Weihnachtsfilme – Filmtipps

Print Friendly

Filmtipps von Andreas Kämer

1. Film: Ist das Leben nicht schön?

Das Leben ist schön

Das Leben ist schön

Im Jahr 1946 gedreht zählt die Komödie »Ist das Leben nicht schön?« zu den beliebtesten Weihnachtsfilmen der heutigen Zeit. Als echter Kultfilm wird er regelmäßig an einem der Weihnachtstage und zwar leider erst zur später Stunde ausgestrahlt. Ich schaue den Film regelmäßig einmal immer vor Weihnachten und auch nur dann, wenn Schnee gefallen ist und die Landschaft ihr winterliches Ambiente zeigt.

Welche Story hat der Kultfilm?
Der Film beginnt mit einer Unterhaltung zwischen Gott und seinen Engeln, dargestellt durch zwei Galaxien. Sie haben die Gebete der Menschen der Stadt Bedford Falls erhört, die sich große Sorgen um George Bailey machen und hoffen dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt. Er ist der beliebtestete Bürger der Stadt und Inhaber der kleinen Bausparkasse »Buildings and Loans«, die am Weihnachtsabend jedoch vor der Pleite steht weil Onkel Billy durch Unaufmerksamkeit es versäumte 8000 US-Dollar Bargeld einzuzahlen. Das Geld landet stattdessen in die schmierigen Hände des spitzfindigen Bankers Henry F. Potter, dem reichsten aber zugleich geizigsten Bürger der Stadt. Die Bausparkasse seines Erzrivalen fehlt ihm noch, nimmt die Gelegenheit wahr und verschwindet mit dem Geld in das Büro seiner Bank. Voller Verzweiflung stürzt sich George von der Brücke aber wird vom Engel Clarence EZ Zwo (Erzengel zweiter Klasse) gerettet. In tiefster Enttäuschung gefangen wünscht sich George nie gelebt zu haben, was Clarence vernimmt und noch im gleichen Moment erfüllt sich sein Wunsch durch Gottes Hand. Gemeinsam mit Clarence wandert er durch die Stadt und sieht was aus Bedford Falls wurde. Henry Potter machte daraus Pottersville, eine Stadt der Sünde mit Bars, Lokalen, Spielhöllen und ernsten unglücklichen Bürgern. Clarence erklärt ihm welche wichtige Rolle er im Leben der anderen spielte.

Sein Bruder Harry ertrank, weil er ihn nicht retten konnte. Als Kind arbeitete George im Gemischtwarenladen von Emil Gower und bemerkte dass sein Chef in der Trauer um seinen gefallenen Sohn zwei Medikamente verwechselte. George handelt und rettet damit das Leben eines kleinen Jungen, der an Diphtherie erkrankte. Als Erwachsener träumt er davon die Welt zu bereisen und auf den Ölfeldern zu arbeiten. Seine Träume zerplatzen jedoch als sein Vater überraschend stirbt und er widerwillig die Geschäftsleitung der Bausparkasse übernimmt, um eine Übernahme durch Henry Potter zu verhindern. Mary, seine Ehefrau lernte er nie kennen und Mister Gower wurde wegen der tödlichen Verwechslung des Medikaments zu einem Alkoholiker, der vom jeden Bürger verachtet wird. Onkel Billy kam in eine Irrenanstalt und die gute alte Buildings and Loans wurde durch Potter geschlossen. Die Wohnsiedlung Bailey Park mit schönen Häusern für die einkommensschwachen Bewohner der Stadt entstand nie, da George ja nicht zugegen war um sie zu bauen.

Warum schauen?
Ich will nicht die ganze Story erzählen aber sie fasziniert mich immer wieder. Die schauspielerische Leistung der Darsteller James Stewart (George Bailey), Donna Reed (Mary) und Lionel Barrymore (Henry F. Potter) bezeichne ich als hervorragend. Der Film beeindruckt mit seinem humorvollen und kritischen Unterton an der heutigen auf Kommerz getrimmten Welt.

 

 2. Film: Karakter
Zur Weihnachtszeit wird meist auf den dritten Kanälen das niederländische Filmdrama »Karakter« ausgestrahlt und gehört für mich alljährlich zum festen Programm. Im Jahr 1997 von Mike van Diem gedreht hat der Film heute einen Kultstatus erreicht, den die TV-Sender leider nicht wirklich zu würdigen wissen. Was macht das Drama so spannend? Es wird die Geschichte einer komplizierten Vater-Sohn-Beziehung aus der Sicht des Sohnes Jacob in dramatischen Bildern erzählt.

 

Karakter

Karakter

Die Story
Wir befinden uns an Anfang des 20.Jahrhunderts in Rotterdamm, wo Jacob Willem Katadreuffe mit seiner Mutter Joba lebt. Sein Vater ist unwissend der schmierige gewalttätige Gerichtsvollzieher und Banker Dreverhaven. Einst war er mit seiner Mutter zusammen, die damals seine Haushälterin war und schwängerte. Immer wieder versuchte er ihr den Hof zu machen und bat mit Geldgeschenken um Verzeihung. Joba lehnte jedes Geschenk und damit eine Heirat ab. Die Jahre vergingen in denen Jacob langsam bewusst wurde dass Dreverhaven sein Vater wurde. Er beginnt eine Ausbildung als Rechtsanwalt in einer Kanzlei, wo er seine Freundin Lorna te George kennenlernt und sich auf Grund seiner sprachlichen Gewandtheit als erfolgreicher Jurist etabliert. Das Verhältnis zu seiner Mutter bleibt auf Grund der zu unterschiedlichen Charaktere unterkühlt angespannt. Eines Tages wird Dreverhaven in seinem Kontor tot aufgefunden und Jacob des Mordes beschuldigt….

Warum schauen?
Ich mag die Bildsprache und die Dialoge des Films, da sie auch die Atmosphäre der damaligen Zeit gut wiederspiegeln. Als Zuschauer fühle ich mich hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt und verfolge mit Spannung die Geschichte. Der fein abgestimmte Humor kommt in manchen Momenten des Films nicht zu kurz. Wer Filme mit überraschenden Wendungen, schwarzen Humor und Gesellschaftskritik mag, der sollte sich »Karakter« unbedingt anschauen. Im Jahr 1998 wurde er als bester fremdsprachiger Film mit einem Oscar ausgezeichnet.

Hier kostenlos im Internet anschauen.

 

Deine Meinung ist uns wichtig

*