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Jeder Jeck ist anders – Alle Menschen sind gleich:

Begegnet sind wir uns zum ersten Mal vor über 40 Jahren. Auf einer gemeinsamen Fahrt nach Frankreich mit der Jugendgruppe der Katholischen Kirchengemeinde Gleidorf, unter Leitung des damaligen Vikars Wolfgang Rademacher. Der Bericht über die Reise in unser Nachbarland war seine erste journalistische Tat. Mit dem Kürzel „giba“  – für Gisbert Baltes –  hat er sich über die Grenzen seines Heimatortes Heggen hinaus schnell einen Namen gemacht. Als Moderator, Redakteur, Reporter und Autor beim WDR hat er mitgeholfen, dem Sauerland eine bedeutende Stimme zu geben. Seine zahlreichen Fernseh-Sendungen und Berichte vom Kölner Karneval machen ihn zu einem der bekanntesten Repräsentanten der rheinischen Fröhlichkeit. In seinem im Frühjahr veröffentlichten Buch  über das Rheinland zeigt Gisbert Baltes eindrucksvoll, dass Sauerländer mit weltoffenem Verstand jederzeit in der Lage sind, sich auch in „fremden Kulturen“ wohl zu fühlen, ohne die Liebe für das heimatlich Sauerland zu verlieren. Auf dem Schützenfest in Oberkirchen haben wir uns zu einem Interview verabredet.

WOLL: Hallo Gisbert, warum bist du heute hier in Oberkirchen?

Baltes: Um Spaß zu haben. So ein Fest bietet die wunderbare Gelegenheit, alte Freunde wiederzusehen. Wenn der Kölner das sieht, denkt er vermutlich: „Das ist der Karneval im Grünen.“ Egal. Die Schützenfeste im Sauerland sind wie ein großes Klassentreffen. Klasse ist das!

WOll: Vor einigen Monaten hast du mit dem Buch „Rheinland“ einen Titel über deine neue Wahlheimat auf den Markt gebracht. Kann ein Sauerländer überhaupt ein Buch über das Rheinland schreiben?

Baltes: Das kann er, sehr gut sogar. Erst recht, wenn er mit einer Rheinländerin verheiratet ist, die zudem auch noch aus Köln kommt. Man entdeckt Kleinigkeiten, auch größere Geschichten, die der Einheimische noch gar nicht wusste. Und das beabsichtigt dieses Buch, das eigentlich „Heimatkunde“ heißen sollte.

WOLL: Wenn es dieses Grundgesetz des Rheinlandes: „Jeder Jeck ist anders“ gibt, gibt es dann auch eins für das Sauerland?

Baltes: Die Präambel des Rheinisches Grundgesetzes „Jeder Jeck es anders“ heißt in Wirklichkeit nichts anderes, als „Alle Menschen sind gleich“. Das kann man wunderschön ins Sauerländische Platt übertragen: „Alle Luie sin gliek!“ Nichts anderes sagt das Grundgesetz der Bundesrepublik: Die Würde des Menschen ist unantastbar…Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

WOLL: Was unterscheidet die Sauerländer von den Rheinländern?

Baltes: Die Sauerländer sind wesentlich verlässlicher und die Rheinländer haben eine andere Uhrzeit. Aber wenn der Sauerländer ein bisschen mehr von der natürlichen Fröhlichkeit des Rheinländers hätte, wäre das auch nicht verkehrt. Er lacht zu oft nach innen – Ausnahme: Schützenfest …

 

Interview mit Gisbert Baltes – von Hermann-J. Hoffe

Das ausführliche Interview können Sie in der aktuellen Herbstausgabe von WOLL – Worte, Orte, Land und Leute – Ausgabe Schmallenberg/Eslohe lesen.

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