Poster mit Sauerländer Wörtern begeistert Jung und Alt

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Facebook brachte die Idee

Ein Poster mit mehreren Dutzend „Sauerländer Wörtern“ begeistert seit einigen Wochen die Sauerländer in der Region und fernab der Heimat. Ausgelöst wurde das Interesse durch eine Frage der Kur- und Freizeit GmbH Schmallenberger Sauerland und Ferienregion Eslohe auf Facebook nach den liebsten, typischsten Sauerländer Wörtern oder Sätzen. An dieser Umfrage haben sich inzwischen mehr als  fünfzehntausend Menschen beteiligt. Mit weitem Abstand steht das schöne Wörtchen „Woll“ an erster Stelle. Aber auch so reizvolle Ausdrücke wie „Ker, Schmacht oder Schmackes“ sind dort zu finden und regen die Diskussion darüber an.

Das im Oktober erstmalig herausgegebene Magazin „WOLL – Worte, Orte, Land und Leute“ hat diese Umfrage aufgegriffen und auf Anregung zahlreicher Leser ein Plakat mit den schönsten „Sauerländer Wörtern und Redewendungen“ gedruckt. Kurz vor Weihnachten war das Plakat erstmalig in Buchhandlungen in Schmallenberg, Eslohe, Meschede und Bad Fredeburg zu haben. Inzwischen gibt es die Plakate auch in Arnsberg und Neheim. Sauerländer, die gerade nicht in der Nähe wohnen können sich die Plakate online im Woll-Onlineshop bestellen. Und das tun sie reichlich. Von Sylt bis Garmisch-Partenkirchen erreichen den Herausgeber von WOLL nun täglich Anfragen nach dem Poster. Inzwischen sind die Poster in Büros und Empfangshallen der Hingucker und lebhaft erklären Sauerländer den erstaunten Besuchern was „Buiterlinge, Giebelfrigger oder Mauken“  sind. Selbst in Linienbussen in Köln und in Büros in Mexiko oder Italien sollen Plakate mit den „Sauerländer Wörtern“ schon gesichtet worden sein. Über den regen Verkauf der Plakate freut sich auch die Aktion Lichtblicke, denn 1,00 Euro von dem Verkaufserlös wird für die Aktion Lichtblicke gespendet. Kurz nach Weihnachten konnten so schon die ersten 750,00 Euro überwiesen werden.

 

Das Plakat kann im WOLL-Onlineshop oder in den nachfolgenden Buchhandlungen und Geschäften gekauft werden:

ATTENDORN: Frey Buch & Papier, Attendorn – Schüldernhof 2
ARNSBERG: Buchhandlung Houtermans
BAD FREDEBURG: Elkemann
ESLOHE: Decohaus, Tintenfaß
FINNENTROP: Buchhandlung am Rathaus
HÜSTEN: Bücher Eck Engelbertz, Hüsten – Marktstraße 36
ISERLOHN: Mayersche Buchhandlung
LÜDENSCHEID: Mayersche Buchhandlung
MESCHEDE: Bücherstube Eva Linhof
MEINERZHAGEN: Buchhandlung Schmitz
NEHEIM: Mayersche Buchhandlung
OLSBERG: Käpt’n Book
SCHMALLENBERG: Bett & Bad, Bücher+mehr, Kur- und Freizeit GmbH (Holzhaus), Getränke Mertens
SUNDERN: Bücher Eck Engelbertz, Sundern – Settmeckestraße 1
WENHOLTHAUSEN: Gasthof Seemer
WERDOHL: Lesen & Ambiente, Katrin Guntermann

Kommentare

  1. Hildegard Enders meint:

    Woll-Plakat

    Ich finde es wunderbar. Bitte beim nächsten Druck
    darauf achten Twerspraaken wird anders geschrieben
    Twersbraken = Querer Ast (braken=Ast) gemeint ist Querkopf

