Dr. Markus Merk im Pressegespräch: Von Doppelpässen und wahren Helden

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Dr. Markus Merk, einer der bekanntesten deutschen Schiedsrichter, war am vergangenen Donnerstag zu Gast in Meggen. Mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Sport stand das Thema „Sicher entscheiden“ im Fokus der Diskussion, die im Rahmen des Volksbank Forums der Volksbank Bigge- Lenne, im Meggener PZ statt fand. Zuvor stand Dr. Merk in einem Pressegespräch Rede und Antwort.

„Das Leben ist keine Wissenschaft- es besteht aus Doppelpässen“, so der Leitsatz des Schiedsrichters, der die Luft vom Lauterer Betze schon von seiner Geburtsstunde an einsog. „Mein Elternhaus lag nur 300 Meter hinter dem Stadion und als ich zwei Stunden alt war, hatte mein Vater mich schon als Mitglied beim FC Kaiserslauerten angemeldet“, erinnert sich Markus Merk. Als Schiedsrichter machte er eine Karriere die seinesgleichen sucht. „Aber“, so betont er, „ Es gibt 80 000 Schiedsrichter in Deutschland die in den unteren Ligen, also unten an der Basis pfeifen. Das sind die wahren Helden!“

Auch zum Thema Wirtschaftsfaktor Fußball hat der heute 50-jährige, der seinerzeit mit einem Schiedsrichter- Spesensatz von 72 D-Mark  angefangen hat, einen klaren Standpunkt. „Fußball ist immer noch ein Sport, aber die wirtschaftliche Seite spielt heute eine ganz große Rolle. Das eine würde ohne das andere nicht mehr funktionieren.“ Nicht nur der Sport, sondern unsere ganze Gesellschaft habe sich verändert, vor allem auch die mediale Präsenz. „Die Fanausschreitungen der jüngsten Vergangenheit zeigen dies auch ganz deutlich. Die Zivilcourage der Menschen, der Fans, muss hier ganz klar im Vordergrund stehen. Da müssen wir ansetzen. Denn man kann nicht sagen, dass beim Spiel Düsseldorf- Hertha die Ordner versagt haben. Wenn einer über den Zaun klettert, stehen hundert andere dabei, die ihn aufhalten könnten.“

Entscheidungen sind wichtig- in all unseren Lebensbereichen. Schiedsrichter treffen Entscheidungen in Sekundenbruchteilen. Aber ist es immer die richtige? „Auch mit Fehlentscheidungen muss man umgehen können. Man sollte für sich das positive aus dem negativen herausholen. Glauben sie mir: Es macht keinen Spaß gegen Bayern einen Freistoß zu pfeifen und Schalke wird dann nicht Meister“, erinnert Markus Merk an eine, zumindest für den FC Schalke, folgenschwere Entscheidung.

Döneken am Rande: So ganz vergessen haben die Sauerländer- Schalke- Fans das Desaster aus der Saison 2000 / 2001 noch immer nicht. Getreu dem Schalke- Fan- Lied: In meinem Herzen flattert leise, ein blau und weißes Fähnelein, flatterte am Donnerstagabend vor dem Meggener PZ zur Begrüßung von Markus Merk ein riesiges FC Schalke Banner, mit den Ausmaßen einer Schützenfestfahne.

Fotos:  Unten: Zwei Schiedsrichtergenerationen an einem Tisch: Sandra Föhrdes, eine der jüngsten Schiedsrichterinnen unserer Region, mit Dr. Markus Merk (50 J.).

Oben: v. l. Michael Kruzeja, Frank Segref, Sandra Föhrdes und Markus Merk

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