Von der Liebe auf den ersten Blick

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Das Leben im Forsthaus Rehsiepen:

Zwischen sanften schwingenden Wiesen und schützenden Hügeln liegt das Forsthaus Rehsiepen – ein Stück Sauerland, das glücklich macht. Das Schöne: Wer hier lebt, teilt sein Glück gerne mit Gästen.
Die Fahrt zum Haus von Bärbel und Peter Michels in Rehsiepen führt über eine holperige Piste. Der Weg ist lang und der erste Blick auf das Forsthaus, eingebettet in die Landschaft, wirkt für sich. Dieser Eindruck sagt so viel mehr als Worte. Der Ankömmling erahnt schnell, was die Michels aufs Land gezogen hat. Eine romantische Abgeschiedenheit in einem Haus mit einer idyllischen Lage. Seit über vierzig Jahren wohnen die Michels nun schon in dieser Idylle. Als junges Ehepaar sparten die beiden für das Eigenheim in Fischelbach im Wittgensteiner Land. Ein Grundstück hatten sie bereits erstanden. Zufällig erblickte das junge Paar eines morgens in der Tageszeitung die Anzeige: „Ehemaliges
Forsthaus Rehsiepen gegen schrift liches Meistgebot zu verkaufen“. Und dieser Zufall änderte ihr Leben. Der neue Lebensweg begann mit Neugier und einer Fahrt ins Sorpetal, um sich das in einem kleinen Seitental gelegene Alte Forsthaus aus der Nähe anzusehen. „Das war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt Bärbel Michel mit leuchtenden Augen. Und diese Liebe ist den Michels geblieben. Mit viel Liebe zum Detail restaurieren sie ihr Forsthaus – investieren Zeit und Geld, um es wieder so aussehen zu lassen wie damals vor über 100 Jahren. Ihr Wissen über die „alte Zeit“ haben sich die beiden erarbeitet, Dokumente und Informationen über das Forsthaus und die Gegend gesammelt, archiviert und hinterfragt. Auf eigenen Wunsch haben die Michels bereits vor 20 Jahren Denkmalschutz für das Forsthaus beantragt. Bewahren, schützen und pflegen – das Haus soll seinen ursprünglichen Charakter nicht verlieren. Das ist den Michels gelungen.

Autarke Lebensweise
Von heute auf morgen könnten die Michels wie im 19. Jahrhundert leben. Eine eigene  Wasserversorgung, ein Holz ofen, ein Backofen im Keller, um bis zu 40 frische Brote zu backen, ein Gemüse garten, aus dem Bärbel Michel Kar toffeln, Salat, Erbsen, Möhren, Rotkohl, Zucchini und Zwiebeln erntet. Von den über 100-jährigen Obstbüschen schmecken die Stachel- und Johannisbeeren besonders gut. Überwältigt bin ich von der Offenheit, mit der die Eheleute Michels mich in Empfang nehmen, mir ihre Räume zeigen und so viele Geschichten erzählen können, zum Beispiel über den alten Teddybär, dessen Lebensgeschichte Bärbel Michel recherchiert hat. Die Michels sind neugierig, arbeiten akribisch und mit der gewissen Liebe zum Detail. In den vergangenen Jahrzehnten entstanden zahlreiche Fachbücher und -aufsätze über ganz verschiedene Themen: über das Sorpetal und seine Bewohner in früherer Zeit oder über die Entwicklung des Wintersports im Sauerland. „Die Erinnerungen an die alten Zeiten bewahren“, das gelingt ihnen mit ihrem Forsthaus jeden Tag aufs Neue. Eines ist ganz klar: Nicht nur das alte Forsthaus ist ein wahres Schmuckstück. Vor allem das Ehepaar Michel ist ein kleines Juwel im Sauerland: echt, authentisch, liebenswert und voller Herzblut für die Region und für Natur.

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