Dieter Czogalla übergibt Vorstandsvorsitz an Wolfgang Meyer

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Vorstandssprecher-Wechsel beim Sozialwerk St. Georg:

„Vielen Dank Dieter Czogalla – viel Erfolg Wolfgang Meyer!“

Verabschiedung von Dieter Czogalla und Einführung von Wolfgang Meyer: Stabsübergabe beim sozialen Dienstleistungsunternehmen mit 2.500 Mitarbeitenden und Angeboten für 4.000 Menschen mit Assistenzbedarf in NRW

Gelsenkirchen/NRW. – Nach fast zwei Jahrzehnten als Vorstandssprecher des Sozialwerks St. Georg ist Dieter Czogalla (62) anlässlich seines Eintritts in den Ruhestand zum Jahreswechsel am 12. Dezember in Gelsenkirchen feierlich verabschiedet worden. Gleichzeitig gaben die rund 250 Gäste aus dem In- und Ausland im Begegnungszentrum „Schacht Bismarck“ Wolfgang Meyer (51) als Nachfolger die besten Wünsche mit auf den Weg.

Dieter Czogalla (r.) übergibt symbolisch das Steuerrad an den künftigen Vorstandssprecher Wolfgang Meyer

Dieter Czogalla (r.) übergibt symbolisch das Steuerrad an den künftigen Vorstandssprecher Wolfgang Meyer

Mit „Vielen Dank Dieter Czogalla – viel Erfolg Wolfgang Meyer“ war die Verabschiedungs- und Einführungsfeier überschrieben. Christoph Buchbender begrüßte die Gäste, die auch aus den USA, Schweden, Polen und Österreich angereist waren. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats des Sozialwerks St. Georg e. V. bat die Anwesenden, auch der neuen Führungsspitze mit Wolfgang Meyer und Gitta Bernshausen im Vorstand ihr Vertrauen zu schenken.

Buchbender bemerkte: „20 Jahre beim selben Unternehmen, in derselben verantwortungsvollen Funktion – das ist schon was in der heutigen Zeit! Das ist ein Drittel der Zeit, die das Sozialwerk insgesamt besteht!“ Buchbender umriss die Innovationen, Ideen und Veränderungen, die Dieter Czogalla ins Sozialwerk eingebracht habe: „Vom Versorger für Behinderte, wie es früher hieß, zum Begleiter und Unterstützer für Menschen mit Assistenzbedarf, wie wir heute richtiger denken und sagen.“

Öffentlicher Umgang mit Zahlen zum Beispiel mit schon früh detaillierten Jahresabschlüssen, dezentrales Geschäftsmodell mit Tochtergesellschaften unter einem Holding-Dach, Transparenz insgesamt – nur einige der Beispiele, die Buchbender aufzählte. Dieter Czogalla sei dabei stets ein an den Menschen interessierter Mann: „Das Bemühen, das permanente Ringen, um Mitarbeitende und Klienten mitzunehmen, war und ist jederzeit spürbar.“ Dieses „Management by Walking“ habe sich auf die gesamte Unternehmenskultur übertragen – „das ist eindeutig Dieter Czogallas Handschrift.“

Dieter Czogalla bei seiner Dankesrede

Dieter Czogalla bei seiner Dankesrede

Dabei sei die „Erdung in der Caritas“ nicht zu vergessen, fuhr Buchbender fort. Auf das christliche Menschenbild habe Czogalla stets und gerade zuletzt großen Wert gelegt als Dach und Grundlage allen Handelns im Unternehmen – auch bei der Einführung des neuen Assistenzkonzepts „Qualität des Lebens“ im vergangenen Jubiläumsjahr „60 Jahre Sozialwerk St. Georg“.
Tom Hegermann moderierte Gesprächsrunden, in denen berufliche Wegbegleiter und Kooperationspartner die letzten zwei Jahrzehnte Revue passieren ließen. Hierzu gehörten Georg Kruse, Sprecher des Brüsseler Kreises, Lingen, Reinhard Liebig, Abteilungsleiter des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und Andreas Meiwes, Diözesan-Caritasdirektor, Bistum Essen.

Christoph Buchbender, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Sozialwerks St. Georg, begrüßte die Gäste

Christoph Buchbender, Vorsitzender des Verwaltungsrats des Sozialwerks St. Georg, begrüßte die Gäste

In einer zweiten Interviewrunde erinnerten Lennarth Andersson, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Tochtergesellschaft AUTEA gGmbH für Menschen mit Autismus, und Rudolf Heib, ehemaliger Vorsitzender des Verwaltungsrats des Sozialwerks, an die ersten Begegnungen und die weitere Zusammenarbeit mit Dieter Czogalla.