    Schmandfurt falsch Schmandfutt= Schmand für schmierig/fett
    Futt = Hintern

  2. Ingrid Riemann meint:

    Ich war kurz vor Ostern in Saalhausen-Lennestadt und habe dort im Hotel dieses Woll-Poster gesehen.
    Fast alle Wörter stammen aus der ‚Masematte‘ – eine Sprache aus Münster/Westfalen und wurde im 19.Jhd. von Fremdarbeitern, Vagabunten
    fliegenden Händlern und Gaunern gesprochen (Bau des Dortmunder Ems-Kanals), um sich von anderen abzugrenzen, und nicht verstanden zu werden. Masematte ist eine Mischung aus Jiddisch und Rotwelsch. „Masematte“ leitet sich ab aus dem Jiddischen masso umattan oder masa ‚umatán, dasso viel heißt wie „Geschäft“, „Handel“. Im Rotwelschen hat masematten auch die Bedeutung „Einbruch, Einbruchdiebstahl“. Warum die „Sauerländer“ so gesprochen haben sollen, weiß ich nicht. Ob sich hier wohl etwas vermengt hat?
    Gruß aus Münster
    Ingrid Riemann

  3. Reiner Neuhaus meint:

    Über datt Poster „Sauerländer Worte“ könnte ich mich beömmeln. Weitere Vorschläge/Ergänzungen: Ker, Mann ey. Weisse watt? Wat iss? Eese lecken, haime gohn.

    Viele Grüße

    R. Neuhaus

  4. Reiner Neuhaus meint:

    Hier noch einige Vorschläge für Änderungen/Ergänzungen im Poster:

    -Überschrift „Sauerländer Worte“ mehr hervorheben (z.B. Fettdruck)

    Rausnehmen würde ich:

    -gammeln (nicht spezifisch sauerländisch)
    -meschugge (ist hebräisch)
    -Prost, zwar im Sauerland viel benutzt aber nicht spezifisch
    -Jück, eher rheinisch (op Jück jonn)
    -mach hinne (nicht unbedingt spezifisch)
    -Buchse: eher defensiv sauerländisch,besser Buzze das knallt

    Eventuelle Ergänzungen:
    -siehste woll
    -gezz hasset
    -Lummerbuil

    Zur gefl. Prüfung, woll…

  5. D. Wurm meint:

    Hallo Frau Riemann,
    ich habe Ihre Aussage überprüft. Wie man unter http://masematte.susisoft.de/masfram.htm schnell selbst nachprüfen kann, stammen die wenigsten Wörter auf dem Plakat aus der Masematte. Im Gegenteil, Sie werden da kaum ein Wort vom Plakat finden. Und wenn Sie eines finden, hat es teilweise noch eine andere Bedeutung als im Sauerland. Außerdem ist ja nicht gesagt, dass Wörter aus der Masematte ins Sauerländische übernommen wurden, es könnte ja auch umgekehrt sein. Wahrscheinlicher ist allerdings ein gemeinsamer Ursprung aus dem Ur-westfälischen.
    Es sind zwar nicht alle Wörter auf dem Plakat im Gebrauch auf das Sauerland begrenzt und z.B. das Wort „meschugge“ ist mit Sicherheit aus dem Jiddischen und nicht aus dem Sauerländischen, aber der Großteil der Wörter sind absolut typisch für das Sauerland und aus dem Sauerländer Platt entstanden.

    Danke an die Initiatoren für das tolle Plakat!

  6. Scholz meint:

    Ich wollte mal ein ganz großes Lob aussprechen.
    Vor 8 Jahren bin ich aus beruflichen Grüden weggezogen und haben vor kurzen das Poster geschenkt bekommen. Es ist einfach toll ein kleines Stück Heimatsprache im schwäbischen Sprachraum zu haben. Viele Bekannte haben sich über die Wörter beömmelt, weil sie nichts damit anfangen konnten 😉
    Für mich ist es ein kleines Stück Heimat, das einen gerahmten Ehrenplatz im Wohnzimmer erhalten hat, damit es auch jeder gleich sieht.

    Danke!!!

    Grüße

    D. Scholz

  7. Und über das Lob freuen wir uns riesig! Besonders auch über das Poster im Wohnzimmer 🙂 Herzliche Grüße ins Schwabenland aus dem Sauerland!

  8. Herbert Hueth meint:

    Was ist ein Giebelfrigger ?

    • C.-M. Cremer meint:

      Zunächst auch von mir herzlichen Dank und Glückwunsch für diese tolle Idee und den erstaunlichen Erfolg des Plakats.
      Ich würde gerne die Frage v. Hrn. Hueth aufgreifen, nämlich was ein „Giebelfrigger“ ist.
      Da ich selbst kein „Eingeborener“ bin sondern aus dem Wittgensteiner Land Zugezogener, bin ich also kein ausgewiesener Experte.
      Ein Nachbar aus Latrop hat mir den Ausdruck folgendermaßen erklärt:
      ein „Giebelfrigger“ ist jemand, der in ein(e) alteingesessene(s) Haus/Familie einheiratet und sich damit Wohlstand wie Häuser („Giebel“), Grundstücke usw. aneignet, eher wohl „zusammenrafft“.
      Habe ich das so richtig dargestellt bzw. verstanden?

