Könner brauchen Gönner

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Das Sauerland als beliebtes Urlaubs- und Ferienziel hat einen Namen weit über die Grenzen hinaus. Wirtschaftlich ist man gut aufgestellt mit niedriger Arbeitslosigkeit und erfolgreichen Unternehmen, darunter sogar Weltmarktführer.

Aber auch in den Bereichen Kunst und Kultur, Umwelt und Sport hat unsere Region schon einiges auf die Beine gestellt.

Der Sport, insbesondere Fußball, fasziniert die Menschen überall. Auch in den Randsportarten gibt es einige große Talente, die durch ihre Leistungen hervorstechen.

Aber hier haben es die Sportlerinnen und Sportler schwer, sich durchzusetzen.

Mit dem Aufruf „Könner brauchen Gönner“ sollen Unternehmen aufgefordert sein, als mögliche Sponsoren die Talente zu unterstützen und ihnen ihre sportliche Karriere ein Stück weit zu erleichtern.

„Wir müssen lokal und regional unsere Spitzensportler fördern“, da ist sich auch Patrick Sensburg, MdB, sicher.

Im Gespräch mit den zwei herausragenden, heimischen Leistungssportlern Helena Fromm und Christian Paffe wurde deutlich, wie schwer der Weg ist. Hermann-J. Hoffe, der seit einem dreiviertel Jahr Helena Fromm managt, spricht da aus Erfahrung: „Man stellt fest, wie schwer die organisatorische aber auch die finanzielle Unterstützung ist“.

Helena Fromm ist nach ihrer Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen in London sicher zu einem Leistungsträger in der Region geworden. Und auch Christian Paffe hat als Jugend-Olympiasieger im Rennrodeln ein Zeichen gesetzt. Prämien und Sporthilfe werden immer mal wieder angeboten, größere Angebote von Sponsoren blieben jedoch aus.

Sportliche Ausrüstungen und Reisen bedeuten sowohl organisatorisch als auch finanziell eine Herausforderung. Und da wäre eine Unterstützung von Sponsoren eine große Hilfe.

„Die Talente müssen in jungen Jahren gefördert werden“, bemerkt Patrick Sensburg. „Sportler sind Idole, sie sind vorzeigbar. Und gute Unterstützung ist doch auch Werbung und Ansporn für andere Mitarbeiter im Betrieb“. „Über den Sport kann eine Firma viel mehr transportieren“, meint auch Hermann-J. Hoffe.

Auch wenn durch intensives Training kaum Zeit bleibt, so kümmern sich die beiden Spitzensportler doch um ihre berufliche Zukunft. Helena Fromm nimmt derzeit die Sportförderung der Bundeswehr in Anspruch. Neben der sportlichen Karriere bekommt sie dort die Möglichkeit eines Studiums. Christian Paffe absolviert eine Ausbildung. Denn trotz Unterstützungen vom Verein, Verband, der Sporthilfe und dem Elternhaus denken beide auch an eine zusätzliche, finanzielle Absicherung.

Für Helena Fromm und viele andere Sportler ist es wichtig, Rückendeckung zu haben. „Es ist schon gut zu wissen, es stehen welche hinter einem, damit man seine Talente ausbauen kann“.

Mehr Engagement wünscht sich auch Petra Sapp, Geschäftsführerin der Winterberger Bobbahn GmbH. Sie sieht eine vergleichbare Situation. „Am Bahnbetrieb haben wir Spitzensportler, die große Sponsoren haben, aber auch viele Talente, denen die notwendige Förderung noch fehlt“. Als Leistungszentrum NRW soll sich die Bobbahn demnächst noch stärker mit der Region identifizieren.

„Wir müssen unsere Talente schmieden und pushen“, resümierte Sensburg.

Nach ihrer Meniskus-Operation trainiert Helena Fromm hart und wird im Juli bei der WM in Mexiko antreten. Ihr nächstes, großes Ziel ist die Teilnahme bei Olympia in Rio.

Für Christian Paffe steht als nächstes der Junioren-Weltcup an, bei dem er unter die ersten Fünf kommen möchte.

Der Bedarf an Unterstützung besteht, das wird deutlich.

In allen Bereichen seien super Sportler in unserer Region, aber die Rahmenbedingungen fehlen. Der Appell müsse rausgehen, um daraus etwas zu machen.

 

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