Schon als Kind Erfahrungen mit der deutschen Sprache

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Von Tunesien über Gießen in den Hochsauerlandkreis. – Mohamed Hedi Ismail bekommt HSK-Medizinstipendium.

Sichtlich aufgeregt, aber voll konzentriert tritt Mohamed Hedi Ismail vor das Auswahlgremium für das HSK-Medizinstipendium. Der erste Eindruck täuscht nicht. Der angehende Arzt mit tunesischer Abstammung erfüllt alle Bedingungen, die für das HSK-Medizinstipendium erforderlich sind. Die Fachleute aus dem Hochsauerlandkreis sind sich schnell einig. Mohamed Hedi Ismail ist einer der neuen Stipendiaten des HSK-Medizinstipendiums. Vor einigen Wochen bekam er die freudige Mitteilung. Im kurzen Interview im Kreishaus in Meschede berichtet der junge Tunesier mit besten Deutschkenntnissen wie er nach Deutschland kam und wie er sich in einigen Monaten die Zeit als angehender Arzt im Hochsauerlandkreis vorstellt.

Mohamed Hedi Ismail bekommt HSK-Medizinstipendium

Mohamed Hedi Ismail bekommt HSK-Medizinstipendium

„Geboren bin ich am 11. Mai 1985 in einer kleiner Stadt am Mittelmeer. Der Ort heißt Hammamet. Dort besuchte ich bis 2004 die Schule und konnte mein Abi mit Gut im Schwerpunkt Naturwissenschaften abschließen.“ Mohamed Hedi Ismail spricht akzentfreies Deutsch, fühlt sich wohl und ist äußerst kommunikativ. „Schon als Kind hatte ich die ersten Erfahrungen mit der deutschen Sprache, da mein Vater in der Hotellerie tätig war. Er war Hotelmanager. Er ist oft wegen seines Jobs nach Deutschland gekommen und so hatte ich die Möglichkeit das Land näher kennenzulernen“. Bei diesen Reisen mit seinem Vater hat sich das Interesse für Deutschland entwickelt und so war es klar, dass Mohamed auch Deutsch in der Schule als Zusatzsprache ausgewählte. Hierzu muss man wissen, dass in Tunesien die Bildungssprache Französisch und die Hauptfremdsprache Englisch ist. Mohamed Ismail: „Nach dem Abi kam ich 2005 nach Frankfurt am Main und mein Ziel war klar. Ich wollte Medizin studieren“. Es dauerte ein wenig, bis Mohamed Hedi Ismail alle Voraussetzungen für das Medizinstudium erfüllt hatte. „Zum Sommersemester 2008 habe ich in Gießen mit dem Studium begonnen,“ berichtet der angehende Arzt. Ende 2014 wird der Tunesier mit besten Deutschkenntnissen sein Studium in der kleinen Universitätsstadt in Mittelhessen abschließen. Dann beginnt die Facharzt-Ausbildung im Hochsauerlandkreis.

Mohamed Hedi Ismail: „Zum Hochsauerlandkreis kann ich noch nicht viel sagen. Aber mein erster Eindruck ist sehr positiv. Ich könnte mir vorstellen die komplette Weiterbildung zum Facharzt dort zu machen.“  Als Persönlichkeit aus dem Sauerland kennt der Tunesier den SPD Politiker Franz Müntefering. „Natürlich nicht persönlich. Aber der hat eine interessante Karriere in der Politik gemacht. Das habe ich immer verfolgt.“

Zu den Hobbys gehört Lesen und vor allem Reisen. Mohamed Ismail: „Ich habe viele Länder besucht und zum Teil auch Praktika im Ausland gemacht. Was das Lesen angeht, muss ich ehrlich sagen, dass ich seit 2008 leider nur wenige Bücher geschafft habe, außer natürlich medizinischen Büchern“. Und wie ist das Lebensmotto? Mohamed Hedi Ismail: „Du bist deine eigene Grenze, erhebe dich darüber.“ Wenn man so denkt, dann ist alles erreichbar.

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