Die Sache mit dem Pferd

Print Friendly
Trainerin Julia Tesch beobachtet Karin W auf "Caruso"

Foto: Stefan Kuster/Stiftung Sozialwerk St. Georg

Bad Laaspe.  „Am Anfang hat das mit dem Pferd noch nicht so gut funktioniert, aber jetzt klappt es wunderbar – ein richtiges Glücksgefühl!“, sagt Nadine K. Sie ist Teilnehmerin eines

Therapieprojekts, das durch die Stiftung Sozialwerk St. Georg gefördert wird. Die Bevölkerung in Südwestfalen ist eingeladen, die Stiftung bei diesem und anderen Hilfsprojekten dabei zu unterstützen, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung weiter zu steigern. Bernd Lepping, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, appelliert: „Mit therapeutischem Reiten helfen: Bitte spenden Sie für weitere Reitstunden und schenken Menschen mit Behinderung so ein Stück von Ihrem Glück!“

Pluspunkt Kö in Bad Laaspe

Klienteinnen und Klienten sowie Mitarbeitende des „Pluspunkts Kö“ an der Königsstraße in Bad Laasphe übergeben Stiftungsvorstand Bernd Lepping (2.v.r.) eine Dose mit Spendengeldern, die sie selbst gemalt haben – und hoffen auf Unterstützung durch die Bevölkerung, damit die Stiftung weitere Therapiestunden finanzieren kann.

„Menschen von nebenan“ ganz konkret zu helfen, das ist seit über zehn Jahren die Aufgabe der gemeinnützigen, ehrenamtlich geleiteten Stiftung mit Sitz in Gelsenkirchen und Projekten in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens – so auch in Südwestfalen. Aufgabe der Stiftung ist es, die Arbeit des Sozialwerks St. Georg überall da zu unterstützen, wo keine öffentlichen oder andere Mittel zur Verfügung stehen. Wesentliche Grundlage für die Arbeit der Stiftung ist dabei das Stiftungskapital. Es belief sich zum 31.12.2012 auf 720.000 Euro (Vorjahr 705.000 Euro). Das Spendenaufkommen betrug im Jubiläumsjahr 2012 rund 44.000 Euro und stieg im Vergleich zum Vorjahr (31.000 Euro) deutlich an. Im Jahr 2012 konnten so Projekte mit insgesamt rund 40.000 Euro gefördert werden; die Summe aller Projektförderungen seit Stiftungsgründung lag damit bei rund 210.000 Euro.

Bernd Lepping, der gemeinsam mit Werner Cordes den ehrenamtlich arbeitenden Vorstand bildet, sagt: „Der Vorstand der Stiftung dankt allen Spendern und Zustiftern für die großzügige Unterstützung auch im Jahre 2012. Mit den Spenden konnten wir wieder zahlreiche Projekte zugunsten der Menschen mit Behinderung im Sozialwerk St. Georg fördern. Wir haben zum Beispiel das Bistro ‚LenneGold‘ in der Lenne-Werkstatt in Schmallenberg eingerichtet oder Bildungsprojekte für Menschen mit Assistenzbedarf des ‚Bildungsateliers WissensWert‘ an mehreren Orten im südlichen Westfalen finanziert.“

Trainerin Julia Tesch und Therapiepferd "Caruso"

Trainerin Julia Tesch und Therapiepferd „Caruso“
Foto. Stefan Kuster

Mit der „Tiergestützten Therapie und Pädagogik“ trägt ein weiteres Förderprojekt „bereits Früchte“:  Hier können Menschen mit Behinderung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden (siehe INFO). Gerne will die Stiftung dies noch mehr Menschen mit Behinderung ermöglichen: „Das trägt entscheidend dazu bei, dass die Menschen an ihrem Wohnort, in ihrer Nachbarschaft selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, sagt Bernd Lepping. Er appelliert: „Unser Aufruf an die Menschen in Südwestfalen: Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre steuerabzugsfähige Spende oder Ihre Zustiftung. Damit können wir notwendige und hilfreiche Dinge wie die Tiergestützte Therapie fördern und die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung verbessern. Jeder große wie kleine Betrag ist dabei wichtig!“

Das Konto für steuerabzugsfähige Spenden an die Stiftung Sozialwerk St. Georg bei der Volksbank Bigge-Lenne: Konto 15 001 700, BLZ 460 628 17 (für die Spendenbescheinigung bitte die Anschrift im Verwendungszweck angeben). Weitere Informationen, zum Beispiel im „Stiftungsbrief“, im Internet:
www.stiftung-st-georg.de.

