abstimmung in Sundern und zum
nun kommenden Bürgerbegehren:
„Die Stadt Sundern kann stolz sein, dass ihre Politiker mit nur einer
Ausnahme die Grenze aufgezeigt haben: Keinen Straßennamen für einen
Nazi-Musiker und aggressiven Judenfeind. Dass die Bürgerinitiative
>Nelliusstraße bleibt< die neue Studie von Stadtarchivar Michael
Gosmann (Arnsberg), Historiker Werner Neuhaus (Sundern) und mir
offenkundig nicht zur Kenntnis nehmen will, bedeutet der Sache nach eine
erschreckende Verharmlosung von Antisemitismus.

Im Vorfeld des nun notwendigen Bürgerbegehrens gibt es  in Sundern jetzt
aber für alle Parteien, Kirchen, Heimatvereine und gesellschaftlichen
Gruppen die großartige Chance, Zeichen für ein menschenfreundliches
Geschichtsgedächtnis zu setzen. Rassisten können keine Vorbilder sein!
Im Kommunalwahlkampf 2014 wird man sich in vielen Sachfragen streiten.
Doch beim antifaschistischen Konsens waltet in Sundern die Freundschaft
der Demokraten aller Richtungen. Deshalb ist dieser Ratsentscheid eine
Freude für alle Sauerlandpatrioten, die die Geschichte unserer
Landschaft kennen.
In den nächsten Monaten gilt es, über Georg Nellius zu informieren und
wirkliche Heimatvorbilder aus der NS-Zeit vorzustellen. Auch eine
Twitterbotschaft von Arnsbergs Bürgermeister zur Anti-Nazi-Kulturarbeit
ist bedenkenswert: >Zeigt gute Filme gegen das Vergessen!<“

Christine Koch-Mundartarchiv am Museum Eslohe
www.sauerlandmundart.de

 Bild zur Titelseite des neuen Gutachtens (Graphik aus dem Nellius-Werk 64, eingefärbt) Pressekontakt Chr.Koch-Mundartarchiv: Peter Bürger, info@sauerlandmundart.de

Bild zur Titelseite des neuen Gutachtens
(Graphik aus dem Nellius-Werk 64, eingefärbt)
Pressekontakt Chr.Koch-Mundartarchiv: Peter Bürger, info@sauerlandmundart.de

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LINKS ZUM HINTERGRUND

„Georg Nellius (1891-1952). Völkisches und nationalsozialistisches
Kulturschaffen, antisemitische Musikpolitik, Entnazifizierung. –
Darstellung und Dokumentation im Rahmen der aktuellen
Straßennamendebatte.“ Vorgelegt von Peter Bürger und Werner Neuhaus in
Zusammenarbeit mit Michael Gosmann (Stadtarchiv Arnsberg).
Arnsberg/Eslohe 2014.
http://www.sauerlandmundart.de/pdfs/daunlots%2069.pdf

Bürger, Peter: „Juden- und Thomas-Mann-Todfeind“. Der Nazi-Musiker Georg
Nellius kam 1948 fast schneeweiß aus der „Entnazifizierungs“-Waschanlage
heraus. Im Nachlass ist sein antisemitischer Aktivismus dokumentiert.
In: Telepolis, 03.02.2014. http://www.heise.de/tp/artikel/40/40909/1.html

Peter Bürger: „Nellius – immer absurder“. Revisionistische
Erinnerungspolitik – ohne blassen Schimmer von der Geschichte des
kölnischen Sauerlandes, 05.01.2014.
http://www.schiebener.net/wordpress/?p=27351

Kommentare

  1. Ute Berenfänger meint:

    Danke für die tolle unterstützung gegen Nazi-Verbrecher. Wenn wir alle zusammen halten und informieren werden wir es hoffentlich schaffen auch solche Namen in der Öffentlichkeit zu tilgen.
    Ute Berenfänger
    im Rat der Stadt Sundern

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