Stein auf Stein – Baumeister aus Leidenschaft

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Peter und Ursula Hartel aus Schmallenberg

Peter und Ursula Hartel aus Schmallenberg

Zement ist nicht nötig, um die circa 15.000 Steine zusammenzuhalten,
die die Evangelische Marktkirche Wiesbaden bilden.
Voraussetzung für die Entstehung dieses Bauwerks waren eine
ruhige Hand, mathematisches und räumliches Denken, eine
gehörige Portion Enthusiasmus und jede Menge „Richters Anker-
Bausteine“ (www.ankerstein.de) – kleine, aus Sandstein gebrannte
Steine. Das Gebäude steht auch nicht in Wiesbaden, sondern im
Sauerland, genauer gesagt: im Hobbykeller von Peter Hartel.
Peter und Ursula Hartel sind 1974 mit ihren beiden Kindern von
Köln nach Schmallenberg gezogen, um hier am Städtischen
Gymnasium zu unterrichten. Peter Hartel ist also kein Ingenieur
oder Maurermeister, sondern ein seit 1997 pensionierter
Gymnasiallehrer und seit seiner Jugend begeisterter Baumeister
von Miniatur-Gebäuden.
Schon als Kind schaute er sehnsüchtig seinen älteren Geschwistern
beim Spiel mit den Steinen zu, durfte als Jüngster aber nie mitbauen.
Erst Jahre später entdeckte er im Elternhaus seiner Ehefrau
Ursula ebenfalls drei dieser Anker-Steinbaukästen, womit sein
Kindheitstraum und die Leidenschaft für die Miniaturbauten neu
entfachten.

 

Innenansicht

Innenansicht

Im Laufe der Zeit sammelte Peter Hartel alle Steinbaukästen, die er bekommen konnte.Durch Zeitungsinserate und Weitersagen im Bekanntenkreis gelang es ihm, größere Bestände aufzukaufen,
die heute nach Form und Größe sortiert, griffbereit in extra gefertigten
Schubladen liegen. Denn nur mit einer großen Auswahl an
Anker-Bausteinen gelingt es auch, so riesige Miniaturbauten wie
die Wiesbadener Marktkirche zu errichten.„Die Bauzeit der Kirche betrug acht
Monate“, erzählt er und trotz Bescheidenheit schwingt ein wenig Stolz in seiner Stimme,
„es gibt sogar einen naturgetreuen Innenausbau mit Mosaikböden und verschiedenen
Emporen.“ Eine Bauzeichnung gibt es nicht. Die Pläne entstehen im Kopf, anhand von
Bildern und Grundrissen. Höhen und Maße werden notiert und dann geht’s los: In
akribischer Kleinarbeit entsteht Stein für Stein ein Kunstwerk. Dabei werden die Steine
nicht verklebt, sondern lediglich aufeinandergelegt. Durch Präzision und Eigengewicht
erhält das Bauwerk seine Stabilität.Zurzeit steht das Miniatur-Gebäude noch, doch irgendwann
wird es wieder in seine Einzelteilezerlegt und die vielen tausendSteine verschwinden an ihren Platz
in einer der unzähligen Schubladen.Doch wer weiß, vielleichtdürfen wir danach wieder ein neues
„großes“ Miniatur-Gebäude ausAnker-Bausteinen bewundern. ■

Wiesbadener Marktkirche

Wiesbadener Marktkirche

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