Spannender Polit-Roman mit sauerländischem Abgeordneten in der Hauptrolle.

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Von einem der auszog, die Welt zu verändern

Von Anna-Lena Kemper

Vom Sauerland in die Hauptstadt Berlin: Markus Feldenkirchens aktueller Politroman „Keine Experimente“ erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines sauerländischen Politikers in der Bundeshauptstadt. Der bekannte Spiegel-Journalist stellt in seinem Buch zwei Welten gegenüber, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Das konservative und ein wenig weltfremd anmutende Sauerland, das dem Autor die bissige Aussage „An manchen Tagen war das Sauerland eine einzige Einladung, sich das Leben zu nehmen“ entlockt, kollidiert mit dem modernen und schnelllebigen Berlin, das sich besonders in Regierungsfragen von seiner korrupten Seite zeigt und des Öfteren als „Sündenpfuhl“ betitelt wird.Markus_Feldenkirchen

Auf der einen Seite steht der junge Bundestagsabgeordnete und ambitionierte Familienpolitiker Frederik Kallenberg, der aus einem zerrütteten Elternhaus im Sauerland stammt und sich schon als Kind vornimmt, alles besser zu machen als seine Eltern. Bereits als Jugendlicher setzt er sich deshalb als Mitglied der konservativen Partei vehement für die traditionelle Rollenverteilung innerhalb der Familie ein und lebt diese Vorstellung auch selbst konsequent mit seiner Frau Julia vor. Sein vorbildliches Verhalten verschafft ihm Respekt und Anerkennung in der sauerländischen Heimat und verhilft ihm zum Sprung auf die bundespolitische Bühne. Doch in Berlin angekommen, muss Frederik erkennen, dass seine Ansichten in der Metropole als veraltet gelten und ihn zur Zielscheibe für Angriffe aus der Opposition und auch aus den eigenen Reihen machen.

Auf der anderen Seite steht Liane Berg, eine junge Studentin, die als bekenCover_Keine Experimente Kopienende Feministin die freie und unkonventionelle Lebensweise schätzt. Als aktives Mitglied im Frauenreferat der Universität trifft sie in einer Diskussionsrunde zum Thema „Hat der Feminismus gewonnen?“ auf Frederik. Trotz ihrer so unterschiedlichen Ansichten und der unterschiedlichen Welten, aus denen sie stammen, sind sie vom ersten Moment an so sehr voneinander fasziniert, dass sie sich näher kommen, als sie es für möglich gehalten hätten. Doch dann verschwindet Frederik plötzlich spurlos und lässt die Welt über seinen Verbleib im Unklaren. Hat Liane etwas damit zu tun, oder sitzen die Gründe viel tiefer?

Feldenkirchens Roman demaskiert schonungslos, aber immer mit einem Augenzwinkern, die politische Landschaft in der Hauptstadt, die dem Idealisten Kallenberg von Beginn an zusetzt. Leserisches Vergnügen bereiten besonders Frederiks Begegnungen mit der Kanzlerin oder einer bundesweit bekannten Feministin unter dem Decknamen Dagmar Kappler.

Man muss kein fanatischer Politik-Interessierter sein, um diesen Roman zu mögen. Feldenkirchens Erzählstil und die wechselnde Perspektive zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zwischen den verschiedenen Charakteren machen das Buch zu einem spannenden Schmöker – nicht nur im Kontext der nahenden Bundestagswahl!

 

Das Buch gibt es hier:

 

 

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