Projekt „mobil4you“ mit 3. Regionale-Stern ausgezeichnet/ Lippetal, Möhnesee, Sundern, Schmallenberg und Winterberg/ Medebach machen mobil

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Unter dem Titel „mobil4you“ startet im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis ein modellhaftes Projekt, das am vergangenen Dienstag mit dem 3. Stern der Regionale 2013 ausgezeichnet wurde.  In fünf sogenannten Referenzräumen – Lippetal, Möhnesee, Sundern, Schmallenberg und Winterberg/Medebach – werden Angebote und Service des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ausgeweitet und gleichzeitig die Informationsmöglichkeiten verbessert. 1,3 Millionen Euro werden für die „Mobilitäts-Offensive“ investiert.

Das Projekt „mobil4you“ haben die Verkehrsbetriebe „RLG Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH“ und die „BRS Busverkehr Ruhr-Sieg GmbH“ in Zusammenarbeit mit dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis entwickelt. Ziel ist, mit innovativen Maßnahmen den Herausforderungen zu begegnen, vor denen der ÖPNV im ländlichen Raum steht: Die Gesellschaft altert, die Einwohnerzahlen in den Kommunen schrumpfen und zukünftig sinken zudem die Schülerzahlen. Die wirtschaftliche Basis für den Öffentlichen Personennahverkehr bröckelt. Ein Wegbrechen wäre allerdings fatal, gerade für ältere Menschen und Schülerinnen und Schüler. Deshalb ist es wichtig, jetzt zu handeln. „mobil4you bietet unterschiedliche Ansatzpunkte, diesen Trend zu brechen. Wir wollen erreichen, dass die Menschen in ländlichen Regionen von intelligenten Mobilitätskonzepten profitieren“, fasst Gregor Speer, Projektleiter mobil4you bei der  Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH, zusammen.

Es kann losgehen!

Bei einem Pressegespräch in Möhnesee-Körbecke informierten sich am vergangenen Dienstag alle Projektbeteiligten über den aktuellen Sachstand und die konkreten Umsetzungspläne der einzelnen Projekte.  Der Regierungsvizepräsident Volker Milk überbrachte persönlich den Bewilligungsbescheid für die Landesförderung. Der 3. Stern der Regionale 2013 sowie die Förderung durch die Bezirksregierung Arnsberg machen deutlich: Es kann losgehen.

Bördebus, Seeroute, Skibusse, Mobilitätspaten und mehr

In den fünf ausgewählten Referenzräumen werden jetzt Angebote ausgebaut und neu geschaffen. Die Gebiete wurden aufgrund ihrer besonderen Anforderungen an den ÖPNV ausgesucht. Lippetal mit seiner verstreut liegenden Siedlungsstruktur hat eine andere Ausgangslage und Anforderungen als beispielsweise die Tourismus-Hochburg Winterberg. Zu den Maßnahmen gehören MobilitätsStationen, an denen unter anderem (Elektro-)Kleinfahrzeuge ausgeliehen werden können und die tariflich mit Bus und Bahn verknüpft sind, der Bau von Haltewunschtasten an abseits der Buslinien gelegenen Haltestellen sowie neue Fahrplanangebote wie die Seeroute und den Bördebus in Möhnesee oder Skibusse in Winterberg und Schmallenberg.

Gleichzeitig setzt das Projekt aber auch bei der Information der Bürgerinnen und Bürger an. Neben stationären Infoterminals ist in allen Referenzräumen auch der Einsatz von „MobilitätsPaten“ vorgesehen: Ansprechpartner vor Ort, die über die unterschiedlichen Angebote informieren und bei Fragen weiterhelfen.

 

Folgende Angebote werden im Rahmen von „mobil4you“ zurzeit umgesetzt:

  • Anruf-BürgerBus (Schmallenberg): Das bereits bestehende BürgerBus-Angebot wird ausgeweitet und nach Bedarf gesteuert. Ziel ist, Reichweite und Auslastung zu verbessern.
  • Seeroute (Möhnesee): Im Sommer werden touristische Einrichtungen rund um den See und die in Körbecke geplante Mobilitätsstation durch eine Kleinbus-Linie miteinander verbunden.
  • BördeLinie (Möhnesee): Die Gemeinde Möhnesee wird mit der Stadt Soest und der Gemeinde Bad Sassendorf mit einer durchgehenden Buslinie verbunden.
  • WinBus / MedeBus (Medebach, Winterberg): Ein Kleinbus erschließt die Kernorte von Medebach und Winterberg. Im Einsatz wird ein Fahrzeug mit Elektroantrieb sein.
  • SkiBus (Winterberg, Schmallenberg): Ein Pendelbus verbindet die Innenstadt mit Pisten, Gastbetrieben und dem Bahnhof.
  • MobilitätsStationen (Möhnesee, Winterberg, Medebach): Verleih- und Aufladestationen für Elektro-Kleinfahrzeuge wie Pedelec, Scooter oder Segway, die als Ergänzung zum ÖPNV auf Kurzstrecken zum Einsatz kommen sollen.
  • Haltewunschtasten an Bushaltestellen (Lippetal): Fahrgäste an Haltestellen in kleinen Orten, die etwas abseits der Hauptlinie liegen, signalisieren dem Busfahrer per Knopfdruck ihren Mitfahrwunsch.
  • Informationsverbesserungen (alle Referenzräume)
  • MobilitätsPaten (alle Referenzräume)

 

Einige Maßnahmen werden zudem über ein Tarif-System miteinander verbunden: Kunden mit einem Abo-Ticket für ÖPNV sollen dann beispielsweise an den MobilitätsStationen Vergünstigungen und Zusatzleistungen erhalten. „Wir brauchen den Öffentlichen Personennahverkehr in Südwestfalen – in Zukunft mehr denn je. Die Angebote sind nicht nur für Senioren und Schüler oder für den Tourismus wichtig, sondern auch um Fachkräfte und deren Familien für Südwestfalen zu gewinnen“, sagt Daniel Fühner, verantwortlicher Projektmanager der Südwestfalen Agentur.

 

Alle Beteiligten sind gespannt, wie die Projekte sich in der Umsetzungsphase entwickeln werden. Denn mobil4you hat den Ehrgeiz zum Wegweiser für andere Regionen zu werden. Gregor Speer sieht optimistisch in die Zukunft: „mobil4you hat großes Potential und was in Südwestfalen funktioniert, klappt anderswo auch.“

 

Investitionssumme: 1,3 Millionen Euro (davon 696.000 Euro Landesförderung).

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