      Rückinfo wäre nett, ich finde den Begriff irgendwie urkomisch und sehr spezifisch.

      • Lieber Herr Cremer,

        der „Giebelfrigger“ (auch „Pöstenfrigger“; „Brautbewerber“; oder „Frigger“ genannt) ist nicht nur an der Braut interessiert, sondern hat vor allem ein Auge auf das Hab und Gut des Mädchens, bzw. der Eltern gelegt… er schielt sozusagen auf den Giebel des schwiegerelterlichen Hauses.

        „Sonen Giebelfrigger wie Karl brauchste nich nochma nach Hause zu schleppen!“

        Schauen Sie doch mal, ob das Buch „Ja, bin ich denn der Leo?!“ etwas für Sie ist. Dort stehen viele Erklärungen drin!

        Viele Grüße

        Katharina Rieland

  9. Thomas meint:

    Da kann ich mich Herrn oder Frau Scholz nur anschließen!!!!
    Mir ging es ähnlich…..
    Ich krieg gute Laune, wenn ich an dem Poster vorbei komme.
    Nur meine Kinder halten mich ein bischen für meschugge…

    Ach, ja! Mir ist auch noch etwas eingefallen : Blecke Füße

    wonnich

    Viele Grüße von Thomas

  10. Ela Schulte meint:

    Tach auch!
    Ich bin, wie ich es gerne immer wieder sage „Peripherie-Sauerländerin“!
    Gebürtig aus Menden/Sauerland, also nahe am Ruhrpott, und seit 16 Jahren ansässig in Finnentrop. Einige Wörter auf dem Plakat waren mir trotzdem noch unbekannt, bei anderen hieß es einfach nur „Jau, typisch!!!“ Geniales Plakat. Ein ideales Geschenk für alle Neu-Sauerländer. … und solche, die mit dem Sauerländer an sich so ihre Schwierigkeiten haben. Kaum zu glauben, aber solche Leute soll es geben…

  11. Ela Schulte meint:

    Vermisst habe ich auf dem Plakat einen Ausdruck für Mädchen/Frauen im allgemeinen. „ES“
    In meiner Familie/ meinem Freundeskreis werden Mädchen oder Frauen, wenn über sie gesprochen wird, immer mit „ES“ bezeichnet. „ES hat Dusel gehabt“ oder „ES macht gerade dieses oder jenes“. Ist das eigentlich nur im Finnentroper Raum so, oder auch anderswo im Sauerland?

    • H. Uhe meint:

      Ich habe Verwandschaft im Siegen-Wittgensteiner Raum.
      Die sagen auf jeden Fall immer das.

      Oder „Das Monja war wieder…“
      was dann gerne zum „Smonja war wieder“… 😀 herrlich

      Super Plakat 🙂

  12. King Nürsel meint:

    Wer Nachschub an schöne Wörters braucht, kauft am besten das Buch „Der dicke Nürsel“ von Michael Martin. 1471 Begriffe der Sauerländer Umgangssprache, mit Definitionen und superlustigen Beispielsätzen. Braucht eigentlich jeder Sauerländer, saggich ma so, und ich musses als Autor ja wissen, woll ;O)
    Oder darf ich getz nich mehr „woll“ sagen, liebes Hoffe-Team???

  13. R.B.Heuel meint:

    Noch einige immer noch gebräuchliche Worte:
    Hitte = Ziege
    Klaukschieter = Klugsch….
    gixtern = kichern
    Prütt = Kaffeesatz
    schroh = mager
    Blagen = Kinder

  14. Als ich das Poster gesehen hab, war ich echt begeistert. Gerade unter uns jungen Menschen werden die ganzen Ausdrücke kaum mehr gesprochen, da alles „geil/ cool und scheiße“ ist. Aber kennen tu ich die sachen auch noch. Aber ein Wort das soo typisch fürs Sauerland ist fehlt PLÄSTERN. Denn so vertraut es uns auch ist, da wir es ja zu genüge sagen (müssen :-D), desto weniger kennen es die Menschen von „Außerhalb“. Das sollte bei einer Neuauflage definitv noch mit drauf.

