Westfalen Winds weltmeisterlich

Print Friendly

Das sinfonische Blasorchester aus Bad Fredeburg holt 84 Punkte bei World Music Contest in Kerkrade

Am Ende ist allen Musikern die Erleichterung anzusehen, als sie von der Bühne gehen. Bei dem, was sie zuvor gezeigt haben, ist das nur allzu verständlich. Das Wertungsspiel beim World Music Contest – der Blasmusik-Weltmeisterschaft – ist geschafft und alle 66 Musiker haben das Optimum aus sich herausgeholt. Die monatelange Vorbereitungszeit fand am vergangenen Sonntag ihren Abschluss.

20.000 Musiker aus aller Welt finden sich an den Juli-Wochenenden in Kerkrade ein. Erstmals dabei ist auch das überregionale Projektorchester Westfalen Winds mit Sitz in Bad Fredeburg. Und schon bei der Premiere konnte die Truppe um Dirigent Ulrich Schmidt ein Ausrufezeichen setzen. In der 1.Leistungsstufe der Harmonieorchester stellten sie sich mit 18 weiteren Vertretern – u.a. aus den Niederlanden, Spanien, Norwegen, aber auch China und Thailand – dem Votum einer dreiköpfigen Jury. Die beiden Niederländer Rob Goorhuis und Durk Lautenbach sowie die Norwegerin Cathrin Winnes bewerteten die Leistung des nordrhein-westfälischen Ensembles schließlich mit 84 von 100 Punkten, das sich damit im Mittelfeld einsortierte. An der Spitze stehen traditionell die niederländischen Teilnehmer.

Jedes Orchester hatte als Pflichtstück „Extreme Beethoven“ von Johan de Meij zu spielen, das aufgrund seiner Komplexität Herausforderungen bereithielt, die Westfalen Winds sicher meisterte.

Sowohl hinsichtlich der klanglichen Balance als auch des rhythmischen Zusammenspiels riefen die Musiker ihre beste Leistung ab.

WW2Für das Wahlstück hatte Westfalen Winds Thiemo Kraas im Vorfeld beauftragt, dem Orchester ein Werk auf den Leib zu schreiben, was dem langjährigen Ensemblemitglied zweifelslos gelungen ist. „Miroir de l’âme“ bestach durch die kammermusikalische Konzeption. Die Jury zeigte sich von der „lieblichen Atmosphäre“ und den „wunderbaren Soli“ beeindruckt und konstatierte, dass es dem Orchester geglückt sei, „einen schönen und ruhigen Moment mit diesem wunderbaren Werk“ zu schaffen.

Der Wettbewerb läuft nun noch eine Woche. Welcher Rang am Ende für Westfalen Winds dabei herauskommt, ist letztlich für die Musiker unerheblich – schließlich ging es ihnen vor allem darum, selbst mit der eigenen Leistung zufrieden zu sein. Und das sind sie ohne Zweifel. Denn zunächst mussten sich die Musiker für die Teilnahme anhand von Hörproben und Ergebnissen vorausgegangener Wettbewerbe qualifizieren.

Wer sich selbst vom Orchester ein Bild machen möchte, kann sich im Kalender bereits den 10. November vormerken, wenn Westfalen Winds wieder vor heimischer Kulisse in Bad Fredeburg konzertiert.

Deine Meinung ist uns wichtig

*