*****************************************************

1555INFO: „Tiergestützte Therapie & Pädagogik“
Pferde, Meerschweinchen und Hunde – allgemein haben Menschen ein besonderes Verhältnis zu Tieren. Mit ihrer Hilfe und dem Einsatz gezielter Methoden kann die Persönlichkeitsentwicklung unterstützt und gefördert, vorhandene Schwächen und Beeinträchtigungen kompensiert bzw. überwunden werden. „All dies sind Aufgaben der Tiergestützten  Therapie“, sagt Monika Zipro, Fachleiterin im Ambulant Betreuten Wohnen des Sozialwerks St. Georg Westfalen-Süd in Bad Laasphe, und erläutert: „Gerade für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, für die das Miteinander-Auskommen und das Zurechtkommen mit Anderen eine besondere Herausforderung darstellt, ist dies ein gutes Übungsfeld.“ Wie alle therapeutischen Angebote, muss auch die Tiergestützte Therapie finanziert werden. Um dies Besuchern der neuen Kontakt- und Beratungsstelle „Pluspunkt Kö“ an der Königsstraße 15 in Bad Laasphe zu ermöglichen, fördert die Stiftung Sozialwerk St. Georg dieses Projekt mit rund 2.500 Euro für Einzel- und Gruppenangebote.

Durch Striegeln, Putzen und Füttern nehmen die Klienten Kontakt zu den Pferden auf. Dadurch können sie gleichzeitig Ängste zu den doch recht großen Tieren abbauen. Teilnehmerin Nadine K. schildert: „Schließlich sage ich zum Pferd: ‚Zurück!’, und es gehorcht. Am Anfang hatte es noch nicht so gut funktioniert. Aber jetzt klappt es wunderbar. Das ist dann für mich immer ein richtiges Glücksgefühl.“

Trainerin Julia Tesch hat festgestellt: „Allen Teilnehmenden tut die hierfür notwendige Ruhe gut. Die Tiere geben den Klientinnen und Klienten sofort eine Rückmeldung zu ihrem Verhalten.“ Pferde ziehen sich zum Beispiel zurück, wenn sich ihnen jemand forsch nähert. Teilnehmerin Karin W.: „Es tut mir sehr gut. Das Pferd merkt sofort, wenn ich nervös bin, es folgt dann nicht den Anweisungen; also erst einmal Entspannungsübungen machen und das Vertrauen aufbauen.“ Julia Tesch: „So trainieren die Klienten nonverbal Nähe und Distanz, was besonders jenen zugutekommt, die in Alltagssituationen übergriffig reagieren.“ Danach führen zwei Personen aus der Gruppe ein Pferd gemeinsam durch einen selbst aufgebauten Parcours – und müssen sich genau abstimmen, trainieren so gleichzeitig ihr Kommunikationsverhalten. Noch einmal Nadine K.: „Das alles stärkt mein Selbstbewusstsein enorm. Es ist einfach ein ganz tolles Gefühl, wenn solche großen und auch sehr lieben Tiere zu mir kommen!“

Erstaunlich ist, dass alle sehr konzentriert bei der Sache sind. Bemerkenswert auch, dass sich die Gespräche einmal nicht um Krankheit, Sorgen und Nöte drehen, sondern um Erinnerungen an Kindertage – die sehr oft mit Natur, Tieren und Bewegung verbunden sind. Monika Zipro erzählt: „Eine Teilnehmerin, die sich im Kontakt zu ihren Mitmenschen und ihrer Persönlichen Assistentin häufig gereizt und aufbrausend zeigt, kann sich während der Stunde mit den Pferden öffnen und sehr differenziert über ihre Biografie berichten – verschiedene Gesprächstherapien in der Vergangenheit zeigten keinen solchen Erfolg.“

Karin W. bekennt am Ende: „Ich fand die Reittherapie sehr gut für mich und würde sie gerne weitermachen, weil es mir gut bekommt und ich ruhiger werde und besser schlafen kann.“ Julia Tesch bekräftigt: „Das Geld der Stiftung ermöglicht, dass sich die Klienten in einem ganz anderen Umfeld und mit ungewohnten Aufgaben erleben – und hierbei sehr positive Erfahrungen machen können, die allen Beteiligten viel Freude machen. Schön wäre es, wenn noch mehr Menschen mit Behinderung dieses Angebot dank weiterer Spenden wahrnehmen könnten.“

Deine Meinung ist uns wichtig

*