Kommunen wollen Neubürgern den Start erleichtern

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Wie kann Neubürgern der Start in Südwestfalen erleichtert werden? Über diese Frage haben gestern Vertreter von 22 Städten und Gemeinden in der Siegerlandhalle beraten. Zum zweiten Mal fand der „Runde Tisch Willkommenskultur“ statt, um gemeinsam neue Strategien zu entwickeln. Eingeladen hatte die Südwestfalen Agentur.

Marie Ting leitet die Regionalmarketing-Kampagne „Alles Echt“ und erklärt im Gespräch, warum das Thema Willkommenskultur für die Region so wichtig ist.

 

Frage: Sind Sie mit der Beteiligung von Seiten der Städte und Gemeinden zufrieden?

Runder Tisch2Ting: Absolut. Ich bin begeistert, wie stark die Kommunen sich einbringen. Bei allen

Diskussionen ist klar geworden, dass Städte und Gemeinden vor ähnlichen Herausforderung

stehen und in der gemeinsamen Entwicklung von Maßnahmen große Chancen sehen.

 

Frage: Gibt es bereits konkrete Ergebnisse oder Ideen?

Ting: Die Kommunen haben eine klare Zielstellung formuliert: Es muss gelingen,

gemeinsam mit Arbeitgebern, Einzelhandel und Bürgern vor Ort so starke Netzwerke zu

schaffen, dass jeder Neubürger sich tatsächlich willkommen fühlt. Allen ist klar: Wir

brauchen attraktives Infomaterial und Willkommenspakete, die Lust auf das Leben im Ort

machen. Was jedoch am Ende zählt, ist die persönliche Betreuung und Integration. Wer

erzählt einer interessierten Familie etwas über die Schulen vor Ort? Wo werden

Möglichkeiten geschaffen, dass Zuziehende sich unbürokratisch über Wohngegenden

informieren? Wie wird einem Bürger das reale Gefühl vermittelt, dass die Menschen vor Ort

ihn persönlich willkommen heißen? Und daran wird nun gearbeitet.

 

Frage:Der Empfang bzw. die Betreuung von Neubürgern findet vor Ort in den Städten, Gemeinden und Dörfern statt. Warum werden auf regionaler, südwestfälischer Ebene jetzt Strategien entwickelt?

Ting: Von dem Moment an, in dem jemand Interesse an einem Umzug nach Südwestfalen

hat, bis zu dem Zeitpunkt, in den er sich nicht mehr „neu“ im Ort fühlt, ist ein langer Weg.

Diesen möchten die Kommunen bestmöglich begleiten. Doch alleine ist das schwer: Gerade

kleineren Kommunen fehlen oft die finanziellen oder personellen Mittel, um Dinge zu

stemmen. Es geht nun darum, Mehrwerte für alle zu schaffen. Am Runden Tisch werden

Erfahrungen ausgetauscht, kluge Konzepte entwickelt, in Modellkommunen erprobt und

umgesetzt. Vieles lässt sich gemeinsam kostengünstiger und durchdachter entwickeln.

 

Frage: Wie können Sie den Kommunen dabei helfen?

Ting: Es entsteht gerade eine Checkliste, die Qualitätsstandards setzt und den Kommunen

bei der Orientierung hilft, wo Verbesserungspotenziale bestehen. Zum anderen entsteht ein

gemeinsames Set an Elementen, was genutzt werden kann: „Welcome Center“ und

Veranstaltungskonzepte sind ebenso wie Anzeigenmotive oder Willkommenstaschen

geplant. Der Ansatz ist dabei immer: Ein südwestfälischer attraktiver Rahmen, der vor Ort

passgenau gefüllt werden kann.

 

Frage: Wird es weitere Veranstaltungen dieser Art geben?

Ting: Auf jeden Fall. Der dritte Runde Tisch Willkommenskultur ist nach den Sommerferien

geplant. Und im kommenden Halbjahr sollen erste Bausteine fertig werden. Das Thema ist

ein ganz wichtiges Element der Kampagne „Südwestfalen – Alles echt!“, mit der wir für die

Stärken unserer Region werben. Denn es darf nicht bei Werbung alleine bleiben. Da, wo wir

uns vor Ort weiter verbessern können, müssen wir das auch tun.

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