Wenn der Karneval verrückt spielt

Print Friendly

Ausverkauftes Haus für Helau-Affen-Feil – Theatergruppe aus Brilon kann auch Karneval

Von Katja Gohsmann

Die erste der insgesamt vier Veranstaltungen der verrückten Karnevalssitzung war innerhalb von 10 Minuten ausverkauft – diese Tatsache spricht eine deutliche Sprache. Was die Laienspielgruppe Maul-Affen-Feil anpackt, ist bis jetzt immer gelungen. Nun lassen sie den Karneval an vier Abenden im Kolpinghaus wieder auferstehen, nachdem die Narren und Jecken in Brilon im vergangenen Jahr nicht gefeiert haben. Und die rund 1100 Karten waren heiß begehrt – denn alle wissen: Wer nicht dabei sein kann, verpasst etwas. „Der Erwartungsdruck ist riesig“, sagt Stefan Scharfenbaum, Vorsitzender der heimischen Theatergruppe. „Wir hoffen, dass unsere Version des Briloner Karnevals genauso gut ankommt wie unsere Theaterabende. Wir wollen es richtig krachen lassen.“

affeDamit das klappt, geben die 15 Organisatoren alles. „Wir sind hochmotiviert und freuen uns – aber wir haben auch Respekt vor der neuen Aufgabe.“ Grundsätzlich sollte Helau-Affen-Feil vor allem eins sein: anders. „Wir wollten zum Beispiel auf gar keinen Fall einen Elferrat. Dann ist uns klargeworden: Der ist nur dafür da, um zum Schunkeln und Mitsingen zu animieren. Und wir wollen ja Stimmung im Saal.“ Das ist ebenfalls Neuland für die Maul-Affen-Feiler. Es wird Gardetanz, Büttenreden, Sketche, eine eigene Showband namens „Vorgartenzwerge“ und auch ein Brilonia-Duett geben – also alles, was eine Karnevalsveranstaltung braucht, nur eben auf Maulaffenfeil-Art. „Wir versuchen immer etwas zu tun, was man nicht erwartet.“

Das alles können die Laienschauspieler nicht alleine stemmen – sie bekommen Unterstützung aus Brilon und einzelnen Ortschaften. Insgesamt sind mehr als 50 Menschen vor und hinter dem Vorhang während der rund vierstündigen Veranstaltung im Einsatz – die jüngsten Akteure sind 13,14 Jahre und die ältesten mehr als 70 Jahre alt. Auch das Briloner Königspaar mit seinem Hofstaat spielt eine große Rolle – das haben sich die Schützen nicht nehmen lassen. Trotz aller Hilfe: Die Vorbereitung und der Aufwand für die vier Sitzungen sind immens. Deshalb ist auch eins klar: „Das ist eine einmalige Geschichte. Wir sind ein Theaterverein und das wollen wir auch bleiben“, betont Scharfenbaum. Die Maul-Affen-Feiler hoffen, dass anschließend entweder die Schützen und Sodalen wieder gemeinsam den Karneval organisieren oder dass sich ein neuer Verein gründet, der es in Brilon wieder ordentlich krachen lässt.

Und es gibt insgesamt vier Sitzungen: Am 31. Januar sowie am 1., 7. und 8. Februar wollen die „Maul-Affen-Feiler“ jeweils ab 18.71 Uhr den für 240 Leute mit Tischen und Stühlen bestückten Saal des Kolpinghauses füllen.

Deine Meinung ist uns wichtig

*