Reisebericht Neuseeland – 2. Teil

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Hallo ihr Lieben  

hier nun die, sicherlich sehnlichst erwarteten, Neuigkeiten seit unserem Aufbruch in den wilden Norden…
Das Beste zuerst: Gerade als wir schon dachten, dass wir die letzte deutsche Erinnerung an unsere Heimat, also meine hartnäckige Erkältung, endgültig verlieren würden, hat sie Bine doch noch erwischt.
Aber auch Bine ist inzwischen wieder genesen, so dass wir nur hoffen können, dass wir eventuell noch jemanden hier in Downunder anstecken konnten, so dass unser deutsches Mitbringsel vielleicht noch ein bisschen anhält…aber sicher wissen können wir es natürlich nicht…

…und so ging es ansonsten weiter:

02.01.2014: Unser erstes Ziel sollte Waipu Cove sein, da uns dieser Ort wärmstens von unseren Gastgebern in Auckland empfohlen wurde.
Um nun das Praktische mit dem Angenehmen zu verbinden, wollten wir auf dem Weg dorthin auch gleich noch Bethell´s Beach „abklappern“, da wir auch diesen, sogar schon auf dem Flug ans Herz gelegt bekamen…
da wurden dann auch direkt alle unsere Erwartungen weit übertroffen – Fotos können das einfach nur bedingt wiedergeben:
Neuseeland 2.1 

… und kaum ein Mensch da…IN DER HAUPTURLAUBSZEIT!!!
Neuseeland2.2Wie wird es da wohl außerhalb der Saison aussehen? Ob es wohl eine negative Anzahl von Strandbesuchern gibt? 
Ich finde, von so einem Strand könnte sich die Nordsee mal was abschneiden, wa?

Dann gings weiter nach Waipu Cove, mit zwei kleinen Zwischenstops in Waiwera (wunderschöner Strand, aber im Verhältnis zu Bethell`s Beach regelrecht langweilig)
und Puhoi (einem „historischen“ Ort, …also älter als 80 Jahre) den tatsächlich mal Egerländer aus Böhmen gegründet hatten.
Passend zu den deutschen Wurzeln, war das außergewöhnlichste hier eigentlich dieser, nahezu ebenso historische VW-Bulli:

 Neuseeland 2.3.

Endlich in Waipu Cove angekommen, fanden wir einen wirklich tollen Campingplatz mit ganz wundervollen, äußerst empfehlenswerten und mit 50ct ausgesprochen günstigen warmen Duschen vor, parkten unseren Toyota und testeten zum ersten Mal die Übernachtungsqualitäten unseres Kofferraumes… 
Diese überzeugten mich direkt, wohingegen Bine am nächsten Morgen zunächst einmal, wie schon vorweg erwähnt, meine deutsche Erkältung erben durfte und außerdem über Rückenschmerzen klagte.
Die konnten wir aber glücklicherweise mit kleinen Modifikationen der Schlafstatt nachhaltig beheben…

03.01.2014 – ohne Worte…Waipu Cove:Neuseeland 2.4.

 

Neuseeland 2.5.Auch hier…die schiere Weite dieses Strandes lässt sich auf Fotos einfach nicht wiedergeben (speziell mit denen einer Handykamera…) – was Bine allerdings hier beobachten durfte, erinnerte schon, wären es Deutsche gewesen, ein wenig an Loriot – Gott hab ihn selig:

Zuweilen gestaltet sich ein asiatischer Strandtag komplexer als erwartet – zumindest, wenn man sich eine vermeintliche Strandmuschel zugelegt hat, die dann natürlich zum ersten Mal aufgebaut werden will.
Besonders schwierig ist allerdings der Aufbau dann, wenn sich die Strandmuschel plötzlich als ein handelsübliches 3-Mann-Zelt entpuppt.
Unsere kleine asiatische 5-köpfige 3-Generationen Familie (wobei das jüngste Familienmitglied aufgrund seiner enormen Jugend beim weiteren Fortgang der Geschichte lediglich eine Nebenrolle spielt, die sich im wesentlichen darauf beschränkt, freudig umhertollend Sand auf das im Aufbau befindliche Zelt zu häufen), sah sich, nach forschem Gang zum Strand und Eröffnen der Zeltumverpackung offensichtlich mit einem für sie völlig unerwartetem Inhalt konfrontiert.
Zunächst betrachtete man staunend und etwas ratlos die Zeltplane, wobei man diese mit vereinten Kräften an vier Ecken etwa 10 Minuten lang festhielt.
(Möglicherweise handelt es sich hierbei um ein traditionelles asiatisches Ritual, welches schon seit Jahrtausenden zu Beginn eines jeden Zeltaufbaus begangen wird, und das von uns fälschlicherweise als Ratlosigkeit mißinterpretiert wurde.)
Nachdem dieses Unterfangen den Zeltaufbau in keinster Weise vorangebracht hatte, wurde ein Familienmitglied der wichtigen Aufgabe des Planehaltens entbunden und befasste sich nun eingängig mit der Gebrauchsanweisung. Deren Kisuaheli lenkte die Aufmerksamkeit auf weitere, bisher unbemerkte und für den Zeltaufbau nicht ganz unwesentliche Bauteile.
Ein erster Etappensieg konnte schließlich mit dem Zusammenstecken der ersten Zeltstange errungen werden.
WIE nun diese Stange in die dafür vorgesehenen Schlaufen einzuführen sei, und dass sich die notwendige Krümmung derselben, welche bekanntlich Garant für Form und Stabilität der Konstruktion ist, erst durch das fachmännische Fixieren der Enden ergibt, wurde nach dem try and error Prinzip schließlich erfolgreich ermittelt.
Damit hatte sich ihnen das wesentliche Merkmal des Mysteriums Zeltaufbau erschlossen und konnte für den vollständigen Aufbau des Innenzeltes adaptiert werden.
Spätestens an dieser Stelle zerschlug sich die Hoffnung, eine simple Strandmuschel gekauft zu haben… Denn da war ja noch das Überzelt.
Unsere nunmehr zu Zeltaufbauprofis avancierten Asiaten konnten diese Aufgabe jedoch in Rekordzeit und mit Bravour meistern.
Jetzt folgte ein allgemeines um-das-Zelt-herumwuseln, wobei schlußendlich auch die ideale Ausrichtung zur Nord-Süd-Achse ermittelt werden konnte. Geschlossen versammelte man sich nun im Zelt, um endlich blickgeschützt den Wollpulli gegen ein T-Shirt austauschen zu können…

