Kyrill – Erinnerungen an einen Jahrhundertsturm

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Sommer 08 012aGenau sieben Jahre ist es jetzt her, seit ein Orkan das Bild des Sauerlandes erheblich veränderte – an die Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 erinnert sich sicher noch fast jeder.

Der verheerende Europasturm traf Deutschland mit Wucht, insbesondere auch das Sauer- und Siegerland. Etwa 2,4 Milliarden Euro Schaden hinterließ er, dabei fielen 16 Millionen Festmeter in NRW, 4 Millionen davon im Hochsauerland. Allein im Gebiet des Regionalforstamtes Oberes Sauerland wurden 8500 Hektar Wald umgeworfen. Das ganze Ausmaß wurde einem erst nach und nach bewusst.Landschaftsaufnahmen und Kyrill 066a

Die Fichten mit ihren flachen Wurzeln fielen wie Streichhölzer und boten am nächsten Tag ein Bild, das einem anfangs völlig fremd erschien. Die Stromversorgung brach vielerorts zusammen, Wirtschaftswege wurden zerstört, Straßen waren unpassierbar aufgrund umgestürzter oder angebrochener Bäume. Einige Wälder waren lange Zeit nicht begehbar.

Landschaftsaufnahmen und Kyrill 065aGerade wer in unmittelbarer Nähe eines Waldes lebt, kann das besonders bestätigen. Als ich am Morgen des 19. Januar nach draußen sah, kam mir das ganze Landschaftsbild verändert vor. Erst allmählich wurde klar, was passiert war. Der Wald, der kurz hinter unserem Haus in Holthausen beginnt, war weg. Und auch in die andere Richtung war ein ganz anderer Blick auf Schmallenberg möglich. Alles kam einem recht unwirklich vor.Landschaft Mai 017a

Weiter unten im Ort war das kleine Wäldchen rund um die Hagenkapelle weg, alle Bäume lagen kreuz und quer auf dem Weg und auf angrenzenden Grundstücken. Wie durch ein Wunder blieben Menschen und auch die Hagenkapelle unversehrt.

Dennoch kamen während des Sturms und bei den lang andauernden, schwierigen und gefährlichen Aufräumarbeiten einige Menschen ums Leben.

Ein großer Teil der Flächen ist heute, nach sieben Jahren, neu bepflanzt, großteils mit Weihnachtsbaumkulturen. Die anfängliche Sorge, dass der Wildbestand um einen großen Teil zurückgehe, hat sich nicht bestätigt.Spätsommer-Herbst 2013 002a

An einigen Stellen kann man sich auch heute noch ein Bild von den Folgen des Jahrhundertsturms machen. Auf dem Kyrillpfad in Schanze etwa kann man hautnah erleben, mit welcher Wucht der Orkan das Sauerland getroffen hat.Spätsommer-Herbst 2013 020a

Und dennoch kann man dem Sturm auch etwas positives abgewinnen: der Weitblick vielerorts ins Land der tausend Berge gibt unbekannte Anblicke frei und wäre an vielen Stellen so nicht möglich gewesen. An einigen Punkten sind eigens dafür Aussichtsplattformen geschaffen worden. Und auch in der Forstwirtschaft eröffnen sich neue Wege angesichts des weiteren Vorgehens: welche Baumart beispielsweise wie mit anderen gemischt wird, um zu verhindern, dass nochmal solch große Flächen komplett vernichtet werden.

Landschaftsaufnahmen und Kyrill 050aSpätsommer-Herbst 2013 023a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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