Grafschafter Literaturabend am Mittwoch

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Der Literaturabend am kommenden Mittwoch, 15. Mai ab 19 Uhr im Haus des Gastes in Grafschaft den die Christine-Koch-Gesellschaft mit dem Verkehrsverein Grafschaft – Schanze zusammen seit 1999 alljährlich veranstaltet, präsentiert in diesem Jahr eine poetische Rezitation von Rainer Maria Rilke (Foto)

Rainer_Maria_RilkeEin Dichter, der nur schwer in eine literarische Epoche paßt, sondern den die Literaturgeschichte von Neuromantik über Jugendstil und Impressionismus bis hin zu Symbolismus in verschiedene Stilrichtungen eingeordnete. Doch erklären sie wohl alle kaum das Phänomen Rilke, der nur wenige Poesiefreunde gleichgültig ließ. Oft entglitt dem Blickwinkel auf die Person das eigentliche dichterische Werk, so grandios es auch ist, oder vielleicht gerade deswegen.

Denn der nach wie vor dominante Zugang zur Lyrik via Interpretation fällt zu Rilkes mythisch-metaphorischer Dichtung schwer, die ganze Miniaturwelten in einzigartiger Korrespondenz von Versform und sprachlichem Gehalt zu zerlegen vermag. „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die Dinge ziehn“, vermochte dies etwa schon in jungen Jahren der vermeintliche Neuromantiker, wie später genau so noch der in Paris gereifte vermeintliche Symbolist, etwa in „Der Panther“: „Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält“.

Nicht die Interpretation Rilkes soll während des Grafschafter Literaturabends ins Zentrum dichterischer Poesie führen, sondern die Adaption des lyrischen Gehalts, wo die Sinneswahrnehmung gleichberechtigt neben der des Verstandes rangiert: Mit ausgewählten Gedichten, die auf diverse Lebensstationen des Dichters abgestimmt sind.

 

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