Fusion für eine gemeinsame Zukunft

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Eine weitere „Bankenhochzeit“ im Kreis Olpe und im Hochsauerlandkreis bahnt sich an:

Die Volksbank Bigge-Lenne eG mit Sitz in Schmallenberg und die Volksbank Grevenbrück eG mit Sitz in Lennestadt denken über eine gemeinsame Zukunft nach. Die Vorstände beider Institute sind vom jeweiligen Aufsichtsrat beauftragt, in 2013 konkrete Fusionsverhandlungen mit dem Ziel der Verschmelzung in 2014 aufzunehmen.

Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Vorstände Peter Kaufmann (Sprecher), Andreas Ermecke und Michael Griese (Volksbank Bigge-Lenne eG) sowie Peter Hundt (Sprecher) und Bernd Griese (Volksbank Grevenbrück eG) stellvertretend für ihre jeweiligen Häuser unterzeichnet. Darüber informierten die Vorstände beider Banken am Freitag, 15. Februar, beim gemeinsamen Pressegespräch in Grevenbrück. In den letzten Jahren habe man bereits sehr kooperativ zusammengearbeitet. Beide Banken sind bereits in Lennestadt vertreten. „Durch den Zusammenschluss rundet sich das Bild einer gemeinsamen Bank in einem gemeinsamen Markt ab“, so Peter Hundt.

 „Durch die Verschmelzung sollen die Verbesserung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und die langfristige Existenzsicherung der beteiligten Genossenschaften angestrebt werden. Beide Genossenschaften vereinbaren, eine Verschmelzung im Jahre 2014 herbeizuführen.“ So steht es wörtlich als Zielsetzung in der von den Vorständen unterzeichneten Absichtserklärung, über deren Inhalt die Mitgliedervertreter beider Banken in einem persönlichen Anschreiben in Kenntnis gesetzt wurden. Auch die Betriebsräte beider Banken sowie die Belegschaften wurden bereits von den Vorständen über die weitere Entwicklung zur Intensivierung der langjährigen kollegialen Zusammenarbeit informiert. „Wir wollen uns im Sinne des Kunden weiterentwickeln und noch attraktiver für unsere Mitglieder und Kunden werden. Unsere gemeinsamen Ziele, die Nr. 1 in der Kundenzufriedenheit sowie die Nr. 1 in Mitarbeiterqualität und –identifikation, verfolgen wir weiterhin konsequent“, betonen Michael und Bernd Griese unisono.

Beide Volksbanken werden ohne Druck und aus einer Position der Stärke heraus in die Verhandlungen gehen, betonten die beteiligten Vorstände. Eine vorausschauende Geschäftspolitik habe jedoch darauf bedacht zu sein, rechtzeitig und in freier Willensbildung die Weichen für die Zukunft zu stellen.„Eine Fusion erfolgt auf Augenhöhe“, hieß es von Vorstandsseite im Pressegespräch. „Zwei starke und gesunde Partner kommen zusammen.“

 Als wesentliche strukturpolitische und betriebswirtschaftliche Vorteile stellten Peter Hundt und Peter Kaufmann dabei insbesondere höhere Skaleneffekte, bessere Ertragsstrukturen und eine steigende Attraktivität für größere Firmenkunden im gemeinsamen Wirtschaftsraum heraus. Ein wichtiger Vorteil: Das stärkere Eigenkapital des neuen Gesamtinstituts ermöglicht höhere Kreditgrenzen. „99% aller Kreditentscheidungen können vor Ort getroffen werden“, betont Vorstand Andreas Ermecke.

Die Privatkunden würden unter anderem durch die effizientere Standortstruktur profitieren. Durch die „Bündelung der Kräfte“ könne das Beratungsangebot weiter verbessert, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit insgesamt gesteigert werden.

Beide Volksbanken stehen insgesamt vor den gleichen, großen Herausforderungen. Hierzu zählen die Vorstände insbesondere den überaus harten Wettbewerb mit den Geschäfts- und Direktbanken und die von der Politik ohne Unterscheidung neu für den Finanzmarkt geschaffenen Regeln und Gesetze („Basel III“). Hinzu kommen die auf einen historischen Tiefstand gefallenen Zinsen, die den Verdienst der Banken und die Eigenkapitalbildung zunehmend einengten sowie die deutlichen Veränderungen im Kundenverhalten. Diese Herausforderungen seien in einem größeren Geschäftsbetrieb leichter zu bewältigen.

Personal soll nicht freigesetzt werden,

versicherten die Vorstände. Den Mitarbeitern böte sich nach dem Zusammenschluss in dem gemeinsamen Institut ein noch attraktiverer Arbeitgeber mit erweiterten Karrierechancen in einem größeren Einzugsgebiet.

Das neue Gesamtunternehmen „Volksbank Bigge-Lenne eG“ würde eine Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro aufweisen, 40 Bankstellen unterhalten, 379 Beschäftigte haben und 46.772 Mitglieder auf sich vereinigen. Das Kundengesamtvolumen beliefe sich auf rund 3 Milliarden Euro. Mit einem Eigenkapital von 140 Millionen Euro ist die Volksbank Bigge-Lenne dann die eigenkapitalstärkste Volksbank in Südwestfalen.

In den nun folgenden Monaten soll die bisherige Zusammenarbeit vertieft und die bestehenden personelle Verflechtungen in bestimmten Bereichen intensiviert und koordiniert werden. Im Vorfeld der Fusion finden regionale Vertreterinformationen statt. Die notwendigen Beschlüsse zum Zusammenschluss sollen auf den beiden Vertreterversammlungen im ersten Halbjahr 2014 fallen. Dazu ist jeweils eine Zustimmung von 75 Prozent erforderlich.

Kundennähe und regionale Verbundenheit, die Menschen und Wirtschaftsunternehmen vor Ort und in der Region mit mitglieder- und kundenorientierten Lösungen in allen Finanzangelegenheiten zu beraten und zu fördern – das ist und bleibt unserer Markenzeichen“, so Peter Hundt und Peter Kaufmann abschließend.

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