Die Vergangenheit für die Zukunft bewahren

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Berichte aus der Nachbarschaft. Brilon.

Julian Hennecke erweitert Interaktives Stadtmodell mit neuen Bildern und Informationen

Von Manfred Eigner

Das Interesse war groß und immer wieder hieß es für Julian Hennecke (Bildmitte) Fragen zu beantworten.

Das Interesse war groß und immer wieder hieß es für Julian Hennecke (Bildmitte) Fragen zu beantworten.

Schon 500 vor Christus erkannte Heraklit von Ephesus: “Nichts ist so beständig wie der Wandel” und dieser Erkenntnis wird bis heute auch in Brilon Rechnung getragen. Alte Häuser verschwinden durch Abriss oder Unglücke, neue Häuser entstehen. Besitzverhältnisse verändern sich, Menschen schaffen sich ein neues Zuhause, Menschen ziehen fort. Geschäfte öffnen, schließen, bekommen neue Inhaber oder Warenangebote. Was im Augenblick des Wandels als selbstverständlich und bekannt erscheint, verblasst innerhalb weniger Jahre und schon eine Generation später, wissen nur noch Wenige, wie es einmal war. Um die Geschichte der Stadt nebst ihrer Bewohner der Nachwelt zu erhalten, wird das im Eingangsbereich des Museums Haus Hövener installierte interaktive Stadtmodell stetig erweitert. Auf einer Karte mit dem nachvollziehbaren Stand von 1900 sind die Häuser mit ihren individuellen Strukturen und Bauformen dargestellt. Auf dem angeschlossenen PC sind mehrere hundert Jahre Briloner Stadtgeschichte archiviert und erzählen mit Dokumentationen und Bildern aus vergangenen Zeiten. Begeistert von dieser Idee hatte sich der 21-jährige Julian Hennecke aus Hoppecke nach seinem Abitur im letzten Jahr dazu entschlossen, ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich der Denkmalpflege zu leisten. Unterstützt wurde er dabei von dem Förderverein Museum Haus Hövener. In diesem Zuge wurden von Julian Hennecke weitere 22 Häuser mit ihrer Geschichte und die ihrer Bewohner erforscht und im interaktiven Stadtmodell dokumentiert. „Brilon hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt und hat sich immer wieder ein neues Aussehen verliehen. Akten in Archiven und auch Informationen aus alten Zeitungen waren eine Grundlage,“ beschreibt der junge Geschichtsforscher seine Arbeit: „doch den größten Nutzen erhielt ich durch persönliche Befragung der Bürger. Oftmals wurde ich im Nachhinein noch einmal kontaktiert und habe dabei weitere Informationen und alte Bilder  erhalten.“ Wie sehr sich Julian Hennecke mit seiner Arbeit identifiziert hat, bewies er am Abend seines letzten Tages im FSJ. Knapp eine Stunde berichtete er vor interessierten Gästen im Haus Hövener detailliert und frei vorgetragen über Zahlen, Daten und Fakten seiner Forschungsarbeit. Besonders die alten Fotos, nunmehr digital aufgearbeitet und archiviert lösten bei den Anwesenden immer wieder ein Staunen und Raunen aus. Erinnerungen wurden wach, die bis dato vergessen schienen. Wie hat sich doch Vieles verändert und immer wieder wurden Brücken zu Geschehnissen geschlagen, die mittelbar oder unmittelbar zu dieser und jener Geschichte gehören. In der anschließenden Diskussionsrunde blieb der Moderator keine Frage schuldig. Ein phänomenales Wissen, das nun über das interaktive Stadtmodell allen Interessierten zur Verfügung steht. Ein Gewinn für die Stadt und die Museumsfreunde. Fördervereins-Vorsitzender Eckhard Lohmann sprach Julian Hennecke, der mit dem 01. August bei einem Briloner Unternehmen eine duale Ausbildung mit Studium im Bereich BWL beginnt, einen besonderen Dank für seine geleistete Arbeit aus. Diese bleibt als lebendiges Wissen für die Nachwelt erhalten. Besonders erfreulich ist, dass sich bereits eine Nachfolgerin gefunden hat. Sabrina Hack aus Willingen wird ebenfalls im Zuge eines FSJ die Arbeit zur Erweiterung des interaktiven Stadtmodells fortsetzen.

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