Hier das Zelt nach erfolgtem Oberteilwechsel der Mutter – das Kind weit rechts abgeschlagen, Vater und Großeltern im Zelt befindlich: 

 Neuseeland 2.6.

04.01.2014: Weiter geht`s nach Tutukaka (genau – weder Titikaka noch Takatukka, wa?). Unterwegs haben wir noch die Whangarei-Falls besichtigt…WAHNSINN…:Neuseeland 2.7. Neuseeland 2.8.

Zur Auflockerung, hier eine kleine Episode aus dem Supermarkt, die sich ergab, als wir verzweifelt nach Kaffee suchend ein nahegelegenes neuseeländisches Ehepaar nach dem Aufenthaltsort des Instantkaffees befragten.
Woraufhin der Ehemann lapidar zu ihr herüberrief: „Coffee, honey?“
Da wir ohnehin als nächstes nach dem Honig hätten fragen wollen, ging das dann so völlig in Ordnung…Neuseeland 2.9.

05.01.2014: Auf nach Kerikeri (unserem aktuellen Aufenthaltsort).
Mit einem Abstecher zu den Glowwormcaves bei Waiomio – absolut empfehlenswert! Fazit: der hungrigste Wurm [Arachnokampa Iluminosa..oder so, jedenfalls so eine Art erleuchtete Camperspinne] hat das hellste Licht, und: wo kein Fledermauskot, da muss ordentlich leuchten wer nicht verhungern will… – jedenfalls erzeugen die ansonsten eher unscheinbaren aber äußerst interessanten Würmer einen wundervollen Sternenhimmel an Hhlengewölbedecken…wirklich atemberaubend, und der anschließende kleine Walk ganz wunderschön…

Unterwegs hatte der Schöpfer seinerzeit anscheinend einen Haufen moderner Kunstwerke verloren:

 Neuseeland 2.10.

Erinnert außerdem ein bißchen an ein Filmset alter Science Fiction Filme. Man erwartet regelrecht Kirk, Scotty und Mr. Spock oder Morlocks an der nächsten Ecke…

Nach einem kurzen Zwischenstop in Paihia – etwas zu sehr touristisch – mit gefilmter Rapp-Einlage für Uwe (siehe Facebook) sind wir dann durchgefahren bis Kerikeri, wo wir in einem wirklich wundervollen Holiday Park untergekommen sind.
Hier wird bis morgen früh unser Hauptquartier sein, von wo aus ich am 06. nach Paihia für eine Delphinfahrt aufbrach (Bine genoss den Tag lieber am Paihiaer Strand), wir am 07. unseren Waschtag hatten (mit Kauri-Forrest-Einlage) und wir heute die Cape Reinga Fahrt im Bus, inklusive 90 Mile Beach machten…
DER WAHNSINN…keine Worte für den 90 Mile Beach, noch viel weniger für Cape Reinga….ich würde tatsächlich sagen wollen: das MUSS man in seinem Leben gesehen haben.
Uns ist so sehr das Herz aufgegangen… 
Das Wort Schönheit bekommt angesichts der neuseeländischen Natur eine völlig neue Dimension. So vieles auf engstem Raum in Vollendung inszeniert – rechts siehst Du Schwarzwald, links afrikanisch steppenartig anmutendes, plötzlich bist Du in Ägypten, Kanada…Der Himmel so weit…Grandioses wird immer wieder von noch Grandioserem übertrumpft…die Sprache versagt hier, die erforderlichen Worte gibt es nicht…

06.01.2014 – Bay of Islands und Delphin-Fahrt:

 

Neuseeland 2.12. 

07.01.2014: Kauri Trees:

Neuseeland 2.13.08. 01. 2014: 90 Miles Beach:

 

 


 

Cape Reinga – nördlichster Punkt Neuseelands… unglaublich atembraubend betörend schön:
Neuseeland 2.14. Neuseeland 2.15.So, mit diesen letzten Neuseelandimpressionen verabschieden wir uns ins Bett…bzw. den Kofferraum. Morgen geht`s dann entlang der Ostküste zurück in Richtung Süden, damit wir auch pünktlich zum 20. Januar in Wellington sind, um unsere Fähre nach Picton und damit auf die Südinsel zu erreichen…
Nachdem ich anhaltende Probleme mit dem E-Mail Versand habe, ist inzwischen schon der 09. 01., und wir haben unsere Reise in den Süden entlang der Westküste schon angetreten, übernachten am Bayley`s Beach auf einem sehr schönen Campingplatz und haben heute auf dem Weg hierher den größten, den siebtgrößten und noch einen Haufen mehr Kauri-Trees gesehen…
Wir hoffen, der Versand klappt dann heute…
Liebe Grüße an alle Daheim – Neuseeland ist definitiv eine Reise wert…sogar wenn sie 44 Stunden dauert…
Bine&TomNeuseeland 2.16.

 

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