Glühwein hat eine Geschichte

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Im Sauerland und anderen Regionen Deutschlands ist der Glühwein zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Die Geschichte dieses köstlichen heißen Weingetränks reicht lange zurück und zwar bis in die Römerzeit. Kluge römische Winzer verstanden es bereits vor zwei Jahrtausenden ihren Wein mit Gewürzen zugunsten der Haltbarkeit zu veredeln. Der Geschmack des sauren Rebensafts erfuhr eine Verbesserung. Der Römer Apicius kann als Erfinder des Glühweins gelten, da er in seiner Niederschrift »Conditum Paradoxum« genau erklärte welche Zutaten zur Veredelung des Weins erforderlich sind. Er verwendete die Nelke, Piment, Koriander, Lorbeer, die Muskatnuss, Zimt und Thymian um den Wein geschmacklich zu verfeinern. In der Antike wurden Gewürze wie Gold gehandelt und waren nur für die reichen Bürger des römischen Imperiums erschwinglich. Nur die Wohlhabenden kamen in den Genuss des bekömmlichen gesunden Weingetränks.

Weihnachtsmarkt in Olpe Foto: Olpe Aktiv e. V.

Weihnachtsmarkt in Olpe
Foto: Olpe Aktiv e. V.

Die Jahrhunderte vergingen und das Mittelalter kam, wo der Glühwein kalt von der reichen Oberschicht genossen wurde. Findige Winzer versetzten den Wein neben den bekannten Gewürzen zusätzlich mit Honig. Der Honig nahm dem Wein nicht nur den sauren Geschmack sondern sorgte mit seinen Substanzen als positiven Nebeneffekt für eine längere Haltbarkeit. Damals verschrieben Heiler den Glühwein quasi als flüssiges Medikament, weil die Inhaltsstoffe der Gewürze gesundheitsfördernd waren und die Abwehrkräfte des Körpers stärkten. Der Genuss des Glühweins löste die Stimmung und dürfte in so mancher Taverne oder Gasthof für ein fröhliches Zusammensein unter den Gästen gesorgt haben.

Wie wird Glühwein heute hergestellt?

Bei der heutigen Herstellung verwenden die Winzer vorwiegend trockene oder geschmackvolle Rotweine. Der Rotwein wird mit Gewürzen wie Sternanis, Zimt, Kardamon, Muskat und Gewürznelken verfeinert. Im Anschluss erfährt das Getränk eine Erhitzung auf 80 Grad Celsius und sollte mindestens eine Stunde ziehen. Je länger der Wein zieht desto besser ist er im Geschmack.

Wenn fruchtige Weissweine als Basis dienen entsteht ein heller Glühwein, der vorwiegend bei den Italienern und Österreichern sehr beliebt ist. Der Gesetzgeber hat für den Glühwein ein Mindestalkoholgehalt von 7 Prozent vorgegeben und als Basiswein dürfen keine Roseweine verwendet werden.

Auf den zahlreichen Weihnachtsmärkten im ganzen Sauerland  kann der Glühwein bei fröhlichen Beisammensein genossen werden. Zu Glühwein schmeckt am besten Rostbratwurst mit Kraut, Lebkuchen, Schinkenbrot, Laugenstangen oder Käse. (ak)

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