Gesprächsrunde mit (v. l.) Georg Kruse, Andreas Meiwes und Reinhard Liebig

Gesprächsrunde mit (v. l.) Georg Kruse, Andreas Meiwes und Reinhard Liebig

In einer weiteren Talkrunde beleuchtete Tom Hegermann gemeinsam mit dem künftigen Vorstandsduo Wolfgang Meyer und Gitta Bernshausen sowie Dieter Kornmann, Geschäftsführer des Sozialwerks St. Georg Westfalen-Nord, und Klaus Nattkamp, Vorsitzender der erweiterten Gesamt-Mitarbeitervertretung (eGMAV) des Sozialwerks die letzten Jahre.

Dieter Czogalla bedankte sich bei allen Weggefährten, Freunden und Förderern. Der scheidende Vorstandssprecher sagte rückblickend: „Das ganz große Ziel war und ist bis heute, die Rahmenbedingungen für das Leben der Menschen in unseren Einrichtungen und unsere Angebote zu verbessern. Vor 20 Jahren bedeutete das zum Beispiel, die Altbauten zu sanieren oder neue Wohneinrichtungen zu bauen. Heute haben wir weit überwiegend Einzelzimmer und wenige Doppelzimmer.“

Im so genannten „Zweiten Lebensraum“, so Czogalla, seien die Tagesstruktur und die Werkstätten für Menschen mit Assistenzbedarf massiv ausgebaut und modernisiert, die Arbeitsangebote auch mit Ziel „Erster Arbeitsmarkt“ neu gestaltet worden. Czogalla lobte die Innovationskraft der Mitarbeitenden: „Nur dank ihres Einsatzes kann der einzelne Klient heute aus vielfältigen stationären und ambulanten Assistenzangeboten auswählen, die ihn seiner persönlichen Qualität des Lebens näher bringen“.

Wolfgang Meyer übernahm zunächst nur das Mikrofon, bevor er dann zum Jahreswechsel das Amt des Vorstandssprechers übernehmen wird: „Besonders geschätzt habe ich bei Dieter Czogalla immer die Kraft und die Unbeirrbarkeit in unserer Sache – der Sozialwerkssache, Assistenz für Andere auch gegen Widerstände sicherzustellen.“ Jetzt liege eine neue Wegstrecke vor dem Sozialwerk mit neuen Chancen und Herausforderungen.

Sie steuern künftig das Sozialwerk St. Georg: Vorstand Gitta Bernshausen und der designierte Vorstandssprecher Wolfgang Meyer.

Sie steuern künftig das Sozialwerk St. Georg: Vorstand Gitta Bernshausen und der designierte Vorstandssprecher Wolfgang Meyer.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung sagte Meyer: „Institutionen wie das Sozialwerk St. Georg werden sich zu professionellen Lösungsanbietern mit dem und für das Gemeinwesen entwickeln. Wir werden vom Zuweisungsempfänger von Kostenträgern zu aktiven Mitgestaltern des Gemeinwesens wachsen. Wir werden mehr Selbstverantwortung übernehmen und Selbstverantwortung organisieren.“ Ziel sei es, das „Netzwerk Gemeinwesen“ partnerschaftlich in der Organisation zu unterstützen. Dieses so genannte „Community Network-Organizing“ solle soziale Dienstleistungen nicht nur unmittelbar, sondern zukünftig stärker auch mittelbar durch die Unterstützung Bürgerschaftlichen Engagements befördern: „Empowerment für das Gemeinwesen!“, fasste Meyer es zusammen.

Nach einem Gottesdienst in der St.-Anna-Kirche zum Auftakt des Tages gab es im Schacht Bismarck zudem ein attraktives Rahmenprogramm mit Musikeinlagen des „Revier-Quartetts“ und des Pianisten André Römer. Und als langjährigem Förderer der Theatergruppe „Blitzlicht“ des Sozialwerks mit Klientinnen und Klienten schien Dieter Czogalla deren Auftritt besonders zu gefallen.

Propst Wilhelm Zimmermann dankte Dieter Czogalla auch im Namen von Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, in einem Gottesdienst in der St.-Anna-Kirche in Gelsenkirchen.

Propst Wilhelm Zimmermann dankte Dieter Czogalla auch im Namen von Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen, in einem Gottesdienst in der St.-Anna-Kirche in Gelsenkirchen.

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