Frisch gemäht! Bauern fahren den „1. Schnitt“ ein

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Wichtigste Ernte für Milchviehbetriebe beginnt nächste Woche / Landwirte bitten um Verständnis für Maschinen auf den Straßen

Wichtigste Ernte für Milchviehbetriebe beginnt nächste Woche

Frisch gemäht! Überall im Hochsauerlandkreis sieht und hört man in den nächsten Tagen Mähwerke, Wender, Schwader, Ladewagen und Wickelmaschinen auf den Wiesen, um die erste Silage zu sichern. Der „1. Schnitt“ ist die wichtigste Ernte für die heimischen Milchviehbetriebe und Aufwuchs und Witterung sind derzeit optimal, so dass ab Mitte nächster Woche (ab ca. 22. Mai) mit Beginn der Erntearbeiten gerechnet werden kann.

Das zieht natürlich auch ein höheres Verkehrsaufkommen durch Landmaschinen auf den Straßen nach sich. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Hochsauerland bittet daher die Bevölkerung um Verständnis für die Landwirte bei der Arbeit, die sich teilweise bis in die Abendstunden hinziehen kann.

ErsterSchnittGrundfuttersicherung für die Milchkühe
„Schließlich stellt das frische Grün die Grundfuttersicherung für den nächsten Winter dar“, erläutert der WLV  in einer Pressemitteilung.
Das Grundfutter für Milchkühe muss genau im richtigen Moment geschnitten und konserviert werden, damit der bestmögliche Kompromiss aus Qualität und Menge erreicht wird. Dieser Moment ist jetzt erreicht. Würde zu lange mit der ersten Mahd gewartet, fingen die Gräser an zu blühen. Dann würde das Gras hart, der Rohfasergehalt des Grünfutters stiege und wäre damit weniger gut verdaulich. Silage ist wie „Sauerkraut“

Für die Silage bleibt das gemähte Gras meistens einen Tag lang liegen, damit es antrocknet. Anschließend wird es gewendet, in „Schwaden“ – das sind Reihen – gelegt und anschließend mit dem Ladewagen aufgesammelt. In diesem Moment brauchen die Betriebe besonders „große Schlagkraft“, damit das Gras schnell eingefahren werden kann. Diese Arbeit vergeben viele Landwirte an Lohnunternehmer. Luftdicht verpackt ist die Silage dann bis zu einem Jahr haltbar. Abgeschlossen von der Luft läuft der Gärungsprozess ab. Er ist vergleichbar mit den Prozessen, die sich bei der Herstellung von Sauerkraut abspielen. Die luftscheuen Milchsäurebakterien sorgen dafür, dass schädliche Organismen – wie Butter- und Essigsäurebakterien oder Schimmelpilze – abgetötet werden.

Heu wird im Sommer gemacht
Im Gegensatz zum Heu, das im Sommer geerntet wird und bei dem der Wassergehalt des Schnittgutes durch Wind und Sonne von ursprünglich 85 Prozent auf etwa 15 Prozent gesenkt wird, liegt der Wasseranteil bei der Grassilage noch bei 60 bis 70 Prozent. Wichtig ist, dass das Grünfutter weder zu nass noch zu trocken ins Silo gefahren wird. Beides behindert die natürliche Konservierung durch die Milchsäurebakterien. Für einen optimalen Gärungsprozess ist neben dem richtigen Vorwelkgrad auch eine gute Verdichtung durch Festfahren mit Schleppern und die
luftdichte Abdeckung mit Folie erforderlich.

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