Aus Omas Aussteuerschrank quer über den Globus

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Die Paramentengruppe der kfd St. Anna Holthausen-Huxel fertigt bereits seit 1984 in filigraner Handarbeit die Textilien für den Kirchenraum an. Unter dem Motto „Ein Messgewand für die Weltmission“ nähen und sticken die fünf fleißigen Holthauserinnen was das Zeug hält. Jeder macht dabei das, was er gut kann. Einmal im Monat treffen sich Liesel Henneke, Agnes Salamon, Lissy Willmes, Ursula Grobbel und Paula Hennemann, die mit stolzen 88 Jahren wohl die meiste Erfahrung hat. Jedes Jahr um Pfingsten stellen die Frauen ihre Arbeiten für eine Woche in der Kirche in Holthausen aus, bevor die Werke auf den Weg in die Welt geschickt werden.

WOLL-Paramentengruppe 016Es sind liebevoll mit Spitze versehene Altardeckchen, Stolen, Messgewänder und vieles mehr. Kurz alles, was für den Gottesdienst benötigt wird. Wie die lateinische Herkunft des Wortes parare mensam verrät, gilt es den Tisch zu bereiten. Zwischenstopp machen die Paramente auf der Liboriwoche in Paderborn, denn das Projekt ist eine Initiative des Erzbistums. Im Dom werden sie zusammen mit allen anderen in der Diözese gefertigten Paramenten ausgestellt. Richtig spannend wird es erst, wenn die Paramente an die Priester in Mission verteilt werden. „Da jede Stola mit einem Laufzettel versehen wird, auf dem die Herkunft vermerkt ist, erhalten wir häufig Dankesbriefe und Fotos aus den verschiedensten Ländern der Welt“, erklärt Ursula Grobbel während sie durch einen prall gefüllten Ordner blättert. „Liebe Freunde in der Heimat“ lautet beispielsweise ein Briefanfang aus Tansania und die Freude ist allen Beteiligten sichtlich anzumerken. Weitere Briefe stammen aus Chile, Albanien und von den Philippinen, das heißt die Paramente landen tatsächlich auf jedem Kontinent.

Besonders erfreut sind die Frauen auch über die Unterstützung, die sie aus dem Dorf erhalten. Einerseits erhalten sie Unterstützung durch Spenden, andererseits kommt bei den Frauen oft auch gut brauchbares Material an, so wird quasi aus dem heimischen Paradekissen ein Taufkleid, das quer über den Globus reist.

                                                                                                                                                                                                                                                                         Von Antonia Voß

Kommentare

  1. B. Linhoff meint:

    Hallo liebes Woll-Team,

    ich finde es sehr beachtlich, was diese Seniorinnen seit 30 Jahren unentgeltlich für die Kirche leisten.

    Aber warum steht dieser Artikel nur im Internet und ist nicht in Ihrer Zeitschrift „Woll-Magazin“ zu finden. Schade!

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