WOLL zu Gast beim Calinée

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Jungunternehmer beweist Sinn für Romantik:

Gekonnt schraubt Philipp Spiekermann den kleinen Klavierhocker in der Bibliothek des Hotels Astenblick nach oben. Er sortiert ein letztes Mal seine Noten und zupft sein Sakko zu recht. Alles ist vorbereitet. Das Licht ist gedimmt, der kleine Raum liegt im Kerzenschein. Nur vier Tische finden hier Platz. Mit Rosenblättern sind sie für die Paare dekoriert, die hier einen ganz besonderen Abend verbringen sollen. „Klar bin ich immer wieder ein bisschen angespannt“, gesteht der 21-Jährige, als er am Klavier Platz nimmt. Vom Eingangsbereich des Hotels dringen Stimmen zu uns herüber. „Oh, die ersten Paare sind da!“, flüstert er und konzentriert sich auf das, was jetzt kommt. Vor ziemlich genau einem Jahr kam dem BWL-Studenten die Idee, sich selbstständig zu machen. Mit einem Calinée. „Das sucht man in der Form in der westfälischen Gastronomielandschaft nämlich vergebens!“ Ein Mehrgangmenü im Kerzenschein und dazu romantische Klaviermusik. Dieses Angebot gibt es in ganz Deutschland nur ein paar Mal. „Ich wollte einfach etwas ganz Eigenes machen! Ein Unternehmen gründen. Deshalb habe ich überlegt: Was kannst du besonders gut?“ Die Antwort war schnell gefunden: Klavierspielen. Seit 15 Jahren spielt Philipp Spiekermann leidenschaftlich Klassik, moderne Lieder, Fernsehmelodien und Musicals. „Ganz unter uns“, erzählt er mit einem Augenzwinkern: „Klavierspielen kommt auch bei den Mädels richtig gut an! Das war schon in der Schule so.“ Auch seine Freundin war immer begeistert von seiner Musik. Doch irgendwann wuchs der Wunsch nach einem größeren Publikum. Mit ersten Auftritten in verschiedenen Sauerländer Hotels besserte er sich lange Zeit sein Taschengeld auf. Die Idee, ein Calinée zu spielen, macht ihn heute zu einem der jüngsten Unternehmer im Hochsauerlandkreis.

Von Verena Tröster

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