  15. Andrea meint:

    Liebes Sauerland Woll Team,

    Fisematenten kommt auch aus dem Kölschen und ist aus dem Französischen abgeleitet visite ma tent. Das sagten die Kölner/innen zu ihren Töchtern während der französischen Besatzungszeit. Da fragten die Soldaten die hübschen Kölner Mädchen, ob sie Lust hätten, ihr Zelt zu besuchen, also visite ma tent. Daraus machten die kölschen Mütter kurz und mach mir keine Fisematenten“, wenn die Töchter ausgingen!!

    Ansonsten wirklich schönes Projekt…viele Worte schon ewig nicht mehr gehört: Schochen…unglaublich. Könnte noch Pürcken dazu beisteuern, sagte meine Oma immer etwas abfällig zu langen Haaren!

    Viele Grüße aus dem wilden Süden

    Andrea

  16. 3kk3 meint:

    Niggelich = neugierig
    Scheese = Sofa/ Chaiselonge
    Patjackel= Trottel
    hackenstramm = alkoholisiert

  17. helga m. pertermann meint:

    Ja Ihr Lieben, wie soll ich das denn lesen, zu kleine Buchstaben auf kräftigem Landschaftshintergrund kommen auf meinem Notebook mit Windows 7 unleserlich an.
    Ich würde gerne „Woll“ das Sauerlandmagazin über Sundern (ich bin eine gebürtige Sunderanerin und lebe in Niedersachsen) abbonieren und auch die Sauerländer Schimpfwörter und die Sauerländer Worte als Postkarten kaufen. Machen Sie mir mal einen Vorschlag, wie wir das regeln können.
    Mit freundlichen niedersächsischen Grüßen an meine Sauerländer Heimat.
    Helga M.Pertermann

    • WOLL-Magazin meint:

      Liebe Frau Petermann, Antwort ist per Mail an Sie unterwegs. Vielen Dank für Ihren Hinweis. Herzliche Grüße aus dem Sauerland.

  18. Ulrike Becker meint:

    Hallo liebe Redaktion vom WOLL Magazin,
    mein Onkel Alfred Vorderwülbecke hat bereits vor geschätzten 30 Jahren Bücher herausgegeben, die vom Leben und Sprechen im Sauerland handeln:
    „Else gib mir mal das Dingen“
    „Von den Attendorner Kattenfillers zu den Züschener Holteböcken“
    „Wann de Deuwel op Stezen gait“ alle erschienen im Grobbel Verlag/ Schieferbergbaumuseum Schmallenberg-Holthausen.
    Mir persönlich gefällt „Else gib mir mal das Dingen“ am Besten, um Welten besser, als das/die Bücher von Herrn Knappstein 😉 Leider wird es nicht mehr aufgelegt, ist auch nicht mehr im Handel erhältlich. Deshalb hüte ich gerade dieses Exemplar wie meinen Augapfel. Vielleicht könnt ja erreichen, dass wieder im Handel erhältlich ist ? War immer ein schönes Mitbringsel 🙂
    Mit liebem Gruß aus Meschede
    U.Becker

  19. hallar. meint:

    Liebes Woll-Team,

    habe heute von meiner Schwester ein Pendant zu „unserem“ Woll-Plakat bekommen. Es sind Nordhessische Wörter. Nun muss ich mich ja sofort revanchieren und ihr ein Woll-Kärtchen zuschicken. Habe aber, weil ich ja wahrscheinlich auch übersetzen muss, noch eine Frage: Biuterling, fentern und Töürfeln, diese Worte sind mir absolut nicht bekannt. Könnt Ihr mir weiterhelfen?
    Mit liebem Gruß aus Plettmert
    Halla

    • WOLL-Magazin meint:

      Hallo, Frau Rohrmann,

      gerne helfen wir Ihnen weiter.

      Der „Buiterling“ ist der Zugezogene in einem Dorf. Er ist noch keine Einheimischer und wird gerne in manchen Orten mit diesem Begriff ein wenig geärgert.
      „Töurfeln“ oder auch „Turfeln“ (und noch andere Schreibweisen) sind nichts anderes als die Kartoffeln.
      Der „Oime“ ist der unverheiratete Onkel im Haus.
      Und „Hümmecken“ ist das kleine Schälmeser.

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